Es war ein hartes Stück Arbeit für den TSV Eintracht Karlsfeld (blau).
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Es war ein hartes Stück Arbeit für den TSV Eintracht Karlsfeld (blau).

Karlsfeld dreht 0:2-Rückstand

TSV Eintracht Karlsfeld dreht 0:2-Rückstand - Schön mit Hattrick in sieben Minuten

  • vonMoritz Stalter
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„Genau so ein Spiel haben wir gebraucht“, freute sich Jochen Jaschke nach der Aufholjagd gegen den FC Unterföhring. Mann des Spiels war Martin Schön.

Landesliga SüdostFC Unterföhring 2TSV E. Karlsfeld 5

Der TSV Eintracht Karlsfeld hat beim FC Unterföhring nach einer herausragenden zweiten Halbzeit mit 5:2 gewonnen und die zwischenzeitlich verlorene Tabellenführung zurückerobert. Zum Spielentscheider wurde Martin Schön, der zunächst auf der Bank Platz genommen hatte.

TSV Eintracht Karlsfeld: „Wenn wir auf zwei waren, haben wir gewonnen“

„Wir haben uns für ein 4-1-4-1-System mit Michael Dietl im Sturm entschieden und Martin erst einmal draußen gelassen“, erklärte Eintracht-Trainer Jochen Jaschke. Er und sein Kollege Sebastian Stangl wollten nach vier sieglosen Spielen in Folge etwas verändern. „Wenn wir in der Tabelle oben waren, haben wir es häufig nicht so gut gespielt, wenn wir auf zwei waren, haben wir gewonnen“, hatte Stangl vor der Partie gesagt. Es kam dem Eintracht-Trainer daher nicht ungelegen, dass die Verfolger Hallbergmoos und Erlbach bereits am Freitag im Einsatz gewesen waren, ihre Spiele gewonnen hatten und die Eintracht sogar auf Rang drei verdrängten. Seiner Logik nach war in Unterföhring ein Feuerwerk zu erwarten.

TSV Eintracht Karlsfeld: Dietl mit erster Großchance - Arkadas beim FCU gefährlich

Es ging gut auch los für die Eintracht, die durch Dietl die erste Großchance der Partie hatte, doch FCU-Torhüter Daniel Shorunkeh-Sawyerr reagierte stark. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften ihre Klasse aufblitzen ließen. Die Gäste mussten aufmerksam sein, wenn Tayfun Arkadas, Unterföhrings Nummer zehn, den Ball annehmen und sich drehen konnte. „Dann wurde es gefährlich“, so Jaschkes Beobachtung.

TSV Eintracht Karlsfeld gerät mit zwei Toren in Rückstand - „Geht das jetzt schon wieder los?“

In der 26. Minute passte die Eintracht einmal nicht auf - und schon stand es 0:1: Erst kamen die Gäste auf der Seite zu spät, dann gaben sie einen schon gewonnen Ball wieder her, sodass Unterföhring zum Abschluss kam. Den ersten Versuch hielt Dominik Krüger, beim Kopfball-Abstauber von Pascal Putta war der Eintracht-Keeper aber machtlos. „Man hat gemerkt, wie es in den Köpfen unserer Spieler zu rattern begann, so nach dem Motto: Geht das jetzt schon wieder los?“, sagte Jaschke.

Nachdem Andreas Faber in der 40. Minute nach einer zum Tor gezogenen Flanke wohl noch mit den Haarspitzen dran war und auf 0:2 stellte, sah es schlecht aus für die Karlsfelder. Und hätte wenig später Nasrullah Mirza bei einem Konter erfolgreich abgeschlossen und nicht nur den Pfosten getroffen, wäre die Partie für die Gäste wohl zur Halbzeitpause gelaufen gewesen. So blieb die Eintracht im Spiel.

TSV Eintracht Karlsfeld: Die sieben Minuten des Martin Schön drehen das Spiel

„Wir haben den Jungs zur Halbzeit gesagt, dass sie an sich glauben müssen und noch nichts verloren ist“, berichtete Jaschke. Er und Stangl beließen es aber nicht bei Worten, sie brachten Schön als zweiten Stürmer und stellten hinten auf eine Dreierkette um. „Wir mussten ins Risiko gehen“, so Jaschke. Die Umstellungen verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Karlsfelder pressten aggressiv, zwangen die Heimelf zu langen Befreiungsschlägen und sicherten sich die zweiten Bälle. Dann schlugen Schöns sieben Minuten: Zunächst staubte er nach einem tollen Freistoß von Fitim Raqi, den Shorunkeh-Sawyerr zunächst abwehrte, zum 1:2 ab (58.). Eine Minute später beförderte er den Ball aus 20 Metern nach einer Dietl-Flanke per Kicksprung über den FCU-Torhüter ins Netz (59.). Und dann brachte er die Gäste nach einem Querpass in den Strafraum aus elf Metern sogar in Führung (65.).

Jaschke: „Heute haben wir uns ein Bier verdient“

Davon erholten sich die Unterföhringer nicht – und bei der Eintracht klappte alles: Burkibar Cisse (78.) und Michael Dietl (89.) legten nach und sorgten für einen 5:2-Erfolg, der 45 Minuten zuvor noch utopisch zu sein schien. „Das war richtig geil. Genau so ein Spiel haben wir gebraucht“, freute sich Jaschke. Eine Tankstelle auf dem Heimweg kam den Karlsfeldern gerade recht. „Heute haben wir uns ein Bier verdient“, so der Eintracht-Trainer nach der Fünf-Tore-Halbzeit.  (stm)

Stenogramm

FC Unterföhring - TSV Eintracht Karlsfeld 2:5 (2:0)

FC Unterföhring: Daniel Shorunkeh-Sawyerr, Taiki Fujita (77. Moritz Wolf-Weisbrod), Maximilian Lüftl, Luka Coporda, Tayfun Arkadas, Nikola Negic, Nasrullah Mirza, Janosch Barho (77. Moritz Erbs), Pascal Putta, David Küttner, Andreas Faber

TSV Eintracht Karlsfeld: Dominik Krüger, Thomas Oswald, Robert Zott, Dominik Pöhlmann, Fabian Schaeffer, Fitim Raqi (90. Philip Lorber), Michael Dietl, Markus Huber (46. Martin Schön), Lukas Paunert, Burkibar Cisse (82. Paolo Albanese), Kubilay Celik (90. Jonas Eicher)

Schiedsrichter: Tobias Spindler

Zuschauer:80

Tore:1:0 (26.) – Pascal Putta. 2:0 (40.) – Andreas Faber. 2:1 (58.) – Martin Schön. 2:2 (59.) – Martin Schön. 2:3 (65.) – Martin Schön. 2:4 (78.) – Burkibar Cisse. 2:5 (89.) – Michael Dietl.

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