Ist stolz auf „seine Jungs“: Markus Wagenpfeil, Sportlicher Leiter des SV Sulzemoos.
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Ist stolz auf „seine Jungs“: Markus Wagenpfeil, Sportlicher Leiter des SV Sulzemoos.

Sportlicher Leiter des SV Sulzemoos im Interview

Markus Wagenpfeil: „Verlierer sollte es in der Pandemie nicht geben“

  • vonMoritz Stalter
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Der SV Sulzemoos steht in einer turbulenten Saison auf einem Abstiegsplatz. Der sportliche Leiter Markus Wagenpfeil fände einen Abstieg durch Saisonabbruch bitter.

DAS INTERVIEW MIT: MARKUS WAGENPFEIL

Markus Wagenpfeil, der sportliche Leiter des Fußball-Bezirksligisten SV Sulzemoos, erzählt im Interview von den Kapriolen rund um seinen Verein in der völlig verrückten Coronazeit und wagt dabei auch einen Blick in die Zukunft.

Wie sieht dein Alltag aus?

Markus Wagenpfeil:Ich mache viel mit der Familie. Und dadurch, dass ich im Home-Office bin, kann ich meiner kleinen Tochter beim Aufwachsen zusehen. Das ist schön.

Und als sportlicher Leiter eines Bezirksligisten?

Meine Tätigkeiten in der Pandemie sind nicht anders als davor. Der Unterschied ist, dass es viel schwieriger ist, die Zukunft zu planen.

Aufgrund der Pandemie oder aufgrund eurer Tabellensituation? Ihr steht auf einem direkten Abstiegsplatz.

Wegen beidem: Durch die Pandemie gibt es eine Ungewissheit. Das gilt auch für unsere aktuelle Tabellensituation. Wir müssen für beide Szenarien: Klassenerhalt und Abstieg planen. Das ist natürlich eine knifflige Sache.

Wie würdest du die aktuelle Saison bezeichnen?

Als turbulente Saison.

Und auf euch bezogen?

Los ging es mit einer Verletztenmisere, wie ich sie so noch nicht erlebt habe. Wir hatten in der Saison davor drei Kreuzbandrisse innerhalb von fünf Monaten – Wahnsinn! Mit Bilal Solanke hat uns unser bester Torjäger gefehlt. Fußballerisch ist es nicht gelaufen. Und dann waren wir von Anfang an im Abstiegskampf.

In den vergangenen Jahren habt ihr vorne mitgespielt. Wie geht die Mannschaft mit der Tabellensituation um?

Das ist natürlich nicht einfach. Aber die Jungs wollen es mit uns schaffen, die Klasse zu halten.

Hast du Kontakt zu den Spielern?

Ja, das ist mir wichtig. Ich habe längere Gespräche geführt und persönlich mit jedem mindestens 45 Minuten geredet. Es ging dabei nicht nur um das Sportliche, sondern auch um private Dinge wie den Beruf. Wir haben Jungs im Team, die selbstständig arbeiten. Da geht es um Existenzen. Es ging aber auch darum, die Jungs zu motivieren, dass sie sich fit halten und im Fall einer Fortsetzung der Saison gut vorbereitet sind.

Wagenpfeil: „Wir sind Stolz Spieler zu haben, die mit uns den Klassenerhalt schaffen wolllen“

Werden die Spieler bei euch bleiben? Habt ihr Abgänge?

Die Gespräche sind sehr gut gelaufen. Sulzemoos ist der erste Ansprechpartner für die Jungs. Und wir sind stolz, Spieler zu haben, die mit uns den Klassenerhalt schaffen wollen.

Sulzemoos liegt am Rand des Landkreises Dachau. Schaut ihr bei den Neuzugängen auch über die „Grenze“?

Wir liegen an der Grenze zum Landkreis Fürstenfeldbruck. Früher hatten wir viele Spieler aus dem Raum Augsburg, aus Friedberg und Lechhausen zum Beispiel. Fürstenfeldbruck ist nah und auch bis Dachau ist es nicht die Welt. Eigentlich ist unsere Lage durch die Autobahn ganz gut. Wir schauen schon, dass wir Spieler aus dem Landkreis Dachau bekommen. Nur müssen wir da ein paar Teams ausstechen wie Kammerberg, Jetzendorf, den ASV oder Karlsfeld.

Jede Verlängerung des Lockdowns verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Saison sportlich zu Ende gespielt wird.

Wir würden die Saison gerne zu Ende bringen. Wir sind überzeugt, dass wir sportlich die Klasse halten.

Und falls der BFV die Saison abbricht und beim Auf- und Abstieg die Quotientenregel entscheidet?

Bei einem Abbruch hoffe ich, dass der BFV guten Willen zeigt. Verlierer sollte es in der Pandemie nicht geben. Würden wir aufgrund der Regel absteigen, wäre das sehr bitter.


Das Gespräch mit Markus Wagenpfeil führte unser Mitarbeiter Moritz Stalter.

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