Bleiben optimistisch: Fabian Lamotte und Ugur Alkan (rechts). 
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Bleiben optimistisch: Fabian Lamotte und Ugur Alkan (rechts). 

Fabian Lamotte und Ugur Alkan im Interview

TSV Dachau 1865: Warten auf den Re-Start

  • vonRobert Ohl
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Der TSV Dachau 1865 hofft, dass die Saison sportlich beendet werden kann. Im Interview blicken Trainer Fabian Lamotte und Abteilungsleiter Ugur Alkan voraus.

Dachau - Das Ende der längsten Winterpause der Fußballgeschichte ist noch nicht abzusehen, dennoch laufen bei den Fußballvereinen die Vorbereitungen auf den neuerlichen Re-Start der Saison 2019/2020/2021 auf Hochtouren. Wir wollten wissen, wie sich die Situation bei den höherklassigen Vereinen aus der Region Dachau momentan darstellt. In Teil eins unterhielten wir uns mit dem Fußball-Abteilungsleiter des TSV 1865 Dachau, Ugur Alkan, und dem Spielertrainer des Bayernligisten, Fabian Lamotte.

Alkan: „Fair wäre es, wenn wir die Saison zu Ende spielen könnten“

Ugur, wie geht es Euch in diesen schwierigen Corona-Zeiten?

Ugur Alkan: Im Moment ist noch alles lahmgelegt. Die Mannschaft kommt langsam wieder in Schwung. Aber wir sind noch im Pandemie-Winterschlaf, weil auch gar nicht klar ist, wann und wie es weiter geht. Ab und zu machen wir Zoom-Meetings, um die anderen Personen mal wieder live zu sehen.

Was glaubst Du, wie geht es weiter?

Alkan:Fair wäre es, wenn wir noch die Saison zu Ende spielen könnten, wir haben noch acht Punktspiele in der Bayernliga zu absolvieren; aber wer weiß, was da noch kommt. Ich hoffe auf die Monate Mai und Juni für die ausstehenden Punktspiele.

Wenn es weiter geht, was sind Eure sportlichen Ziele?

Alkan:Sollte die Saison fortgesetzt werden, dann steht der Klassenerhalt, am besten ohne Relegation, im Vordergrund. Alles andere ist dann nicht so wichtig, alles andere ist zweitrangig.

Ist der Ligapokal aus Eurer Sicht noch sinnvoll?

Alkan:Das war eigentlich eine gute Idee des BFV, die mir sehr gefallen hat. Aber mittlerweile ist es nicht mehr so realistisch, dass wir das zeitlich noch spielen können. Schade eigentlich, aber jetzt scheint es nicht mehr sinnvoll zu sein. Wir können alle froh sein, wenn wir die normale Restsaison 2019/2020/2021 noch fertig spielen können.

TSV Dachau 1865: Nico Grotz und Merlin Höckendorff verlassen den Verein berufsbedingt

Gibt es Veränderungen in der Mannschaft (Ab- und Zugänge) oder in der Abteilungsleitung?

Alkan:Ja, zwei wichtige Spieler stehen uns nicht mehr zur Verfügung. Nico Grotz weilt beruflich wieder in Irland, hat aber seinen Spielerpass bei uns. Also, sollte er wieder kommen, dann steht er uns zur Verfügung. Anders ist die Situation bei Merlin Höckendorff, der auch sehr wichtig für das Team war. Er zieht aus beruflichen Gründen nach Hamburg und wird sich dort einem Verein anschließen. In der Abteilungsleitung hat sich nichts verändert, es bleibt alles beim Alten.

Sind Euch durch die Pandemie schon Mitglieder bzw. ehrenamtliche Mitarbeiter verloren gegangen?

Alkan:Ja, vereinzelte Mitglieder sind ausgetreten. Aber im Großen und Ganzen halten uns alle die Treue. Ehrenamtliche haben wir nicht verloren – Gott sei Dank.

Wie sieht es bei Euch mit der so erfolgreichen Jugendarbeit aus? Haben sich viele Spieler oder Trainer abgemeldet oder den Verein verlassen?

Alkan:Nein, alles in Ordnung. Wir haben schon mit den Planungen für die nächste Saison begonnen und bereits einiges in die Wege geleitet.

Ist die Trainerfrage der 1. Mannschaft für die neue Saison schon geklärt?

Alkan:Es ist noch alles offen, wir alle gehen das Thema ganz entspannt an. Wir wollen erst einmal gut durch die Corona-Pandemie kommen. Dann wird es sehr schnell Gespräche geben.

Lamotte: „Es macht erst wieder Sinn, wenn uneingeschränkter Kontaktsport erlaubt ist“

Fabian, wie viele Pläne für die Vorbereitung der letzten acht Spiele hast du schon ausgearbeitet?

Fabian Lamotte: Es waren schon alle Trainingstermine und Freundschaftsspiele terminiert, dann wurde wegen der anhaltenden Pandemie alles über den Haufen geworfen. In der Folgezeit war es klar, dass es keinen Sinn macht, Plan B, C oder D zu entwerfen. Deshalb warten wir ab. Konkret wird es erst wieder, wenn abzusehen ist, wann wir trainieren können und wann es möglich ist, uneingeschränkt Kontaktsport zu betreiben. Vorher macht es in meinen Augen keinen Sinn.

Wie hältst Du die Spieler körperlich und mental fit?

Lamotte.Bislang war dies alles Vertrauenssache, jeder Spieler hatte selbst die Verantwortung dafür zu tragen, dass er sich fit hält. Seit zwei Wochen gibt es für alle Spieler feste Pläne. Die Spieler dokumentieren ihre Läufe und Übungen in einer App und senden mir diese. Mental konnten wir nicht viel machen. Wir hatten eine digitale Weihnachtsfeier über Zoom. Für die nähere Zukunft planen wir alle zwei Wochen ein Zoommeeting.

Lamotte: „Die Saison nicht abzubrechen, war keine schlechte Lösung“

Wie denkst Du über die Saisonfortsetzung und Ligapokal? Ist es realistisch oder ist Deiner Meinung nach auch ein Saisonabbruch noch möglich?

Lamotte:Ich bin fest davon überzeugt, dass die Saison fortgesetzt wird, da es nur noch wenige Spiele sind. Nur der Ligapokal, denke ich, wird gestrichen. Hier mangelt es schlicht an der Zeit. Die Entscheidung des BFV, die Saison 2019/2020 nur zu unterbrechen und nicht komplett abzubrechen, war anscheinend eine keine schlechte Lösung.

Ist Euch die Coronapause in Bezug auf die Verletzungen, die den TSV ja sportlich stark beeinträchtigt hatten, entgegengekommen?

Lamotte:Unter diesem Aspekt war das schon gut für uns. Denn die Langzeitverletzten wie Alex Weiss (Kreuzbandriss) und Ergin Malkoc (Knie-OP) sind wieder an Bord; beide arbeiten fleißig an ihrer Fitness. Ebenfalls zurück sind Beppo Vötter und Sebastian Brey, auch sie haben diverse Wehwehchen.

Sind alle fit oder gibt es neue Hiobsbotschaften?

Lamotte:Bisher habe ich keine Hiobsbotschaften erhalten. Ich hoffe, dass wir bald wieder richtig Fußball spielen können und alle Spieler fit sind und hungrig auf das Kicken.

(Robert Ohl)

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