Geplatzt ist für die Kicker des TSV 1865 Dachau (im Bild Sebastian Brey) der Traum von einem neuerlichen Hauptrunden-Thriller im Totopokal wie im Jahr 2019.
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Geplatzt ist für die Kicker des TSV 1865 Dachau (im Bild Sebastian Brey) der Traum von einem neuerlichen Hauptrunden-Thriller im Totopokal wie im Jahr 2019.

Toto-Pokal-Quali gegen SV Kirchanschöring verpasst

Déjà-vu: TSV 1865 Dachau scheitert wieder im Elfmeterschießen 

  • vonRobert Ohl
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Bittere Pille für den TSV 1865 Dachau: Wie schon im Vorjahr unterliegen die 65er in der Qualifikation zum Toto-Pokal erst im Elfmeterschießen.

Dachau – Aus der Traum! Die Hoffnung der Fußballer des TSV 1865 Dachau auf ein neuerliches Pokalduell mit den Münchner Löwen oder einem anderen prominenten Gegner ist nahe der österreichischen Grenze geplatzt. Der Bayernligist aus der Großen Kreisstadt, der vor fast auf den Tag genau zwölf Monaten im Heimspiel gegen den TSV 1860 München um ein Haar für eine Riesenüberraschung im Toto-Pokal gesorgt hätte, ist in der zweiten und letzten Qualifikationsrunde des Wettbewerbs 2020/2021 ausgeschieden. Wie 2019 erwischte es die 65-Kicker im Elfmeterschießen. Damals verlor man nach torlosen 90 Minuten gegen den Drittligisten aus der Landeshauptstadt mit 5:6, diesmal musste man sich dem Gegner, dem SV Kirchanschöring, auf dessen Platz mit 4:5 geschlagen geben.

TSV 1865 Dachau: Unglücksrabe Marcel Kosuch - SV Kirchanschöring vergibt Elfer in regulärer Spielzeit

Der Unglücksrabe im Dachauer Dress war Marcel Kosuch, er versemmelte den vierten Elfer für den TSV 1865. Kurios: Der schnelle Offensivspieler aus Dachau hatte schon acht Tage zuvor im Punktspiel gegen Deisenhofen einen Strafstoß nicht genutzt. Für die Dachauer trafen vom Punkt Nikolaus Grotz, Hüseyin Ceker, Vendim Sinani und Mario Maric ins Schwarze.

Um ein Haar wäre es gar nicht zum Elfmeterschießen gekommen, denn in der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Vinzenz Pfister schon einmal auf den Punkt. Nach einem angeblichen Foul an Albert Deiter trat Manuel Omelanowsky zur Exekution an, doch er scheiterte. Wenig später pfiff der Referee die Partie ab.

Alkan: „Schade für die Jungs“

Dachaus Fußball-Boss Ugur Alkan meinte sichtlich geknickt: „Schade. Wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt, waren dem 1:0 sehr nahe. Der Elfer am Ende der regulären Spielzeit war ein Witz, da weiß nur der Schiedsrichter, warum er den gegeben hat. Schade für die Jungs, dass wir das Elfer-Rittern verloren haben.“

TSV 1865 Dachau: „Das war bisher ein disziplinierter Auftritt unserer Elf“

Die Taktik, die Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte ausgegeben hatte, war recht einfach, man wollte den Gegner kommen lassen und schnelle Konter setzen. Dachau begann schwungvoll, kam durch den in die Anfangsformation rotierten Nickoy Ricter auch zum ersten Torschuss. Danach fanden die Hausherren besser ins Spiel. So kamen Manuel Omelanowsky und Luca Schmitzberger zu guten Tormöglichkeiten. Danach war wieder die Lamotte-Elf am Drücker. Nickoy Ricter verzog in der 26. Minute aus 15 Meter nur knapp. Die wohl beste Chance im ersten Durchgang hatten die SVK-Kicker, als Albert Deiter in der 35. Minute einen Pass in die Tiefe erlief und ungehindert auf 65-Keeper Maximilian Meyer zusteuerte. der Dachauer Torhüter schaffte es, den Kirchanschöringer so weit vom Tor abzudrängen, dass auch diesen Topchance verpuffte. „Beide Seiten lauerten auf Konter und Fehler des jeweils anderen“, meinte Ugur Alkan zur Halbzeit, „das war bisher ein disziplinierter Auftritt unserer Elf.“

TSV 1865 Dachau: Chancenwucher kurz vor dem Abpfiff

In der 51. Minute wurde der bis dahin gefährlichste Dachauer, Nickoy Ricter, ausgewechselt und durch den ebenfalls offensiv ausgerichteten Marcel Kosuch ersetzt. Thomas Ettenberger scheiterte in der 53. Minute knapp aus 23 Meter am SVK-Keeper Stefan Schönberger, und nur eine Minute später klärte Tobias Janietz einen Kopfball von Merlin Höckendorff auf der Linie.

Danach waren wieder die Gastgeber an der Reihe, Manuel Omelanowsky scheiterte in der 56. Minute nach einem Solo am hervorragend aufgelegten Dachauer Goalie Maximilian Meyer.

Dramatisch verliefen die letzten fünf Minuten der Partie. In der 86. und 89. Minute hatten 65-Joker Marcel Kosuch und Mario Maric das 1:0 auf dem Fuß. Der Ball fand nicht den Weg ins Tor, und so ging es in das Elfmeterschießen – mit dem besseren Ende für den SV Kirchanschöring.

In der Liga geht’s für Dachau am Samstag, 3. Oktober weiter, dann treten sie bei der SpVgg Hankofen-Hailing an. (ROBERT OHL)

Stenogramm

SV Kirchanschöring - TSV 1865 Dachau 5:4 (0:0) nach Elfmeterschießen

SV Kirchanschöring: Stefan Schoenberger, Luca Obirei, Tobias Janietz, Christoph Dinkelbach, Albert Deiter, Manuel Omelanowsky, Luca Schmitzberger (81. Manuel Sternhuber), Waldemar Daniel, Florian Hofmann (69. Maximilian Streibl), Maximilian Reiter, Yasin Gürcan

TSV 1865 Dachau: Maximilian Mayer, Thomas Ettenberger (77. Nikolaus Grotz), Florian Mayer (65. Vendim Sinani), Fabian Lamotte, Alexander Weiser, Merlin Höckendorff, Nickoy Ricter (51. Marcel Kosuch), Sebastian Brey, Robin Volland (65. Triumf Gudaci), Mario Maric, Hüseyin Ceker

Schiedsrichter: Vinzenz Pfister

Zuchauer: 200

Tore im Elfmeterschießen: Christoph Dinkelbach, Luca Obirei, Manuel Omelanowsky, Albert Deiter, Yasin Gürcan – Nikolaus Grotz, Hüseyin Ceker, Vendim Sinani, Mario Maric

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