Hinten links jubeln die Fans, auf dem Spielfeld flippen die Spieler aus: Die SpVgg Hankofen-Hailing ist gerettet.

SpVgg bleibt dank 5:0-Kantersieg und zwei Last-Minute-Treffer

Unterirdische Leistung des TSV 1865 Dachau ermöglicht Hankofens Wunder

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Der letzte Bayernliga-Auftritt der Lamotte-Elf der Saison 2018/2019 ist im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gegangen, die Leistung im Heimspiel gegen Hankofen-Hailing (0:5) war mit einem Wort zu umschreiben: desaströs.

Das Erfreulichste aus Dachauer Sicht an einem ansonsten tristen Tag war die Nachricht, dass 1865-Urgestein Hans Vogelsang mit seiner Crew weiter macht und auch in der Saison die Mannschaftsbetreuung übernimmt. Das Traditionsteam von der Jahnstraße schließt die Saison 2018/2019 mit 49 Punkten auf Tabellenplatz sechs ab, eine unter dem Strich beachtliche und anerkennenswerte Leistung nach dem Umbruch im vergangenen Sommer und Herbst. Aber Fakt ist auch, dass der Endspurt nicht die erhofften (und angestrebten) Ergebnisse gebracht hat. Abgesehen vom Sparkassenpokaltriumph gegen Karlsfeld setzt es im Monat Mai ausschließlich Niederlagen.

All jene 65-Fans, die trotz der anhaltenden Durststrecke ihres Teams auch am Finalspieltag den Weg ins Stadion an der Jahnstraße gefunden hatten verließen die Wettkampfstätte nach 90 unerquicklichen Minuten ziemlich nachdenklich - ja: sie waren entsetzt. Entsetzt ob der unterirdischen Leistung, die der TSV Dachau nach durchaus verheißungsvollem beginn.

Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte fand nach dem Schlusspfiff klare Worte für den Auftritt seiner Elf: „Ich bin sprachlos und sauer über diese peinliche Vorstellung von uns. Wir wollten für die Fans ein gutes Spiel machen - und nun gehen die mit einem komischen Gefühl in die Sommerpause. Diese Niederlage gibt der eigentlich guten Saison einen faden Beigeschmack.“

Auch 1865-Fußball-Chef Ugur Alkan war bedient: „Das war eine mehr als peinliche Vorstellung von uns, ich bin froh, dass dieses Spiel vorbei ist. Einige hatten die Saison wohl schon vor diesem Match abgehakt.“

Dabei begann Dachau recht gut, der TSV kam durch Marko Todorovic in der 8. Minute zu einer guten Chance. Die Schlüsselszene des Spiels gab’s in der 24. Minute, als 65-Toptorjäger Christian Doll den Ball aus 14 Metern an dem Innenpfosten schlenzte. Danach brach der Hankofener Sturmwirbel über die Lamotte elf herein.

Die beiden besten Gästespieler, Tobias Lermer und Daniel Hofer, stürzten 1865 von einer Verlegenheit in die andere – und das im Drei-Minuten-Takt. Der Hankofener Führungstreffer fiel in der 25. Minute durch Tobias Lermer, der nach einem Traumpass Dachaus Keeper Marco Jakob außerhalb des Strafraumes überspielte und den Ball dann in das leere Tor schob.

Lermer machte auch das 2:0 in der 33. Minute, er musste nach einem unwiderstehlichen Solo von Daniel Hofer nach dessen Traumflanke nur noch den Fuß hin halten. Und nur 120 Sekunden später erhöhte Daniel Hofer sogar noch auf 3:0, er schloss ein Traumsolo über die rechte Seite mit einem Schuss aus 14 Metern erfolgreich ab.

Zur Halbzeit meinte Ugur Alkan: „Das war gar nichts, wir lassen dem Gegner viel zu viel Platz. Hoffentlich wird es nach der Pause besser.“

Diese Hoffnung erfüllte sich nicht, denn ab der 46. Minute verwaltete Hankofen das Ergebnis und 1865 fand kein Mittel, zurück ins Spiel zu finden. Tobias Richter stellte in der 82. Minute auf 4:0 für die SpVgg, er traf nach einem weiteren Sololauf von Daniel Hofer über die rechte Außenbahn. Und den Schlusspunkt zum 5:0 erzielte Daniel Gnjidic in der 90. Minute.

Wenig später durften die Gäste noch einmal richtig jubeln, denn mit diesem Sieg haben sie ein kleines Fußballwunder geschafft. Damit Hankofen-Hailing den Sprung ans rettende Ufer schaffte musste Sonthofen in Vilzing verlieren. Und genau das trat ein, die Vilzinger schickten mit ihrem Jokertor durch Josef Högerl in der 90. Minute die Sonthofener in die Relegation. Wichtig für Hankofen-Hailing war auch der 3:2-Siegtreffer für Schwabmünchen im Auswärtsspiel beim FC Ismaning in der 93. Minute, auch Ismaning muss so in die Relegation. Damit war das Hankofener Wunder geschafft, der Busfahrer der Gäste meinte nur trocken: „Jetzt nehmen mir die Jungs auf der Heimfahrt den Bus auseinander, aber egal – wir bleiben in der Liga.“

Stenogramm

TSV 1865 Dachau - SpVgg Hankofen-Hailing 0:5 (0:3)

TSV 1865 Dachau: Marco Jakob, Fabian Lamotte, Alexander Weiss (46. Mario Maric), Merlin Höckendorff, Nickoy Ricter (69. Enis Kavkazi), Dominik Schäffer, Nikolaus Grotz, Stefan Vötter, Marko Todorovic, Christian Doll (80. Arigon Zejnullahi), Burhan Bytyqi

SpVgg Hankofen-Hailing: Mathias Loibl, Matthias Lazar, Mateusz Krawiec (67. Jakob Vogl), Tobias Richter, Daniel Rabanter, Brian Wagner, Timo Sokol, Daniel Hofer, Benedikt Gänger, Tobias Lermer (63. Daniel Gnjidic), Tobias Beck (87. Noah Winter)

Schiedsrichter:Michael Kögel

Zuschauer:100

Tore: 0:1 (26.) – Tobias Lermer. 0:2 (32.) – Tobias Lermer. 0:3 (36.) – Daniel Hofer. 0:4 (83.) – Tobias Richter. 0:5 (85.) – Daniel Gnjidic.

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