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TSV E. Karlsfeld: Aufstieg in die Bayernliga zum Abschied von Trainer-Duo Jaschke/Stangl?

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Das Ziel nie aus den Augen verloren haben die Karlsfelder (im Bild Pascal Sattelberger) in den vergangenen Jahren.
Das Ziel nie aus den Augen verloren haben die Karlsfelder (im Bild Pascal Sattelberger) in den vergangenen Jahren. © hab

An das Fußballjahr 2021 werden sich die Kicker des TSV Eintracht Karlsfeld noch eine Weile erinnern, auch wenn erst einmal nicht gespielt wurde.

Karlsfeld – Karlsfeld war auf dem Weg in die Bayernliga, musste nach dem Abbruch der Spielzeit 2019/2020/2021 aber zusehen, wie der VfB Hallbergmoos eine Party feierte. Getrauert wurde nur kurz. In dieser Landesliga-Saison knüpfte der TSV Karlsfeld nahtlos an seine starken Leistungen der Vorsaison an.

Der Aufstieg ist für den Tabellenvierten bei nur drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz in Reichweite. „Wer hätte uns das zugetraut?“, fragt Trainer Jochen Jaschke. Für die Meisterschaft wird es voraussichtlich nicht reichen, zu stark agiert der SV Erlbach in der laufenden Serie. Doch damit können die Karlsfelder leben.

Quotientenregelung mit Langzeitwirkung

An der Entscheidung, die vergangene Saison unter Anwendung der Quotientenregel abzubrechen, hatte der TSV lange zu knabbern. „Es war schon sehr enttäuschend. Wir waren praktisch immer Tabellenführer und sind doch nicht aufgestiegen. Wir wussten aber auch, dass wir abrutschen werden, wenn die Quotientenregel greift“, erzählt Jaschke.

Kein Team hatte mehr Punkte geholt als der TSV Eintracht Karlsfeld (52), Hallbergmoos und Erlbach zogen aber aufgrund des besseren Punkteschnitts am Langzeitleader vorbei. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Saison zu bestätigen“, so Jaschke weiter. Allen war klar, dass das schwer werden würde.

Fünf Schlüsselspieler verabschiedeten sich

Nach dem fatalen Saisonfinale suchten fünf wichtige Eintracht-Spieler neue Herausforderungen. Mit Andre Gasteiger wechselte der beste Torjäger nach Pipinsried. Mittlerweile läuft der Angreifer für Hallbergmoos auf. Ausgerechnet für den Klub, der nach dem Abbruch aufgrund der Quotientenregel am TSV vorbeigezogen war. Auch die Offensivspieler Martin Schön und Kubilay Celik laufen in der Bayernliga auf, sie spielen mittlerweile für den VfR Garching. Burkibar Cisse stürmt nun für den SV Wörgl in der Regionalliga Tirol. Der langjährige Eintracht-Kapitän Thomas Oswald wollte kürzer treten, er befindet sich im Stand-by-Modus. „Da haben wir sehr viel Qualität verloren, vor allem in der Offensive“, sagt Jaschke.

Kaderplanung war eine Herausforderung

Die Abgänge zu ersetzen, das war im vergangenen Sommer eine große Herausforderung. Thomas Ettenberger und Dominik Schäffer kehrten vom TSV 1865 Dachau zurück zur Eintracht. Bei ihnen wussten die Karlsfelder, was sie bekommen würden. Leon Ritter hingegen war eine Wundertüte. Jaschke und sein Trainerkollege Sebastian Stangl erkannten Ritters Potenzial, dass der zum Saisonstart 20-jährige Angreifer auf Anhieb enorm helfen würde – das ahnten sie aber nicht.

Von null auf hundert: Blitzstart verzückt alle

Umso beeindruckender war der Saisonstart. Vier Siege, alle zu null – besser geht es nicht. Im Auswärtsspiel beim Topfavoriten Erlbach musste Torhüter Dominik Krüger den Ball erstmals in dieser Landesliga-Saison aus dem Tor fischen. Das 2:2 inklusive Last-Minute-Tor von Ivan Ivanovic fühlte sich dennoch wie ein gewonnener Punkt an.

Von den nächsten fünf Spielen gewannen die Karlsfelder vier, die einzige Niederlage aber war gleich ein herber Dämpfer: Gegen Unterföhring gab es ein 1:5 – inklusive einer Roten Karte für Leon Ritter. Dieser hatte kurz vor dem Spielende den Ball weggeschossen und dabei einen Gegenspieler getroffen. Und mittlerweile wussten alle Karlsfelder, dass ihr Neuzugang fehlen würde.

„Mit Leon ist uns ein Glücksgriff gelungen“, sagt Jaschke. Ritter hatte vor dem Unterföhring-Spiel in jedem seiner drei Einsätze jeweils ein Tor erzielt. Mit zehn Treffern in 16 Einsätzen führt er die Torjägerliste der Eintracht an. „Uns ist es gelungen, die Abgänge durch unsere Neuzugänge und das Kollektiv zu kompensieren. Und ich denke, dass wir aus unseren Mitteln das Maximum rausgeholt haben“, so Jaschke.

Reifeprozess nicht nur in den Zahlen ablesbar

Wie gereift die Karlsfelder Mannschaft ist, zeigte sich nach verlorenen Spielen. Es folgte kein Einbruch. Auf die vermeidbaren Niederlagen in Bruckmühl und Ampfing antworteten die Karlsfelder mit drei beziehungsweise zwei Siegen. Sie signalisierten der Konkurrenz: Wir schwächeln nicht.

Mit dem Rückrundenstart, als es draußen kälter und ungemütlicher wurde, folgte der erste kleine Einbruch. Nur ein Sieg und das 2:2-Remis gegen den starken Aufsteiger Schwaig nach dem späten Ausgleich durch Michael Dietl waren zu wenig für den TSV Eintracht Karlsfeld, um den zweiten Platz nach der Saisonhälfte zu halten. „Wir waren aber auch in vielen Spielen am Limit. Am Ende ist uns die Kraft ausgegangen, auch mental“, sagte Jaschke.

Erfolgsduo: Sebastian Stangl (links) und Jochen Jaschke haben mit der Karlsfelder Eintracht schon viel erreicht.
Erfolgsduo: Sebastian Stangl (links) und Jochen Jaschke haben mit der Karlsfelder Eintracht schon viel erreicht. © hab

Rückstand auf Erlbach beträgt zehn Punkte

Karlsfeld überwintert auf Platz vier. Der Rückstand auf den Spitzenreiter SV Erlbach beträgt satte zehn Punkte. Unterföhring auf dem Aufstiegsrelegationsplatz ist drei Punkte entfernt, der starke Aufsteiger Schwaig liegt zwei Punkte vor der Eintracht.

„Platz eins ist weg, aber der Relegationsplatz ist heiß umkämpft“, sagt Trainer Jochen Jaschke – und ergänzt mit Blick auf die Stärke des SVE: „Die Erlbacher spielen diese Saison in ihrer eigenen Liga. Das muss man anerkennen.“

Während der Spitzenreiter und auch Unterföhring hohe Siege eingefahren haben, mussten die Karlsfelder häufig bis zum Ende hochkonzentriert bleiben. „Wir müssen alles abrufen, um konkurrenzfähig zu sein. Sobald wir ein bisschen nachlassen, geht es nach hinten los. Das war in Bruckmühl, Ampfing und auch in Traunstein so.

Trainingsstart erfolgt bereits am 31. Januar

Die Eintracht startet am 31. Januar mit dem Training, sie bereitet sich fünf Wochen lang auf den Punktspielstart am 5. März gegen Rosenheim vor. Ob Simon Huber und Sebastian Schneyer dann im Aufgebot stehen, hängt von den Trainingsleistungen der beiden Neuzugänge ab. Huber studiert in München und kommt aus der A-Jugend des SB Chiemgau Traunstein nach Karlsfeld. „Er hat gute Anlagen“, beobachtete Jaschke. Schneyer ist 22 Jahre alt, wie Huber Mittelfeldspieler, und bringt die Erfahrung aus drei Spielzeiten für den unterfränkischen Bezirksligisten SV Rödelmaier mit. Beide müssen sich in der Vorbereitung gegen die Nachwuchsleute aus den eigenen Reihen durchsetzen. „Wir testen die jungen Spieler und werden den Kader dann wieder verkleinern“, sagt Jaschke. Konkurrenzkampf belebt das Geschäft. Mit dieser Herangehensweise sind die Trainer Jaschke und Stangl in den vergangenen Jahren gut gefahren. Sie trainieren den TSV seit Sommer 2017 und haben den Club in ihrer ersten Saison als Meister zurück in die Landesliga geführt. Die Entwicklung ging nach oben – mit gutem Tempo und kontinuierlich: Auf Platz neun folgte der dritte Platz in der durch die Pandemie in die Länge gezogene und dann abgebrochene Spielzeit 19/21. In dieser Saison könnte der Bayernliga-Aufstieg klappen.

Zukunft des Gespanns Jaschke/Stangl offen

Für Jaschke und Stangl wäre es die nächste Auszeichnung ihrer Trainerkarriere, die 2015 beim SV Günding begonnen hat. Ob der 39-jährige Jaschke und sein ein Jahr jüngerer Kollege Stangl in der kommenden Saison noch an der Seitenlinie stehen, ist offen. „Wir sind in Gesprächen, die Entscheidung fällt frühestens im Februar“, sagt Jaschke. „Wir sind jetzt fünf Jahre in Karlsfeld und denken über eine Auszeit nach“, so Jaschke weiter. Es wäre das Ende einer erfolgreichen Beziehung, an die sich alle noch länger erinnern würden. (Moritz Stalter)

Fahrplan

Der TSV Eintracht Karlsfeld startet am Montag, 31. Januar, in die Vorbereitung auf die verbleibenden 13 Punktspiele der Saison 2021/2022. Folgende Testspiele stehen fest:

Samstag, 5. Februar, 13 Uhr: TSV Eintracht Karlsfeld - VfB Hallbergmoos

Samstag, 12. Februar, 12 Uhr: TSV Eintracht Karlsfeld - FC Ismaning

Samstag, 19. Februar, 13 Uhr: TSV Eintracht Karlsfeld - FC Sportfreunde Schwaig

Dienstag, 22. Februar, 20 Uhr: TSV Eintracht Karlsfeld - FSV Pfaffenhofen

Punktspielstart Samstag, 5. März, 13 Uhr: TSV Eintracht Karlsfeld - SB DJK Rosenheim

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