Immer ein Vorbild: TSV-Spielertrainer Alexander Schäffler.
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Immer ein Vorbild: TSV-Spielertrainer Alexander Schäffler.

Jetzendorf-Spielertrainer im Interview

Alexander Schäffler: „Wir wollen uns etablieren – egal ob Landesliga oder Bezirksliga“

  • vonMoritz Stalter
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Im Interview zeigt sich der Spielertrainer des Landesligisten hungrig auf den Re-Start. Es gibt allerdings eine Sache, die er noch mehr vermisst als den Fußball selbst.

Das Ende der längsten Winterpause der Fußballgeschichte ist noch nicht abzusehen, dennoch laufen bei den Fußballvereinen die Vorbereitungen auf den neuerlichen Re-Start der Saison 2019/2020/2021 auf Hochtouren. Wir wollten wissen, wie sich die Situation bei den höherklassigen Vereinen aus der Region Dachau momentan darstellt. Diesmal unterhielten wir uns mit dem Spielertrainer des Fußball-Landesligisten TSV Jetzendorf, Alexander Schäffler.

Alexander Schäffler ohne Fußball – passt das zusammen?

Alexander Schäffler:Fußball ist ein großer Teil meines Lebens. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich das Kameradschaftliche sogar mehr vermisse als das Sportliche. Viele von den Jungs hier in Jetzendorf kenne ich von klein auf. Ich vermisse es, die Jungs zwei-, dreimal pro Woche zu sehen. Training und Spiele sind schön, aber das, was neben dem Platz passiert, auch.

Hast Du Hoffnung, Deine Spieler bald wieder häufiger zu sehen?

Aktuell ist es sehr schwierig zu planen. Man weiß nicht, wie es weitergeht und der nächste Schritt aussieht. Den übernächsten zu planen, ist noch schwerer.

Dafür hast Du an freien Wochenenden viel Zeit, um Profifußball zu analysieren und um daraus Dinge für deine Trainerarbeit zu gewinnen. Schaust du viel Fußball?

Am Anfang meiner Trainerzeit habe ich das schon gemacht. Mittlerweile ist aber das Gegenteil der Fall. Ich schaue wahrscheinlich sogar weniger als vorher. Vielleicht, weil ich nur noch analysieren würde und die Spiele nicht entspannt mit meinen Kumpels anschauen könnte. Und wenn ich ehrlich bin: Ich hätte aktuell mehr Lust, Kreisliga anzuschauen als Bundesliga. Fußball in leeren Stadien nimmt mich nicht so mit.

Keine zwei, drei Trainingseinheiten unter der Woche. Kein Spiel am Wochenende. Und kein oder wenig Profifußball im TV. Wie nutzt Du die freie Zeit?

Da gibt es genug Dinge. Und im Freundeskreis holen wir auch mal die Playstation raus, um online zu zocken.

Irgendwann werdet ihr wieder Fußball spielen dürfen.

Bestimmt. Und ich hoffe, dass diese Saison zu Ende gespielt wird und wir noch mindestens sieben Spiele in der Landesliga machen können. Aber ich denke auch, dass der Amateurfußball nicht der erste Bereich sein sollte, in dem es weiter geht. Wir selbst werden nicht trainieren, bis ein Ligastart in Aussicht steht.

Wie läuft es mit der Kaderplanung für die neue Saison aus?

Das ist natürlich gerade ein Thema. Wir versuchen, wie die anderen Vereine auch, die Spieler für die neue Saison zu binden, also praktisch, die Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und wir haben mit Alexander Beiz, Wojciech Swierkosz, Luis Sarisakal und Florian Radlmeier vier neue Spieler geholt. Ich bin zufrieden damit, wie der Kader aussieht.

Swierkosz ist 26 Jahre alt, die anderen drei sind um die Jahrtausendwende herum geboren. Spielte das Alter eine Rolle?

Wir versuchen, nach und nach einen Umbruch zu machen und die Mannschaft zu verjüngen. Wir wollen uns etablieren – egal, ob in der Landesliga oder in der Bezirksliga. Lieber natürlich in der Landesliga.

Ihr steht auf dem vorletzten Platz, der Rückstand auf die Relegationsplätze beträgt einen Punkt. Um die Klasse zu halten, müsst ihr in den ausstehenden Spielen gegen die sieben Gegner mehr Punkte holen als in der Hinrunde. Da waren es drei.

Das stimmt. Aber wir sind mittlerweile auf Augenhöhe. Wir haben uns an das Tempo in der Liga gewöhnt. Ich sehe an uns nicht chancenlos und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir es schaffen können – auch wenn es schwer wird.


Das Gespräch mit Alexander Schäffler führte unser Mitarbeiter Moritz Stalter.

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