Das 1:0 für Eintracht Karlsfeld gegen den TSV 1865 Dachau: Marko Juric (links) befördert schon nach wenigen Sekunden das Runde aus spitzem Winkel ins Eckige.
+
Das 1:0 für Eintracht Karlsfeld gegen den TSV 1865 Dachau: Marko Juric (links) befördert schon nach wenigen Sekunden das Runde aus spitzem Winkel ins Eckige.

„Haben oft die Qual der Wahl“

TSV Eintracht Karlsfeld gewinnt Derby gegen TSV 1865 Dachau - Brey verletzt raus

  • vonRobert Ohl
    schließen

Der Landesliga-Tabellenführer TSV Eintracht Karlsfeld konnte sich im Lokalderby gegen den Bayernligisten TSV 1865 Dachau knapp durchsetzen.

Karlsfeld - Wenn ein Bayernligist beim unangefochtenen Tabellenführer der Landesliga Südost gastiert, dann sind die Ingredienzien für ein Fußballfest gegeben – auch ohne Zuschauer. Das Prestigeduell zwischen dem TSV Eintracht Karlsfeld und dem TSV 1865 Dachau hat all das gehalten, was man sich davon versprochen hat – und das nicht nur wegen des 2:1-Sieges des Underdogs vom See über den klassenhöheren Klub aus der Großen Kreisstadt.

TSV Eintracht Karlsfeld: Juric und Schön erzielen die Tore - Sattelberger sticht heraus

Wie konzentriert die Eintracht an die Sache herangegangen ist, zeigte der Verlauf der ersten Minute. Kaum war die Partie angepfiffen, da führte die Eintracht auch schon mit 1:0. Marko Juric überraschte die 1865-Abwehr und Keeper Max Mayer mit einem Schuss aus spitzem Winkel im Anschluss an einen Eckball.

Am Ende sprang auf dem bestens präparierten Karlsfelder Stadionrasen ein 2:1-Sieg für den Landesligisten heraus. Treffer Nummer zwei erzielte Martin Schön nach einer knappen halben Stunde, den Dachauer Ehrentreffer markierte Marcel Kosuch kurz nach dem Seitenwechsel. Vor allem der bereits in der U 19- und U 17-Bundesliga für den SC Freiburg erprobte Pascal Sattelberger zeigte in der ersten Hälfte ein sehr gutes Spiel für die Eintracht.

TSV Dachau 1865: Leistungsträger Brey verletzt runter - Gudaci auffällig

Für die Dachauer war es ein ziemlich gebrauchter Tag, eine Pleite im Derby und dann verletzt sich auch noch einer der Leistungsträger der vergangenen Jahre. In der 20. Minute musste der gerade von einer schweren Knieverletzung genesene Sebastian Brey ausgewechselt werden, Adduktorenprobleme zwangen ihn zum vorzeitigen Gang in die Kabine.

Auffälligster Dachauer im ersten Spielabschnitt war Triumf Gudaci, er wirkte körperlich robust und war stets präsent. 1865-Spielertrainer Fabian Lamottte musste wegen muskulärer Probleme auf einen Einsatz verzichten, er verfolgte das Geschehen von der Bank aus und wirkte streckenweise nicht sonderlich „amused“.

Beim Bayernligisten aus Dachau kam Azim Karaca von der SpVgg Landshut als Gastspieler zum Einsatz.

Stangl: „Die Mannschaft ist schön langsam so weit, dass es losgehen könnte“

Vor der Pause hatte Karlsfeld mehr vom Spiel, nach den vielen Halbzeitwechseln hatten die Dachauer mehr vom Spiel. Torchancen gab es auf beiden Seiten zuhauf, es hätten deutlich mehr Treffer fallen können.

Karlsfelds Trainer Sebastian Stangl meinte nach dem Schlusspfiff: „Die Mannschaft ist schön langsam so weit, dass es losgehen könnte. Wir haben in Bestbesetzung gespielt und haben die zum Sieg benötigten Tore gemacht. Die Gäste hatten allerdings auch ihre Möglichkeiten. Schön war, dass wir variabel gespielt und viele Möglichkeiten herausgearbeitet haben. Von unserem 16er Stamm und einigen Perspektivspielern kann jeder eingesetzt werden. Als Trainerteam haben wir oft die Qual der Wahl, was sehr positiv ist.“

Alkan: „Natürlich spürt man bei den Spielern die Ungewissheit“

Dachaus Fußball-Chef Ugur Alkan analysierte das Match wie folgt: „Wichtig ist es in solchen Testspielen, dass die taktischen Vorgaben automatisiert und verinnerlicht werden. Natürlich spürt man bei den Spielern die Ungewissheit, niemand weiß, wann es wieder los geht mit dem Spielbetrieb; das hat man auch im Spiel gespürt. Irgendwann fällt der Startschuss, dann werden jene Teams erfolgreich sein, die in trotz der Pandemie am zielstrebigsten gearbeitet haben.“  (ro)

Stenogramm

TSV Eintracht Karlsfeld - TSV 1865 Dachau 2:1 (2:0)
Tore:
1:0 (1.) – Marko Juric. 2:0 (27.) – Martin Schön. 2:1 (50.) – Marcel Kosuch.

Auch interessant

Kommentare