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TSV Eintracht Karlsfeld Trainer Jochen Jaschke kritisierte die Schiedsrichterleistung gegen Wasserburg. 

TSV Eintracht Karlsfeld unterliegt bei Tabellenführer Wasserburg

Karlsfeld kritisiert Schiedsrichtergespann

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Es ist hitzig zugegangen zwischen dem TSV Eintracht Karlsfeld und TSV Wasserburg. Mit der Niederlage konnte die Eintracht umgehen, mit der Schiedsrichterleistung nicht unbedingt.

Karlsfeld – Es ist hitzig zugegangen im Landesligaspiel des TSV Eintracht Karlsfeld beim TSV Wasserburg, das die Gäste mit 1:3 verloren haben. Mit der Niederlage konnte die Eintracht umgehen, mit der Schiedsrichterleistung nicht unbedingt.

Jochen Jaschke ist ein ruhiger Mensch, der nachdenkt, bevor er etwas sagt. Wenn der Eintracht-Trainer auch Stunden nach einer Partie noch immer aufgebracht ist, muss etwas passiert sein.

„Das, was da von Seiten des Schiedsrichters und eines Assistenten abgelaufen ist, war nicht in Ordnung. Ein derart überhebliches und arrogantes Verhalten habe ich selten erlebt“, ärgerte sich Jaschke. Wie ein schlechter Verlierer, der eine Ausrede sucht, will er nicht klingen, deshalb stellt er klar: „Wasserburg ist eine sehr gute Mannschaft. Ich will nicht behaupten, dass wir einen Punkt geholt oder vielleicht sogar gewonnen hätten. Entschieden war die Partie aber mit dem 1:3 – und an dem hatte der Schiedsrichter einen entscheidenden Anteil. Das ist bitter, weil die Jungs aufopferungsvoll gekämpft haben.“

Die Eintracht war ohne etliche Spieler zum Tabellenführer gereist – unter anderem fehlte Kapitän Michael Dietl (Hochzeitsreise), der sieben und damit fast die Hälfte der 16 Karlsfelder Saisontore erzielt hat. Auf der Ersatzbank saßen ein Torwart und nur drei Feldspieler.

Klar war: Wenn die Gäste etwas vom bislang besten Team der laufenden Saison mitnehmen wollen, müssen sie an die Leistungsgrenze gehen. Wasserburg war dennoch zu Beginn das spielbestimmende Team, aus dem Spiel heraus hatte die Heimelf aber keine großen Chancen. Dafür – und das zeichnet ein Spitzenteam aus – nutzten die Wasserburger in der neunten Minute eine Standardsituation zur Führung: Nach einer Ecke von Matthias Haas war es dessen Bruder Dominik, der den Ball über die Linie köpfte.

„Einerseits ärgerlich, weil wir vor ihrer Stärke bei ruhenden Bällen gewarnt haben, andererseits gut gemacht und schwer zu verteidigen“, sagte Jaschke über das Gegentor.

Die Eintracht erholte sich aber gut und glich sieben Minuten später durch einen von Fitim Raqi verwandelten Elfmeter aus. Dem Strafstoß vorausgegangen war ein Handspiel von Wasserbugs Innenverteidiger Matthias Haas. Vor den Toren und auch danach war die Partie von Zweikämpfen und Frotzeleien geprägt.

„In Wasserburg ist alles sehr eng, die Zuschauern stehen drei Meter vom Feld entfernt. Und beide Seiten haben natürlich versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen“, sagte Jaschke und weiter „Das ist nicht ungewöhnlich, passiert in jedem Spiel. Dass der Schiedsrichter und ein Linienrichter die Stimmung durch ihr Verhalten aber weiter anheizen, anstatt sie zu beruhigen – das habe ich so noch nicht erlebt.“

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit gingen die Wasserburger zum zweiten Mal in Führung – wieder nach einer Ecke: Matthias Haas brachte den Ball gefährlich herein, erneut köpfte ihn sein Bruder Dominik über die Linie (52.). Zehn Minuten später wurde es dann turbulent. „Ein Wasserburger Spieler ist in Tobias Pontow und Robin Kömmling reingelaufen und hat dann abgehoben. Der Schiedsrichter hat auf Strafstoß entschieden – was ein Witz war – und Marko Juric wegen einer angeblichen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte gezeigt“, schilderte Jaschke die Szene, die seine Nerven so sehr strapazierte, dass er sich zu ein paar Worten in Richtung des Schiedsrichters hinreißen ließ. „Ich habe ihn beleidigt und er hat mich dann hinter die Bande verbannt. Damit kann ich leben, nicht aber mit dem Platzverweis von Marko“, so Jaschke.

Matthias Haas verwandelte sicher vom Punkt und sorgte damit für die Vorentscheidung. Die Karlsfelder mühten sich danach und hatten durch Andre Gasteiger noch eine gute Chance, er traf aber ebenso wenig wie die Wasserburger bei zwei guten Kontermöglichkeiten.

„Das war heute extrem ärgerlich und das nicht vom Ergebnis her. Mit der Niederlage können wir leben, weil Wasserburg eben sehr stark ist“, sagte Jaschke. „Allerdings ist es schwer zu akzeptieren, wenn der Unparteiische und ein Linienrichter durch eine arrogante Haltung das Spiel kaputtmachen. Das ärgert mich“, so der Karlsfelder Trainer weiter.  stm

Stenogramm

TSV Wasserburg – TSV E. Karlsfeld 3:1 (1:1)

TSV Wasserburg: Georg Haas, Maximilian Höhensteiger, Dominik Haas, Andreas Hundschell (65. Johannes Lindner), Jean-Philippe Stephan, Albert Schaberl (79. Guiseppe Costanzo), Johannes Hain, Matthias Haas, Lucas Knauer (46. Christoph Scheitzeneder), Sebastian Weber, Robin Ungerath

TSV E. Karlsfeld: Dominik Krüger, Thomas Oswald, Robert Zott, Marko Juric, Paolo Albanese (79. Fabio Palermo), Fitim Raqi, Tobias Pontow, Robin Kömmling (61. Dominik Pöhlmann), Andre Gasteiger, Kubilay Celik, Dominik Leisch (74. Tim Duchale)

Schiedsrichter: Vinzenz Pfister

Zuschauer: 220

Rote Karte: Marko Juric (60.)

Tore: 1:0 (9.) – Dominik Haas. 1:1 (16.) – Fitim Raqi (Elfmeter). 2:1 (52.) – Dominik Haas. 3:1 (62.) – Matthias Haas (Elfmeter).

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