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Menzel: „Am Ende wird es uns wie den meisten anderen Vereinen gehen und wir werden uns mit der Situation, die die Entscheidungsträger des BFV mal wieder im Alleingang treffen, arrangieren müssen.“

Stimmen aus den Vereinen zu den Plänen des bayerischen Fußballverbands

TSV Hilgertshausen: Der BFV hat sich in dieser Krise nicht mit Ruhm bekleckert

  • vonRobert Ohl
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Die Abteilungsleiter Robert Strixner (SpVgg Erdweg) und Glenn Menzel (TSV Hilgertshausen) sprechen über die vom BFV getroffenen Entschlüsse

Stimmen aus den Vereinen zu den Plänen des bayerischen Fußballverbands:

„Fortsetzung der Saison 19/20 die einzig faire und somit richtige Entscheidung“

Robert Strixner (52), Abteilungsleiter SpVgg Erdweg, Kreisliga: „Grundsätzlich muss ich sagen, dass die Fortsetzung der Saison 19/20 die einzig faire und somit richtige Entscheidung ist, das Thema Auf- und Abstieg auf sportliche Weise zu entscheiden. Ich sehe jedoch eine realistische Möglichkeit, dies auch noch in diesem Jahr durchzuziehen. Eine Verschiebung in das Jahr 2021 und somit ein Entfallen der Saison 20/21 ist aus heutiger Sicht sehr schwierig zu bewerten und wirft viele Fragen auf. Was machen die Vereine, die keine Relegation spielen? Es gibt erneut eine sehr lange Pause von Mitte November bis Mitte März. Die Kader der jeweiligen Mannschaften werden sich über diesen langen Zeitraum verändern. Das kann zu Wettbewerbsverzerrung führen. Man kommt dadurch in keinen richtigen Spielrhythmus.“

„Kluft zwischen Verband und Vereinen wurde vergrößert.“

Glenn Menzel (45), Abteilungsleiter TSV Hilgertshausen, A-Klasse: „Am Ende wird es uns wie den meisten anderen Vereinen gehen und wir werden uns mit der Situation, die die Entscheidungsträger des BFV mal wieder im Alleingang treffen, arrangieren müssen. Wir haben im Vorfeld der Webinare des BFV intensiv diskutiert und waren beim TSV einhellig für einen Saisonabbruch. Anstatt nun mit einem Abbruch und einer vernünftigen Regelung für Auf- und Abstieg – wie in anderen Verbänden geschehen – einen sauberen Cut zu machen und den Vereinen Planungssicherheit zu geben, wurde wochenlang rumgeeiert, es wurden Drohszenarien (Klagewelle etc.) aufgebaut, um am Ende doch nicht auf die Vereine zu hören. Leider wurde keine gemeinsame Entscheidung getroffen, sondern die Kluft zwischen Verband und Vereinen vergrößert. Gleiches gilt für die eiligst eingeführte zusätzliche Wechselperiode. Dass Mannschaften da ein völlig anderes Gesicht haben könnten, als zu Beginn der geplanten Rückrunde, gießt ebenfalls Öl ins Feuer. Insgesamt hat sich der BFV in meinen Augen in dieser Krise nicht mit Ruhm bekleckert. Die Zeche zahlen die Vereine und hier vor allem die kleinen Klubs, die eigentlich die breite Basis des Verbandes bilden, aber immer öfter immer weniger gehört werden.“

ROBERT OHL

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