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TSV 1865 Dachau: Drei vermeidbare Gegentore – und eine fatale Schiedsrichter-Entscheidung

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An dieser Szene scheiden sich die Geister: Die Dachauer fordern nach dem zweiten rüden Foul von Daniel Hofmann die Ampelkarte gegen den Ismaninger – vergebens.
An dieser Szene scheiden sich die Geister: Die Dachauer fordern nach dem zweiten rüden Foul von Daniel Hofmann die Ampelkarte gegen den Ismaninger – vergebens. © Robert Ohl

Die Auswärtsserie des TSV 1865 Dachau ist gerissen – in einem ausgesprochen kampfbetonten Spiel. Die Richter-Elf kassierte beim FC Ismaning eine vermeidbare 1:3-Niederlage.

Ismaning/Dachau – Zwei Aspekte waren ausschlaggebend für die erste Auswärtspleite in der Ära Richter – ein viel zu durchschaubares Offensivspiel und eine Gangart des Gegners, hart an der Grenze des Erlaubten. Schiedsrichter Florian Wildegger vom FSV Wehringen habe, so die Dachauer nach dem Match, eine klare Linie bei den doch sehr hart geführten Zweikämpfen in einer umkämpften Partie vermissen lassen.

So hätte der Referee in der 27. Minute Ismanings Dominik Hofmann nach dessen zweitem rüden Foul an Vendim Sinani die Ampelkarte zeigen können – ja: müssen. 1865-Coach Marcel Richter schimpft: „Das war eine spielentscheidende Szene. Ich hätte gerne gesehen, wie wir mit einem Mann mehr in der letzten Stunde des Spieles ausgeschaut hätten.“

In Sachen Klassenerhalt war diese Niederlage natürlich kontraproduktiv, am Ende half auch ein 4-1-4-1-System nicht, dem Spiel eine Wendung zu geben. Das Spiel begann ähnlich wie die meisten Begegnungen der Dachauer in letzter Zeit. Der Gegner aus Ismaning hatte viel Ballbesitz, und der TSV 1865 igelte sich im – 5-4-1 und einem starken Organisator Franz Hübl am eigenen Sechzehner ein. Man hoffte auf Fehler der Ismaninger im Vorwärtsgang, um dann blitzschnell umzuschalten und seinerseits den Erfolg zu suchen.

Den ersten Lapsus der Partie leisteten sich allerdings die Dachauer: in der 13. Minute lässt der Ex-Haimhauser Sturmtank Daniel Gaedke Dachaus Innenverteidiger Alex Weiser einfach stehen. Er dringt von links in den Strafraum ein und verzieht nur knapp. Die 1:0-Führung der Ismaninger ging knappe zehn Minuten später auf das Konto von Daniel Bux, der einen kapitalen Aufbaufehler der Gäste nutzte und aus 16 Metern flach ins linke Eck traf.

Doch die 65-Kicker stellten wieder einmal ihre Nehmerqualitäten unter Beweis, keine vier Minuten nach dem 1:0 markierte Oliver Wargalla das 1:1. Er nahm einen Zuckerpass von Franz Hübl auf, startete ein Solo, spielte FCI-Keeper Michael Heidfeld aus und schob den Ball dann ins leere Tor. Kurz danach folgte die eingangs geschilderte Szene, die Schiedsrichter Florian Wildegger falsch beurteilte – sehr zum Ärger der Dachauer, die vehement die Ampelkarte gegen Dominik Hofmann forderten. Die zweite Hälfte begann verspätet – Schiedsrichter Florian Wildegger war verschollen.

Die beiden Teams standen schon fünf Minuten auf dem Platz, als der Unparteiische im Kabinenentrakt – für alle Zuschauer vernehmlich – in die Pfeife stieß, um beide Teams, die längst auf dem Feld warteten, aus der Umkleide zu holen. Unter tosenden Beifall wurde das verspätete Schiedsrichtergespann empfangen. Das 2:1 für den FC Ismaning fiel in der 60. Minute, diesmal hatte Daniel Gaedke, der nach einem Schnittstellenpass aus elf Metern abzog, das bessere Ende für sich; er traf flach ins lange Eck. Das 2:2 auf dem Fuß hatte wenig später der eingewechselte Dachauer Dragan Radojevic, er scheiterte aus acht Metern knapp.

Den Deckel setzten die Ismaninger in der 83. Minute drauf, Jonas Redl sorgte nach einem flotten Spielzug über die linke Seite für die Entscheidung – 3:1. In den Schlussminuten hätten die Dachauer noch zwei Treffer erzielen können, doch Oliver Wargalla (86.) und Niclas Gross (87.) ließen gute Chancen ungenutzt verstreichen. Nach dem Schlusspfiff meinte ein sichtlich echauffierter Marcel Richter: „Offensiv haben wir einfach zu wenig gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir nicht viel zugelassen, aber im Spiel nach vorne, abgesehen vom Tor, nicht viel zustandegebracht. In der zweiten Halbzeit wollten wir etwas ändern, aber dann bekamen wir ein dummes Gegentor und verpassten darauf das 2:2.“ (Rohl)

Stenogramm

FC Ismaning - TSV 1865 Dachau 3:1 (1:1)

FC Ismaning: Michael Heidfeld, David Tomasevic, Markus Mittermaier, Daniel Gädke, Peter Schädler, Daniel Bux, Alexander Jobst, Philipp Schäfer, Dominik Krizanac, Dominik Hofmann, Yasin Yilmaz – Jonas Redl, Maurice David, Johannes Kleidorfer, Daniel Weber, Rufus Roth TSV 1865 Dachau: Marco Jakob, Alexander Weiser, Alexander Weiss, Oliver Wargalla, Nickoy Ricter, Mathias Leiber, Franz Hübl, Stefan Vötter, Daniel Leugner, Mario Maric, Vendim Sinani – Dragan Radojevic, Orkun Tugbay, Sebastian Brey, Niclas Groß Zuschauer: 123 Tore: 1:0 (24.) – Daniel Bux. 1:1 (27.) – Oliver Wargalla. 2:1 (59.) – Daniel Gädke. 3:1 (82.) – Jonas Redl.

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