Der SV Sulzemoos sagt „Nein“ zu Fußball-Touristen.
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Der SV Sulzemoos sagt „Nein“ zu Fußball-Touristen.

Anfragen aus dem Nachbarlandkreis

SV Sulzemoos: Klare Absage an Fußball-Tourismus

  • vonBruno Haelke
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Beim SV Sulzemoos gingen zuletzt kuriose Anfragen ein. Vereine aus dem Nachbarlandkreis wollten aufgrund der geringen Inzidenz im Landkreis Dachau trainieren.

Sulzemoos - Das Dorf Sulzemoos nahe der A8 ist nicht gerade dafür bekannt, eine touristische Hochburg zu sein. Doch zumindest in der ersten Woche nach Beginn der Stufe III der Corona-Lockerungen am 8. März sahen das einige Fußballmannschaften aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck etwas anders. 

Die eigenen Inzidenzwerte waren für ein Mannschaftstraining zu hoch, also ab in den Landkreis Dachau – so dachte man sich. Denn: Was im Großen geht, geht natürlich auch im Kleinen – Fußball-Tourismus. Gemeint sind allerdings nicht die Fans, denn die sind weltweit ausgesperrt. Gemeint sind die Vereine, speziell in den europäischen Wettbewerben. 

Da spielt Leipzig zuhause gegen Liverpool in Budapest, und zum Rückspiel trifft man sich erneut in der ungarischen Hauptstadt. Die gleiche Aktion fuhren jüngst die Mannschaften von Borussia Mönchengladbach und Manchester City. 

SV Sulzemoos: Anfragen aus dem Fürstenfeldbrucker Landkreis zum Trainieren

Der sportliche Leiter des SV Sulzemoos, Markus Wagenpfeil, bekam in der vergangenen Woche einige Anrufe, mit denen er nicht unbedingt gerechnet hatte. „Ja, ich kann bestätigen, dass einige Vereine aus dem Fürstenfeldbrucker Landkreis Anfragen gestellt haben“, so Wagenpfeil. 

Grund dieser Anrufe: Trainingsmöglichkeiten. Die Inzidenzwerte zum besagten Zeitpunkt im Nachbarlandkreis über 50, ein kontaktloses Mannschaftstraining war also nicht möglich. Besser waren in der zweiten Märzwoche die Werte im Landkreis Dachau, mit einem Inzidenzwert unter 50. Da die Regelung aussagt, dass der Wert am Trainingsort zählt, dachten sich augenscheinlich einige Teams: „Na, dann fragen wir doch mal im Nachbarlandkreis an, der Weg ist ja nicht weit.“ 

SV Sulzemoos: Alle Anfragen wurden abgesagt

Nach dem Motto: „Was Leipzig oder Mönchengladbach können, können wir auch als kleine Vereine...“ Die genannten Bundesligisten hätten bei einem Spiel auf der Insel anschließend 14 Tage in Quarantäne gehen müssen, deshalb wurden die Spiele auf neutralem Boden ausgetragen. Spielt man in Ungarn, ist eine Quarantäne nach der Rückkehr aufgrund der Vorgaben nicht vorgesehen. Um welche Vereine es sich handelt, das wollte Wagenpfeil nicht preisgeben. „Letztendlich ist es egal, denn alle haben eine Absage bekommen“, so der Sulzemooser. 

Sein Team hat auch noch kein Mannschaftstraining gemacht. „Wenn überhaupt, dann eh nur in kleinen Gruppen. Und dann geht es einfach nur darum, dass sich die Jungs mal wieder auf dem Platz treffen. Zumindest das wollen wir ermöglichen, wenn es die Werte zulassen“, schränkt er sofort ein. „Theoretisch gehen die Jungs in die vierte Vorbereitung in einer Saison, trotzdem wollen sie unbedingt auf den Platz. Davor habe ich allerhöchsten Respekt“, so Wagenpfeil weiter. 

Wagenpfeil: Die Sicherheit steht weiter ganz oben

Die Sicherheit steht aber weiterhin ganz oben, „zudem macht es keinen Sinn, alle drei Tage einen Trainingsstart oder Trainingsabbruch zu verkünden. Wir warten auf den 22. März, dann sehen wir weiter“, so die Marschrichtung, die Markus Wagenpfeil vorgibt. Der sportliche Leiter des SVS fordert vom Verband, dass er für Klarheit sorgt. „Klar ist es momentan nicht einfach. Es ist auch schwierig, es jedem Recht machen zu wollen. Ich bin schon lange dafür, dass die Saison abgebrochen wird. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich, dass es sportlich weitergeht. Aber so hätten wir dann Klarheit und man könnte ohne großen Stressfaktor in eine neue Saison gehen“, ist sich Wagenpfeil sicher.

(Bruno Haelke)

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