TSV präsentiert sich wie das Kaninchen vor der Schlange

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ASV Dachau - TSV Eintracht Karlsfeld 4:1 (1:1):
ASV Dachau: Dietrich, Forster, Matuschek, Gerstner, Jaschke, Reischl, Gohm (82. Bistran), Wölkhammer (75. Puhlmann), Herberg (90. Michailidis), Patacca, Abrell
Eintracht Karlsfeld: Ebenhöh, Grippo, Hasala, Demus, Eugler (82. Tauber), Mereu, Yalcin, Hofer, Marseglia, Klose, Lombardi (68. Schiller).
Schiedsrichter: Valentin Karl junior (Erding) bot eine fehlerfreie Leistung.
Zuschauer: 250.
Gelbe Karten: Patacca, Reischl, Gohm - Hasala, Eugler, Hofer, Grippo
Gelb-Rote Karte: Patacca (90.)

Tore: 0:1 (14.) - Ein Abwehrversuch des ASV landet bei Michael Klose. Der läßt sich die Chance nicht entgehen und schiebt aus 16 Metern halbrechter Position flach ins lange Eck ein; 1:1 (19.) - Eine weite Freistoßflanke von der linken Seite des Dachauers Waldemar Matuschek fliegt über Freund und Feind hinweg. Karlsfelds Torwart Fredi Ebenhöh klebt auf der Linie und Ralf Forster bedankt sich am langen Pfosten mit einem Flugkopfball aus drei Metern; 2:1 (75.) - Ralf Forster flankt von rechts und Markus Herberg schiebt die Kugel gekonnt aus sechs Metern ins lange Eck; 3:1 (89.) - Der eingewechselte Christian Bistran tankt sich auf der linken Seite durch und scheitert zunächst an Ebenhöh.

Den Abpraller leitet Bistran per Kopf weiter zu Goalgetter Markus Herberg, der aus zwei Metern problemlos einschiebt; 4:1 (90.+1) - Fast die gleiche Situation wie beim 3:1. Wiederum hat sich Bistran bis kurz vor die Grundlinie durchgesetzt, ein trockener Pass nach innen und der eingewechselte Torben Puhlmann hat aus zwei Metern keine Mühe, den Ball zum vierten Mal im Karlsfelder Netz zu versenken.

 Derbys haben ihre eigenen Gesetze, so heißt es jedenfalls. Was sich allerdings am vergangenen Samstag beim Duell im Dachauer Sepp-Helfer-Stadion abspielte, hatte eigentlich mit einem Derby nicht viel zu tun. Das lag aber nicht an den Gastgebern, sondern viel mehr an den abstiegsbedrohten Gästen aus Karlsfeld. Wie das Kaninchen vor der Schlange präsentierte sich der TSV am Stadtwald. Ohne den Mut, das Spiel in die Hand zu nehmen, oder den Versuch zu starten, den überlegen auftreteten Dachauern zumindest in kämpferischer Hinsicht Paroli zu bieten, ergab man sich in sein Schicksal. Der Gastgeber präsentierte sich in einem insgesamt sehr zerfahrenen Spiel als die zweikampfstärkere, bissigere, technisch und taktisch bessere Mannschaft. Kurzum: Der ASV war der Eintracht in allen Belangen überlegen.

 Die ersten zehn Spielminuten waren vom gegenseitigem Abtasten geprägt. Die auffälligste Aktion startete in der Anfangsphase bezeichnenderweise ASV-Trainer Herbert Reischl. Er wollte einen Ball, der ins Aus gerollt war, wieder zurück aufs Spielfeld schießen. Allerdings traf er die Kugel nicht richtig, er donnerte stattdessen den Ball von unten gegen das Tribünendach. Anschließend mussten etliche Zuschauer in Deckung gehen, um nicht vom Geschoss getroffen zu werden...

 Dann, nach einer knappen Viertelstunde, fiel das überraschende 1:0 für die Gäste. Der ASV hätte zu diesem Zeitpunkt schon mit 2:0 führen müssen, doch weder Wölkhammer noch Patacca schafften es, den Ball im Kalsfelder Gehäuse unterzubringen. Es spricht für den Gastgeber, dass er trotz des Rückstands weiter sein Spiel spielte und letztendlich auch dafür belohnt wurde. Wenn man etwas am ASV-Spiel auszusetzen hat, dann ist dies die mangelhafte Chancenauswertung. Serienweise wurde beste Möglichkeiten versiebt. ASV-Abteilungsleiter Sepp Helfer raufte sich auf der Tribüne verzweifelt die Haare, er befürchtete schon das Schlimmste. Doch die Angst war unbegründet, denn die Eintracht war an diesem Tag einfach zu schwach.

 Bezeichnend waren die Spielminuten 85 bis 88: Plötzlich wurden die Dachauer in ihrer eigenen Hälfte nervös und bekamen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Die ASV-Nervosität gipfelte in einem unnötigen Freistoß knapp 20 Meter vor Dietrichs Kasten, Doch anstatt, wegen des nassen und holprigen Geläufs, den Ball flach und hart in die Torwartecke zu ziehen, donnerte der eingewechselte Robert Tauber die Kugel hoch über die ASV-Mauer und das Tor. Das Spielgerät landete auf den ASV-Tennisplätze.

 Fazit des Derbys: Der ASV spielt in dieser Verfassung sicherlich eine entscheidende Rolle im Kampf um den Aufstieg in die Bezirksoberliga. Der TSV Eintracht Karlsfeld muss sich gewaltig steigern, anderfalls dürfte der Weg in die Kreisliga unumgänglich sein.
 

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