Souveräner 3:0-Sieg beim TSV Allershausen:

- Es war wie beim Boxen, wenn der amtierende Weltmeister auf den jungen Herausforderer trifft. Nachdem er die ersten, ungestümen Angriffe des Underdogs abgewehrt hatte, schlug der Favorit eiskalt zu. "Nach Abrells 1:0 war die Sache gelaufen", erzählt ASV-Trainer Herbert Reischl.

Vom ersten Niederschlag hat sich der Tabellenletzte der Fußball-Bezirksliga nicht mehr richtig erholt. Er kam zwar wieder auf die Beine, aber das 2:0 unmittelbar vor dem Gong (Halbzeitpfiff) machte den Traum des Außenseiters von der großen Sensaton endgültig zunichte.

 Nach dem Seitenwechsel war der Gast vom Stadtwald stets Herr der Lage, die eifrigen, aber unproduktiv spielenden Allershauser kamen lediglich zu einem Lattentreffer (Klaus Mur in der 88. Minute).
 "Mir hat gefallen, wie wir uns nach der Pause präsentiert haben", so Reischl. "Wir haben nie Zweifel daran aufkommen lassen, wer am Ende die Punkte einfährt, leider konnten wir nur noch eine der viele Torchancen im zweiten Durchgang nutzen."

 In der ersten Viertelstunde sah es noch gar nicht nach einem deutlichen Erfolg der Dachauer aus. Die auf mehreren Positionen umbesetzten Allershauser spielten von Anpfiff weg flott nach vorne, am Strafraum war allerdings meist Endstation für den Tabellenletzten der Gruppe Nord. "Unser 1:0 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt", analysiert Reischl. "Nach Abrells Führungstreffer waren wir der Chef im Ring."

Der zweifache Torschütze mit der Nummer elf auf dem Trikot erhielt vom Trainer nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob: "Viele haben sich gefragt, warum ich Abrell trotz einiger schwächerer Leistungen nicht aus dem Team genommen habe. Ich hoffte, dass bei ihm irgendwann der Knoten platzen würde, und gottseidank habe ich Recht behalten."

 Michael Abrell, der mehr als ein Jahr lang ständig durch Verletzungen zurückgeworfen worden ist, war am Samstag an allen drei ASV-Treffern beteiligt. Zwei erzielte er selbst, einen bereitete er mustergültig vor. Vergessen sind nun das angebrochene Brustbein, der Knorpelschaden im Knie und die Bänderverletzung am Sprunggelenk - Michael Abrell ist einigermaßen belastbar und heiß wie eine Kanonenofen. "Ich glaube, an ihm werden wir noch viel Freude haben", prophezeit Trainer Reischl, "er hat noch längst nicht sein Leistungsmaximum erreicht. Man darf aber nicht vergessen, dass der Knorpelschaden nach wie vor aktuell ist. Und von seiner ursprünglichen Spritzigkeit ist er auch noch ein gutes Stück entfernt."

 Der ASV Dachau hat sich wieder auf Platz zwei vorgearbeitet, und sollte die Reischl-Elf auch das Nachholspiel gegen den SV Nord-Lerchenau gewinnen, dann dürfen sich die Stadtwälder doch noch als bestes der vier "Dachauer" Teams in den Winterschlaf begeben. 

TSV Allershausen - ASV Dachau 0:3 (0:2):
Allershausen: Traxler, Mayr, Mur, Jordan, Glas, Krabatsch, Zotz, Garcia, Haslbeck (66. Westermeier), Becker (46. Bertold/79. Wurmseher), Stolz.
ASV Dachau: Dietrich, Gerstner (67. Michaelidis), Matuschek, Forster, Jaschke, Reischl (60. Puhlmann), Gohm (65. Zovko), Patacca, Herberg, Wenninger, Abrell.
Schiedsrichter: Hartmut Lederer (SV Irsching).
Zuschauer: 100.
Gelbe Karten: Mayr, Zotz - Patacca, Jaschke, Wenninger.
Tore: 0:1 (15.) - Die hängende Spitze Michael Abrell schließt eine zügige Kombination über sechs Stationen nach einem öffnenden Doppelpass mit Markus Herberg aus 15 Metern erfolgreich ab; 0:2 (45.) - Sekunden vor dem Pausenpfiff leitet ASV-Keeper Michael Dietrich einen weiteren schnellen Angriff der Gäste ein. Er wirft den Ball ab zu Peter Wenninger, der umgehend Franco Patacca einsetzt. Der Mittelfeldrenner des ASV schüttelt drei Allershauser Spieler ab, ehe er weiter auf Abrell passt. Der Schütze des ersten Tores bedient Herberg, der aus 18 Metern flach einschießt; 0:3 (65.) - Abrell krönt seine gute Leistung mit einem strammen, halbhoch angesetzten Schuss aus gut 20 Metern.


Auch interessant

Kommentare