Kehrt als Trainer zurück nach Sulzemoos und wird der Nachfolger von Peter Held (re.): Christian Leßmann (li.).
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Kehrt als Trainer zurück nach Sulzemoos und wird der Nachfolger von Peter Held (re.): Christian Leßmann (li.).

Nach Abtritt vom Vorstand und Trennung vom Trainer

Turbulente Zeiten beim SV Sulzemoos: Christian Leßmann ist neuer Coach beim SVS

  • vonMoritz Stalter
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Der SV Sulzemoos hat einen neuen Trainer präsentiert. Christian Leßmann kehrt als Coach zum SVS zurück. Er war von 2010 bis 2012 bereits Spielertrainer in Sulzemoos.

Sulzemoos – Wenn der SV Sulzemoos am heutigen Mittwoch (19 Uhr) beim FC Sportfreunde Schwaig um Bezirksliga-Punkte spielt, wird Christian Leßmann an der Seitenlinie stehen. Der 41-Jährige war vor Jahren Trainer und Spieler beim SVS, nun folgt er auf Peter Held. Von dem hatten sich die Sulzemooser kurz vor dem vergangenen Spieltag getrennt – und das schweren Herzens.

Vorstand Günther Rau stellte vergangenen Donnerstag - nach zwölf Jahren - sein Amt zur Verfügung

Es waren turbulente Tage beim SV Sulzemoos: Am Mittwoch verlor der Bezirksligist im Kellerduell gegen den FC Schwabing mit 0:4, einen Tag später stellte Vorstand Günther Rau nach zwölf Jahren sein Amt zur Verfügung (Nachfolger: Paul Kronseder). Rau führte aber noch einige Stunden nach seinem Rücktritt gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Markus Wagenpfeil und mit Held ein Gespräch, das emotional wurde und bei dem Held erfuhr, dass der SVS mit einem anderen Trainer in die Schlussphase der Saison gehen wird.

„Wir haben eine Stunde geredet. Es ist uns extrem schwergefallen. Peter war aber schnell klar, worauf es hinausläuft“, sagt Wagenpfeil. Und weiter: „Günther und ich wussten überhaupt nicht, wie wir es angehen sollen, denn eigentlich hat mit Peter alles gepasst.“

Rau: „Nach unserer Entscheidung hat Peter jeden Spieler angerufen und sich verabschiedet“

Wäre da nicht die aktuelle Tabellensituation: Der SVS ist nach dem 0:3 am vergangenen Wochenende in Eching, wo Co-Trainer Andreas Edelmann die Mannschaft interimsmäßig betreute, auf einen Abstiegsplatz abgerutscht – nach 17 Bezirksliga-Spielzeiten in Folge. Von der Leichtigkeit, mit der Held den SVS in der vergangenen Saison auf Platz drei und zu einem vereinsinternen Rekord (58 Punkte) führte, war in dieser Saison nicht viel zu sehen. „Peter hat ein super Training gemacht und den Verein gelebt. Trotzdem mussten wir als Verein den Schritt gehen. Wir können uns aber weiterhin in die Augen schauen“, sagt Rau, der Held im Sommer 2018 gemeinsam mit Wagenpfeil zum SVS geholt hatte.

„Nach unserer Entscheidung hat Peter jeden Spieler angerufen und sich verabschiedet. Er war der erste Sulzemooser Trainer, der das gemacht hat. Das zeigt, wie er menschlich tickt.“

Leßmann war von 2010 bis 2012 Spielertrainer der ersten Mannschaft

Gestern wurde Helds Nachfolger Leßmann der Mannschaft präsentiert. Der Neue ist in Sulzemoos ein alter Bekannter. Leßmann war von 2010 bis 2012 Spielertrainer der ersten Mannschaft. In seiner zweiten Saison verpassten die Sulzemooser als Zweiter knapp den Landesliga-Aufstieg. „Christian kennt den Verein und wir kennen ihn. Er ist nach Peter die beste Lösung für uns“, sagt Wagenpfeil. „Er kann unvoreingenommen an die Aufgabe herangehen, denn er kennt weder die Mannschaft noch die Liga. Diesen Neustart brauchen wir in unserer jetzigen Situation.“

Leßmanns erste Aufgabe hat es in sich. In Schwaig trifft der SVS nicht nur auf den Tabellenzweiten, sondern auf die für Wagenpfeil „aktuell beste Mannschaft der Liga“. Die Sportfreunde starteten mit zwei Siegen gegen Pfaffenhofen (5:4) und Schwabing (5:1) aus der Corona-Pause. 

Allerdings muss Leßmann bei seinem Trainer-Comeback mit einem Problem leben, das Held letztlich zum Verhängnis wurde. „Es sind nur elf Spieler wirklich fit“, sagt Wagenpfeil.

(MORITZ STALTER)

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