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Fußballer am Boden. Wie geht es weiter mit der Saison? Stehen die Kicker noch einmal auf, oder bleiben Sie bis zur neuen Runde liegen? 

Der BFV-Kreisvorsitzende Slawinski über die Anpassungen der Spielordnung

Bernhard Slawinski: „Sinnhaftigkeit immer wieder hinterfragen“

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Der BFV-Kreisvorsitzende im Kreis München, Bernhard Slawinski, begrüßt die jüngsten Anpassungen in der DFB-Spielordnung, sieht aber dennoch Grenzen.

Landkreis – In Bezug auf ein mögliches Wiedereinstiegs-Szenario in den Spielbetrieb hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitagnachmittag mit umfassenden Anpassungen in der Spiel- und Jugendordnung Zeit und Flexibilität verschafft. So wurde der Grundsatz, nachdem ein Spieljahr zum 1. Juli eines Jahres beginnt und zum 30. Juni des folgenden Jahres endet, für die nächsten 15 Monate aufgehoben.

Das beschlossene Maßnahmenpaket gebe den zuständigen Landes- und Regionalverbänden die Chance, flexibel auf die aktuelle Ausnahmesituation zu reagieren, erklärte der DFB-Vize- und BFV-Präsident Rainer Koch aus Poing. „Das bedeutet, die laufende Saison kann, sofern nötig, in allen Spielklassen verlängert werden und das Spieljahr 2020/2021 zu einem späteren Zeitpunkt beginnen oder notfalls sogar entfallen.“

Entsprechende Regelungen zu Spielberechtigungen, Wechselfristen und Verträgen mit Spielern können dementsprechend auf die Zeit nach dem 30. Juni angepasst werden. Sollte ein Saisonabbruch vollzogen werden, sind zudem Sonderregelungen bei Auf- und Abstieg möglich.

Auch Junioren bleiben für ihre Jahrgänge spielberechtigt

Besonders wichtig für den Nachwuchsfußball ist folgende Anpassung in Paragraf § 5 zu erwähnen: „Juniorinnen und Junioren bleiben auch dann noch für ihre Altersklasse der Spielzeit 2019/2020 spielberechtigt, sollten Meisterschaftsspiele ihrer Mannschaft nach dem 30. Juni 2020 stattfinden. Für den jeweils ältesten spielberechtigten Jahrgang können die Landesverbände des DFB allerdings ein Datum festlegen, an dem das Spielrecht für die jeweilige Altersklasse verfällt.“ In diesem Zusammenhang betonte Bernhard Slawinski, BFV-Kreisvorsitzender München, im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung, dass die Maßnahmen-Flexibilität im Jugendbereich generell viel größer als im Seniorenbereich sei. „Theoretisch kann es da auf Kreis- und Bezirksebene sogar unterschiedliche Lösungen geben. Beispielsweise wäre es im Kreis München möglich, bis zu drei U 20-Spieler in der A-Jugend einzusetzen.“

Slawinski: „Wir müssen die Sinnhaftigkeit immer wieder hinterfragen“

Unabhängig von Altersklassen sind Slawinski bei allen künftigen Schritten zwei Aspekte besonders wichtig: „Wir müssen die Sinnhaftigkeit, die Saison weiter durchzuziehen, immer wieder aus gesundheitlichen Gründen ernsthaft hinterfragen. Die Entscheidungen werden aber letztlich nicht am Grünen Tisch getroffen, sondern aus einem Meinungsbild aller Vereine heraus, welches wir aus den laufenden Webinaren und regionalen Gesprächsrunden gewinnen.“ Letztendlich sei in den Überlegungen zu Fortsetzung oder Abbruch der Saison unbedingt auf eine möglichst flächendeckende und einheitliche Lösung unter Berücksichtigung der politischen Leitlinien hinzuarbeiten.

Obwohl nach der neuen Beschlusslage des DFB die Fortsetzung der Spielzeit theoretisch sogar ins Frühjahr 2021 gelegt werden könnte, lässt sich die Pausentaste für die im März unterbrochene Spielzeit 2019/20 vermutlich nicht mehr allzu lange gedrückt halten. „Bei der Jugend sehe ich die Grenze in ein paar Wochen erreicht“, sagt der BFV-Kreisvorsitzende. „Generell lassen sich gerade aber keine Prognosen abgeben. Entscheidend wird sein, wie die Regelungen nach dem 19. April (vorläufiges Ende der aktuellen Ausgangsbeschränkung, d. Red.) aussehen.“ So oder so hätte eine möglicherweise doch noch ausgespielte Rückrunde auch für Bernhard Slawinski gefühlt „nichts mehr mit der Hinrunde zu tun“.

Text: Julian Betzl

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