Milan Osmanovic hat seiner Karriere schon viel gesehen. Momentan unterstützt er den TSV Indersdorf als spielender Co-Trainer auf dem Feld.
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Milan Osmanovic hat seiner Karriere schon viel gesehen. Momentan unterstützt er den TSV Indersdorf als spielender Co-Trainer auf dem Feld.

Milan Osmanovic im Interview

Co-Spielertrainer des TSV Indersdorf: „Franky Peuker ist der Beste“

  • vonRobert Ohl
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Milan Osmanovic ist im Amateurfußball ein bekanntes Gesicht. Der ehemalige Landesliga-Spieler und aktueller Co-Trainer des TSV Indersdorf möchte sich in Zukunft als Trainer etablieren.

Indersdorf – Lockdown, vorgezogene Winterpause – man hat es momentan nicht leicht als Fußballer. Die Heimatzeitung nutzt die Gelegenheit, in Zeiten der Corona-Pandemie Amateurkicker aus dem Dachauer Einzugsgebiet zu befragen. Wie kommen sie mit der Situation zurecht, und was erwarten sie sich von der Zukunft?

Milan Osmanovic (31) kickt in der laufenden Saison als Innenverteidiger beim Kreisligisten TSV Indersdorf. Reichlich Erfahrung bringt der Routinier mit, der im Landkreis bestens bekannt ist. So spielte er vorher schon beim SV Petershausen, beim SV Türk Dachau, beim TSV Gräfelfing, beim SC Fürstenfeldbruck, bei der SpVgg Feldmoching, bei der Karlsfelder Eintracht und beim TSV 1865 Dachau.

Milan, Du hast ja schon in einigen Klubs gespielt, wie bist du zum TSV Indersdorf gekommen?

Milan Osmanovic: Zum TSV Indersdorf bin ich durch Frank Peuker gekommen, er hat mich angesprochen. Wir haben uns getroffen und es hat gleich gepasst. Er suchte einen erfahrenen Spieler, der auch sein spielender Co-Trainer sein sollte. Das passte wie die Faust auf das Auge, denn ich spielte schon Vorfeld mit dem Gedanken, in das Trainergeschäft einzusteigen.

Wo hast Du das Fußballspielen begonnen? Hattest Du den Traum, Profi-Fußballer zu werden?

Ich bin erst 2005 aus Serbien nach Deutschland gekommen, im Alter von 15 Jahren. Mein erster Verein hier in Deutschland war der TSV 1865 Dachau. In Serbien spielte ich beim FC Obilic. Profi zu werden war für mich nie ein Thema. Als ich nach Deutschland kam, stand das Erlernen der Sprache und eine Ausbildung im Vordergrund. Deshalb habe nach der U 19 vier Jahre lang gar keinen Fußball gespielt.

Was machst Du beruflich?

Ich bin gelernter Kfz-Mechatroniker und arbeite für die Firma Bertrand. Hier bin ich im Auftrag bei BMW in der Abteilung Antriebsentwicklung tätig – wir arbeiten also für die Autos von morgen.

Was bedeutet Deiner Ansicht nach die jetzige Corona-Situation für die Gesellschaft und den Fußball?

Am meisten fehlen die sozialen Kontakte. Aber das betrifft ja alle, nicht nur uns Fußballer. Wegen der Kontaktbeschränkungen mangelt es an Abwechslung zur Arbeit, Schule oder Studium. Ich kann mir vorstellen, dass die Coronakrise für einige auch psychische Probleme mit sich bringt. Mir persönlich fehlt das Training mit den Jungs sehr. Aber so geht es allen – und es kommen hoffentlich bald wieder bessere Zeiten. Ohne Corona oder wir beherrschen Corona in der Gesellschaft besser.

Aktuell spielst Du Innenverteidiger in der Kreisliga. Ist das die Position, die dir am meisten liegt?

Am liebsten spiele ich im defensiven Mittelfeld, als Sechser. Aber das Team braucht mich als erfahrenen Spieler in der Innenverteidigung. So kann ich mein Stellungsspiel besser zur Geltung bringen. Mein Spiel ist einfach die kämpferische Einstellung und die Spieleröffnung.

Wie hat sich das Spiel in der Innenverteidigung in den letzten zehn Jahren aus Deiner Sicht verändert?

Früher stand als Innenverteidiger einfach der Zweikampf im Vordergrund, dann wurde der Ball einfach nach vorne geschlagen. Heute genügt das nicht mehr. Als Innenverteidiger musst du die Dinge neben dem Zweikampf auch spielerisch lösen können. Ganz wichtig ist heute natürlich auch das Stellungsspiel – und das Coachen der Mitspieler.

Wie siehst Du die Entwicklung Deiner Mannschaft aktuell?

Sehr positiv. Wir haben eine sehr junge und talentierte Mannschaft. Nur die Ergebnisse stimmen noch nicht mit dem überein, was ich im Training als Leistung sehe. Das tut dann auch immer mal wieder weh, zu sehen, dass wir das vorhandene Talent nicht auf den Rasen bringen. Die Spieler bringen absolut das Zeug zur Kreisliga mit, einigen traue ich auch zu, weitaus höher zu spielen. Es ist einfach nur eine Frage der Zeit, wann bei uns der Groschen fällt. Fakt ist: Ich spiele in einer richtig geilen Mannschaft.

Wohin geht die Reise mit Deinem Team im letzten Drittel der Saison?

Den Klassenerhalt können wir schaffen, wenn wir unser Potenzial abrufen. Davon bin ich überzeugt.

Wer hat Dich als Trainer am meisten beeinflusst oder gefördert?

Ich hatte schon sehr viele Trainer, aber der beste, der alles in einem vereinigt ist Frank Peuker – mein jetziger Coach. Das ist Wahnsinn, was der drauf hat. Menschlich wie fachlich, einfach große Klasse. Danach folgt schon Joszi Szintai, den hatte ich in der U 19 beim TSV 1865 Dache; er ist ebenso in allen Belangen ein Vorbild für mich. Aber alle meine Trainer, es waren sicherlich mehr als zehn, waren schon gut in einzelnen Teilbereichen. Die genannten beiden Übungsleiter, Frank Peuker und Joszi Szintai, haben allerdings alles getoppt.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Willst Du in das Trainergeschäft einsteigen? Wenn ja, hast du auch vor, DFB- oder BFV- Trainerlizenzen zu erwerben?

Die B-Lizenz des BFV habe ich begonnen, die zwei Grundlehrgänge sind absolviert. Nur zum Prüfungslehrgang kam es nicht mehr, der fiel Corona zum Opfer. Jetzt warte ich darauf, dass es weiter geht. Andere Lizenzen will ich, Stand heute, nicht erwerben. Ich sehe mich hier im Landkreis als Trainer in der Jugend oder im Herrenbereich. Aber momentan habe ich meinen Trainer-Traumjob in Indersdorf als spielender Co-Trainer von Franky. Und so lange er in Indersdorf bleibt, bleibe ich auch, so begeistert bin ich.

(Robert Ohl)

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