Ein (zu)packendes Duell lieferten sich SCBV (l. Torwart Solomon Arewa) und VfB (r. Dimitar Kirchev).
+
Ein (zu)packendes Duell lieferten sich SCBV (l. Torwart Solomon Arewa) und VfB (r. Dimitar Kirchev).

SCBV zieht Motivation aus der Derby-Niederlage

SC Baldham hält gegen VfB gut mit - Bürgermeier: „Dem Goliath haben wir auch gut Paroli geboten“

  • VonJulian Betzl
    schließen

Trotz kämpferischer Leistung verliert der SC mit 0:2. Während der VfB, der Konkurrenz auf und davon läuft, steht der SCBV drei Punkte hinterm rettenden Ufer.

Vaterstetten/Forstinning – Ganz unprätentiös hatte Stefan Bürgermeier im Vorfeld des Landkreisderbys den David-gegen-Goliath-Vergleich bemüht. „Und dem Goliath haben wir auch gut Paroli geboten“, freute sich der Übungsleiter des SC Baldham-Vaterstetten besonders über die drei Nachlader aus der eigenen Steinschleuder in der Schlussphase, die den siegessicheren Bezirksliga-Giganten beinahe noch verwundet hätten.

Das Siegerbierchen im launigen Mannschaftskreis ließen sich im Biergarten des Vaterstettener Sportzentrums letztlich doch die Favoriten aus dem Norden schmecken. Obgleich die letzten 20 Spielminuten gar nicht nach dem Geschmack der Forstinninger Verantwortungsträger waren. „Wir haben es den Paraden von Marko (Torwart Susac, Anm. d. Red.) und einem Lattentreffer zu verdanken, dass wir diese Phase unbeschadet überstanden haben“, betonte VfB-Fußballchef Thomas Herndl und merkte zudem das von Felix Füchsl verpasste 3:0 an. „Ich sehe ja die Baldhamer auch besser als ihren derzeitigen Tabellenstand und wir waren auch von ihrem 3:3 gegen Saaldorf gewarnt, wo sie einen Rückstand von drei Toren noch aufgeholt haben.“

Umso ärgerlicher sei der abrupte Leistungsabfall der Forstinninger Gästemannschaft um die 70. Minute herum gewesen. Trotzdem hätte Herndl einen 2:0-Derbyerfolg im Vorfeld ohne Nachfragen sofort unterschrieben. Entsprechend gut war die Stimmung im Nachhinein.

Interessanterweise wollten sich die Baldhamer ihre Aufbruchstimmung der vergangenen Wochen weder durch die dritte Derby-Heimschlappe in Serie noch die unverändert dürftige Tabellensituation eintrüben lassen. Im Gegenteil: „Wir kommen hundertprozentig da unten raus!“, kündigte SCBV-Abteilungsleiter Helmut Lämmermeier an. „Ich bin da in keinster Weise nervös, weil die Mannschaft auf einem guten Weg und die nötige Qualität im Kader wieder da ist.“ Für Lämmermeier sei der in der Schlussviertelstunde „rumtobende“ VfB-Trainer Ivica Coric gar ein indirektes Kompliment für die unnachgiebige Heimelf gewesen. „Unterm Strich ist Forstinnings Sieg nicht unverdient, aber wenn nur ein Tor für uns fällt und das Spiel kippt, können sie sich über ein Remis nicht beklagen.“

„Man hat schon gemerkt, dass es am Toreschießen hapert“

Thomas Herndl vom VfB über den SC Baldham

Nur wäre den Baldhamern im Tabellenkeller mit einem Remis alleine nicht geholfen, vermutet Thomas Herndl: „Man hat schon gemerkt, dass es am Toreschießen hapert. Sie müssen in ihrem sehr tiefen und breit ausgelegten Spiel mehr Konsequenz nach vorne entwickeln. Wir drücken unserem Landkreis-Nachbarn jedenfalls die Daumen, dass sie in der Liga bleiben.“

Dass man selbst nicht über einen Knipser vom Format eines Sven Jajcinovic verfügt, sieht auch Stefan Bürgermeier als markanten Qualitätsunterschied zum Ligaprimus VfB an. „Trotzdem muss uns diese Leistung positiv für das viel entscheidendere Spiel gegen Bad Endorf und die richtungsweisenden nächsten Wochen stimmen. Mit dieser Niederlage können wir leben.“ Vorübergehend werde man weiter an der Steinschleudertechnik tüfteln. Und bis zum Rückspiel Anfang Mai möchte der SCBV dem David-Erscheinungsbild sowie dem Tabellenkeller dann bestenfalls entwachsen sein. (JULIAN BETZL)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare