Tüfteln am Aufstieg in die Bayernliga: Die TSV-Trainer Sebastian Stangl (rechts) und Jochen Jaschke.
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Tüfteln am Aufstieg in die Bayernliga: Die TSV-Trainer Sebastian Stangl (rechts) und Jochen Jaschke.

Eintracht Karlsfeld im Aufstiegsrennen

Sebastian Stangl: „Wenn die Chance da ist, willst du sie natürlich nutzen“

  • vonMoritz Stalter
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Der TSV Eintracht Karlsfeld steht vor dem Re-Start an der Spitze der Landesliga Südost. Im Interview spricht Coach Stangl über die unerwartete Chance und die personellen Veränderungen.

INTERVIEW MIT SEBASTIAN STANGL

Wann geht es weiter in der Landesliga Südost? Wie dürfen sich die Vereine auf den Rest der Saison vorbereiten? Und was traut Sebastian Stangl (37) dem TSV Eintracht Karlsfeld noch zu? Der Trainer und sein Kollege Jochen Jaschke (38) haben die Mannschaft innerhalb von drei Spielzeiten aus der Bezirksliga an die Spitze der Landesliga-Tabelle geführt – und damit dicht vor das Tor zur Bayernliga.

Sebastian Stangl, was macht ein Fußballtrainer, wenn er nicht trainieren darf?

Sebastian Stangl:Ach, es gibt genug zu tun. Jochen (Jaschke, Trainerkollege bei Karlsfeld, Anm. d. Red.) und ich sind beide Familienväter. Er hat zwei Jungs, ich bald zwei Mädels. Der Fokus in der fußballfreien Zeit lag ganz klar auf der Familie.

Eintracht Karlsfeld: Kaderplanung und Spielergespräche

Das heißt, Sie haben sich aus dem Sportlichen komplett rausgenommen?

Nicht vollständig. Der TSV Eintracht Karlsfeld ist ein sehr dynamischer Verein, da passiert immer etwas. Wir haben mit Robin Kömmling einen neuen sportlichen Leiter, er hat Michael Lang abgelöst. Wir haben in der Pause die Kaderplanung vorangetrieben und Spielergespräche geführt.

Wären Sie für einen Start gewappnet? Wie haben Sie ihre Spieler bei Laune gehalten?

Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wann und wie es weitergeht. Was den Fußball betrifft, haben wir nach dem letzten Spiel komplett runtergefahren. Laufpläne gab es nicht. Seit Januar gibt es ein Fitnessangebot über Zoom mit Carolin Bertram, einer Trainerin aus dem Sportforum Allach.

Haben alle mitgezogen?

Manche machen mehr als andere. Physisch gibt es schon große Unterschiede. Aber nach zwei, drei Wochen sollten alle auf einem vergleichbaren Niveau sein.

TSV: Seit Donnerstag im Training

Amateurfußball darf seit kurzem wieder kontaktfrei und unter freiem Himmel ausgeübt werden. In welchem Umfang, ist streng an den Inzidenzwert im Landkreis gekoppelt. Werden Sie diese Möglichkeit nutzen?

Seit dem vergangenem Donnerstag machen wir wieder was – alles im Rahmen des Möglichen. Wir werden nur mit dem Stammkader trainieren und haben ihn in Gruppen mit zehn Spielern unterteilt.

Stammkader – wie viele Spieler sind das für Sie?

Wir werden mit 22 Spielern in den Rest der Saison gehen. Das sind weniger als in den vergangenen Vorbereitungen. Eine kleinere Gruppe ist leichter zu steuern. Und nach der sehr langen Winterpause müssen wir intensiver arbeiten. Wir haben Vertrauen in unsere Perspektivspieler, aber es ist jetzt nicht die Zeit für Experimente.

Begegnung mit Erlbach „richtungsweisend“

Das liegt an der Tabellensituation: Ihr seid Spitzenreiter. Auch wenn ihr ein Spiel mehr absolviert habt als der punktgleiche Zweite Hallbergmoos – die Chance auf den Bayerlinga-Aufstieg ist real.

Das stimmt. Unser erstes Spiel in Erlbach wird richtungsweisend sein. Sie sind Dritter, haben fünf Punkte Rückstand, aber auch drei Spiele weniger absolviert als wir.

Karlsfeld habt mit dem 22-jährigen Kilian Cuni vom Bayernligisten Türkspor Augsburg einen neuen Verteidiger geholt. Hilft er der Mannschaft sofort weiter?

Kilian ist jung, hat aber Erfahrung. Wir mussten handeln, weil Lukas Paunert auf eine Fußballschule in die USA gegangen wäre. Aber das hat sich aufgrund der Pandemie erledigt, er bleibt erst einmal hier.

Erst einmal?

„Pauni“ wird uns nach der Saison verlassen und zu Eintracht Freising wechseln. Wir haben uns um ihn bemüht, er wäre als Innenverteidiger fest eingeplant gewesen. Kilian Cuni, Nico Frank oder Ivan Ivanovic können das aber auch.

„Transferstopp“ bei Karlsfeld

Sind weitere Neuzugänge geplant?

Nein, bei uns gibt es einen kompletten Transferstopp. Wir setzen auf die eigenen Spieler. Nico Frank und Flo Schrattenecker haben die gleiche Entwicklung wie Lukas oder auch Ivan Ivanovic eingeschlagen. Und dann kommt hoffentlich Fabio Palermo fit zurück. Er konnte verletzungsbedingt bisher nur ein Spiel machen.

Bleibt Paunert der einzige Abgang?

Tendenziell zieht es die Spieler gerade eher zu Karlsfeld hin als von uns weg. Wir haben immer wieder Anfragen, aber eben auch genug talentierte Spieler im Verein, denen wir den Sprung zutrauen. Wobei, Robin Kömmling hört im Sommer als Spieler auf.

Kömmling ist neuer sportlicher Leiter und folgt auf Michael Lang. Was zeichnet ihn aus?

Jochen und ich kennen Robin schon lange. Wir haben ihn in Günding trainiert, bevor wir nach Karlsfeld gewechselt sind. Robin war unsere Wunschbesetzung, weil er zur richtigen Zeit eklig sein kann und den Fokus voll auf seine neue Rolle legt.

Stangl will die „Chance nutzen“

Zum Abschluss: Schafft die Eintracht den Aufstieg in die Bayernliga?

Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition, es muss aber alles zusammenpassen. Mannschaften wie Hallbergmoos und Erlbach haben definitiv mehr Druck. Sie wollen rauf, bei uns war der Aufstieg nicht geplant. Aber wenn die Chance da ist, willst du sie natürlich nutzen.


Das Gespräch mit Sebastian Stangl führte unser Mitarbeiter Moritz Stalter.

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