Erwischte einen Sahnetag: Maximilian Hotz. Mit vier Treffern schoss er den ATSV zurück in die Kreisliga.
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Erwischte einen Sahnetag: Maximilian Hotz. Mit vier Treffern schoss er den ATSV zurück in die Kreisliga.

„Richtig glücklich und zufrieden“

Vierfacher Hotz führt ATSV Kirchseeon in die Kreisliga

  • Wolfgang Herfort
    vonWolfgang Herfort
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Rein in die Geschäftsstelle, raus aus der Geschäftsstelle. Auf und Ab. Werner Weber fand keine Ruhe. Der Kirchseeoner Abteilungsleiter glich einem Tiger im Käfig.

Kirchseeon – Dabei waren „seine“ Spieler mit einem 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel in die entscheidende Partie vor heimischem Publikum gegangen. Den Aufstieg in die Kreisliga zum Greifen nahe. Doch wie zuletzt in München konnte ihn die Partie nicht zufrieden stimmen. Dabei passte das Ambiente, die Führung, die Kulisse, die Zuschauerzahl. Nur eben nicht das Spiel, das anfangs dem Motto gehorchte: der eine, der FC Alemannia, kann nicht, der andere, der ATSV Kirchseeon, will nicht. Und war der Wille dann doch einmal vorhanden, so wurden die daraus resultierenden Chancen vergeben.

Während die Trommlergruppe der Perchten den Rhythmus vorgab, blieben die Mannschaften erstaunlich passiv. Dass die Münchner einen Rückstand aufzuholen hatten, wurde nicht deutlich.

„So etwas brauche ich nicht öfter“

Der Beginn von Maximilian Hotzs Gala-Vorstellung zauberte einen Anflug von Lächeln in Webers Gesicht. Das 1:0 wurde von Spielern und Funktionären der künftigen Kreisligagegner aus Grafing und Pframmern wie eine Entscheidung kommentiert: „Die sind gut weiter“, so ein erster Abgesang auf die Alemannen. Webers Reaktion: die Terrasse links rauf und zurück. „Platten zählen“, nannte er sein Verhalten scherzhaft. Gesamt lag der ATSV mit 3:0 vorne, was sollte da noch passieren? FC-Goalgetter Josip Vrhovac – sträflich allein gelassen – gab die Antwort – 1:1. „Sag ich doch, der Kas ist noch nicht bissn“, unkte Weber.

Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit kam aber Leben in die Kirchseeoner. Der Pausentee wirkte. Und Max Hotz drehte richtig auf, traf zum 2:1 und 3:1. ATSV-Manager Sepp Marhoffer stöhnte: „So etwas brauche ich nicht öfter.“ Und auch Weber schien die ersten Glückwünsche von Bürgermeister Udo Ockel am liebsten zu vergessen, denn die Münchner kamen auf 2:3 heran. Währenddessen vergaben die Kirchseeoner Chancen, die gereicht hätten, eine Halbserie zu gewinnen. Ex-Vorstand Bernd Zitterbart klagte: „Unser altes Problem, keine Tore.“ Dabei hatte er die Rechnung ohne Hotz gemacht. Der löste mit seinem vierten Streich den Knoten und machte nicht nur seinen Abteilungsleiter Werner Weber „richtig glücklich und zufrieden“.

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