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DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel

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Hängende Köpfe beim SV Sulzemoos nach der herben Auswärtsniederlage beim SV Manching.
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Hängende Köpfe beim SV Sulzemoos nach der herben Auswärtsniederlage beim SV Manching.

„Das war desolat“

SV Sulzemoos nach Manching-Klatsche: „Arbeitsverweigerung“ und „Charakterding“

  • vonMoritz Stalter
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Der SV Sulzemoos träumte nach der frühen Führung gegen Manching schon vom zweiten Sieg in Folge. Doch dann fielen die Sulzemooser komplett auseinander.

Sulzemoos - Als Korbinian Wildgruber den SV Sulzemoos beim SV Manching in der vierten Minute in Führung geschossen hatte, träumten die Gäste vom zweiten Liga-Sieg in Folge. Doch stattdessen endete der Nachmittag in einem Debakel, das ernsthafte Zweifel an der Qualität der Sulzemooser aufkommen lässt. Mit 2:9 gingen die Gäste baden. „Das war desolat. Wir haben gespielt wie ein Absteiger“, sagte Markus Wagenpfeil, der sportliche Leiter des SVS.

Wagenpfeil: „Was wir nach der Führung gezeigt haben, war Arbeitsverweigerung“

Genannter Angriff, den Wildgruber per Volley nach einer Flanke von Kristian Paluca vollendete, war perfekt inszeniert. Er zeigte: Die Sulzemooser können spielen – wenn sie denn wollen. Doch wollen sie? Den Rest der Spielzeit ließen die Gäste fast alles vermissen, worauf es im Abstiegskampf ankommt. „Was wir nach der Führung gezeigt haben, war Arbeitsverweigerung“, so Wagenpfeil. In der 15. Minute glich Benedikt Vollnhals für Manching aus. Die Sulzemooser hätten in der Entstehung einen Freistoß bekommen müssen, den gab der Schiedsrichter aber nicht. Doch das darf keine Ausrede sein, die Sulzemooser hätten die Chance gehabt, den Gegentreffer zu verhindern.

Vollnhals mit vier Toren in 14 Minuten für den SV Manching

Für Vollnhals begannen 14 Minuten, die er so wahrscheinlich noch nicht erlebt hatte: Der Stürmer der Manchinger erzielte bis zur 29. Minute drei weitere Treffer. Dass Vollnhals für seinen Viererpack nicht viel tun musste, weil es ihm die Sulzemooser sehr leicht machten – geschenkt. Spätestens jetzt wäre der Schlusspfiff ein Geschenk für die Gäste gewesen, es war aber noch nicht einmal Halbzeit. In der 32. Minute sahen die Gäste erneut nicht gut aus: Nach einer eigenen Ecke ließen sie sich auskontern. Dass David Tomasevic über den ganzen Platz nach hinten sprintete, war stark, warum der SVS-Verteidiger einen Gegenspieler dann aber rüde und ohne Chance auf den Ball weggrätschte, weiß wohl nur er selbst. Thomas Kurz war es egal: Er schickte Gästekeeper Max Kronschnabl in die falsche Ecke und erhöhte auf 1:5. Dann war Pause.

SV Sulzemoos: „So geht es nicht weiter“

Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht besser für die Gäste: Kurz mit seinem zweiten Treffer (53.) und Tim Schmidt (60.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Immerhin, an die Qualität des Anschlusstreffers von Marcel Berger zum 2:7 reichten die Manchinger Treffer nicht heran: Berger wurde 20 Meter zentral vor dem Tor von rechts angespielt, zog direkt ab und schlenzte den Ball ins rechte Kreuzeck – ein Traumtor (74.). Wenig später war die Freude darüber wieder verflogen, weil Baha Asici den achten SVM-Treffer (75.) und Thomas Schreiner den 2:9-Endstand (78.) erzielte.

Bei den Gästen mischte sich nach dem Debakel Wut zu der Enttäuschung. „So geht es nicht weiter. Das ist ein Charakterding. Jeder muss sich hinterfragen“, fordert Wagenpfeil. Und weiter: „Jeder hat heute unter seinem Niveau gespielt, die Fehler aber bei den Mitspielern anstatt bei sich selbst gesucht. Das darf nicht sein.“ Denn: nach dieser Leistung ist alles andere als Selbstkritik unangebracht.“  (stm)

Stenogramm

SV Manching - SV Sulzemoos 9:2 (5:1)

SV Manching: Bernhard Feil, Jonas Prawda (60. Ousseynou Tamba), Dzenis Seferovic, Thomas Kurz, Benedikt Vollnhals (60. Bozhidar Hristov), Thomas Schreiner, Qendrim Hoti (46. Johann Rybalko), Said Magomedov, Baha Asici, Tim Schmidt (68. Josef Huber), Daniel Spies

SV Sulzemoos: Maximilian Kronschnabl, Sergen Retzep (13. Matthias Kovacs), Johannes Oberacher, Tobias Schöler (65. Aykut Sahin), Sebastian Ranftl, Marcel Berger, Yasin Kökner (46. Bilal Solanke), Kristian Paluca, Mestan Chasim (46. Korbinian Wildgruber), Daniel Wildgruber, David Tomasevic

Schiedsrichter: Felix Herrmann

Zuschauer: 60

Tore: 0:1 (4.) – Daniel Wildgruber. 1:1 (15.) – Benedikt Vollnhals. 2:1 (18.) – Benedikt Vollnhals. 3:1 (28.) – Benedikt Vollnhals. 4:1 (29.) – Benedikt Vollnhals. 5:1 (32.) – Thomas Kurz (Elfmeter). 6:1 (53.) – Thomas Kurz. 7:1 (60.) – Tim Schmidt. 7:2 (74.) – Marcel Berger. 8:2 (75.) – Baha Asici. 9:2 (78.) – Thomas Schreiner.

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