Konnte seine Stärken in der Zweikampfführung auch in der Nationalmannschaft zeigen: FCP-Ass Peter Guinari.
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Konnte seine Stärken in der Zweikampfführung auch in der Nationalmannschaft zeigen: FCP-Ass Peter Guinari.

Erster A-Nationalspieler des FC Pipinsried im Interview

Peter Guinari über Nationalmannschafts-Nominierung: „Meine Trainingsleistungen sind belohnt worden“

  • VonBruno Haelke
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Mit Peter Guinari wurde der erste Spieler des FC Pipinsried für eine A-Nationalmannschaft nominiert. Der 20-Jährige ist nach seinen ersten Nationalelf-Spielen im Interview.

Pipinsried – Der 20-jährige Peter Guinari ist der erste Fußball-Nationalspieler des FC Pipinsried. Mitte August wurde er vom Trainer der Zentralafrikanischen Republik, Raoul Savoy, für die Weltmeisterschaftsqualifikationsspiele gegen Kap Verde und Liberia nominiert. Der 1,90-Meter große Innenverteidiger kam vom TSV 1860 München II nach Pipinsried. Geboren wurde Peter Guinari in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui. 2010 kam er nach München, sein Vater studierte in der Landeshauptstadt.

Peter Guinari gilt als ein bescheidener, eher introvertierter Typ, dem man aber auf dem Fußballplatz als Gegner besser nicht begegnet. Seine Stärke liegt im Zweikampf, wie der momentan beste Torjäger der Regionalliga Bayern, Adam Jabiri von Schweinfurt 05, am vergangenen Freitag erfahren musste. Wir haben uns mit Peter Guinari nach seiner Rückkehr von den WM-Qualifikationsspielen unterhalten.

Peter, wie und durch wen haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?

Peter Guinari: Von meiner Nominierung erfuhr ich zwei Wochen vor meiner Abreise. Genauer gesagt an einem Montagabend, als sich der Teammanager bei mir meldete. Am nächsten Tag telefonierte ich mit dem Cheftrainer Raoul Savoy. In diesen Moment war ich natürlich sehr glücklich. Ich bin zudem den Menschen an meiner Seite und dem FC Pipinsried sehr dankbar für die Unterstützung – und natürlich der Federation für die Einladung.

Peter Guinari: „Ich bin den Menschen an meiner Seite und dem FC Pipinsried sehr dankbar für die Unterstützung“

Hatten Sie große Reisestrapazen?

Die An- und auch die Rückreise waren lang aber ganz angenehm. Ich habe die meiste Zeit geschlafen und mir Serien angeschaut.

Wurden Sie vom Team gut aufgenommen? Mit wem haben Sie sich besten verstanden?

Ich wurde super aufgenommen. Die Jungs sind sehr freundlich und humorvoll. Ich verstand mich mit vielen sehr gut. Mit Axel Urie (ein Spieler aus der dritten französischen Liga, Anm. d. Red.) besonders gut, er war mein Zimmernachbar.

Sie waren zum ersten Mal im Team. Mussten Sie als Neuling bei einem Mannschaftsabend etwas singen?

Nicht singen, als Neuling musste ich tanzen; aber ich denke dass ich das ganz gut hinbekommen habe, haha.

„Kombination aus Stolz, Freude und purer Gänsehaut“ - Peter Guinari über sein erstes Spiel für die Zentralafrikanische Republik

Wie war das Gefühl, als Sie zum ersten Mal mit dem Team die Nationalhymne vor dem Spiel gehört haben?

Man merkt in diesem Moment, wie der Traum, sein Land zu repräsentieren, wahr wird. Ich hatte gemischte Gefühle. Es war eine Kombination aus Stolz, Freude und purer Gänsehaut.

Welche Position haben Sie gespielt, hat der Trainer viel mit Ihnen geredet?

Ich kam als rechter Innenverteidiger zum Einsatz. Ja, mit dem Trainer hatte ich einige gute Gespräche.

Waren Sie sehr überrascht, dass Sie beide Spiele über 90 Minuten gemacht haben?

Ja, aber ich hatte gehofft, dass meine Trainingsleistungen belohnt werden, was glücklicherweise passiert ist.

Wie war Ihr Tagesablauf vor den Spielen und wie zwischen den Spielen?

Der Tagesablauf war top organisiert. Morgens haben wir gemeinsam gefrühstückt. Wir trainierten zweimal am Tag, jeweils um 10 Uhr und um 16 Uhr. Zwischen den Trainingseinheiten hatten wir eine Mahlzeit im Hotel, um 12 Uhr. Nach dem zweiten Training hatten wir ein wenig Leerlauf. Ich nutze die Zeit beim Physio für Massagen und Behandlungen. Wir durften das Hotel nicht verlassen, aufgrund Fifa- und Corona-Regelungen. Um 19 Uhr ging’s zum Abendessen und ein paar Stunden später war Bettruhe angesagt. Vor Spielen wurde jeweils ein Mal trainiert. Wir hatten immer eine Besprechung inklusive Videoanalyse. Am Spieltag hatten wir zwei Mahlzeiten, anschließend eine Besprechung; dann wurden wir unter Polizei-Aufsicht mit dem Bus zum Stadion gefahren.

Peter Guinari über zukünftige Nominierungen: „Die Chancen stehen nicht schlecht“

Werden Sie auch zu den Spielen gegen Nigeria eingeladen?

Noch habe ich keine offizielle Einladung erhalten, aber ich denke, die Chancen stehen nicht schlecht.

Was hat Sie am meisten beeindruckt? Waren Sie sehr enttäuscht, dass Sie nicht in Ihrem Land gespielt habt?

Das Stadion hat mich beeindruckt. Es war das größte, in dem ich bis jetzt kicken durfte. Es ist natürlich sehr schade, nicht zuhause zu spielen, dennoch hoffe ich aber, in Zukunft die Fans noch in toller Stimmung zu sehen. (Bruno Haelke)

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