1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Ebersberg

Spielabbruch bei C-Klassen-Test: Kopfnuss, Faustschlag oder Schwan?

Erstellt:

Von: Olaf Heid, Dieter Priglmeir

Kommentare

Ein sportlicher Vergleich in der Vorbereitungszeit dient zum Einspielen auf die Punktrunde. Aber sicher nicht, um dem Sportgericht des BFV schon vorher Arbeit zu bescheren.

Markt Schwaben – So wie im Duell zweier C-Klassisten in Markt Schwaben. Über die Geschehnisse an sich gibt es aber von den Beteiligten nun doch voneinander abweichende Versionen.

In Minute 77 des Testspiels der SG-Reserve gegen den FC Türkgücü Erding II (Stand 1:2) hatte der Schiedsrichter nach einer erneuten Rudelbildung abgebrochen.

SG Markt Schwaben: Verletzter Spieler zieht Anzeige in Betracht

In einem „Sonderbericht zu besonderen Vorkommnissen“ schreibt der Unparteiische, dass drei Minuten zuvor ein TG-Spieler die Rote Karte gesehen hatte. „Nachdem er den Ball nach vorne gespielt hatte, drehte er sich zu einem Gegenspieler um und schlug diesen mit der Faust ins Gesicht.“

Die Markt Schwabener Offiziellen sprechen dagegen von einer „Kopfnuss“, und laut TG-Pressesprecher Gökmen Uluhan war es nicht mal das: „Nach einem Zweikampf hat der Schwabener Spieler nochmal nachgetreten.“ So habe man es ihm geschildert, so Uluhan, der selbst nicht vor Ort war. „Und dann hat sich der Schwabener wie ein sterbender Schwan fallen lassen.“ Der Schiedsrichter, so Uluhan, habe die Aktion nicht gesehen und nur auf Zuruf reagiert. „Faustschlag? Unsinn.“

Schmerzhaft scheint der Kontakt dennoch gewesen zu sein, zumindest meldete die SG Markt Schwaben, dass ihr Spieler „mit einer Platzwunde unter dem Auge gezeichnet wurde“ und nun eine Anzeige in Erwägung zieht.

SG Markt Schwaben: Testspiel nach Zuschauerbeleidigung abgebrochen

Der Referee bat dann die Kapitäne, das Spiel friedlich zu Ende zu spielen. Bei einem weiteren Vorfall würde er abbrechen. Beide Spielführer stimmten zu. Drei Minuten später war schon wieder alles anders. Nach taktischem Foul eines Gästespielers direkt vor der Schwabener Ersatzbank, laut Sonderbericht, „schrie ein Zuschauer ,du Bastard‘ zum Spieler, der das Foul verursacht hat, worauf es erneut zur Rudelbildung kam“.

Der Pöbler „war ausgerechnet der, der mit uns das Spiel vereinbart hatte“, sagt Uluhan. „Mit der Bierflasche in der Hand“ habe er sich in der Wortwahl völlig vergriffen. Dass es dann zum Abbruch kam, sei verständlich, so Uluhan. „Aber den haben wir nicht verursacht. Und schon gar nicht unsere Zuschauer. Es standen eh nur zwei Jungs von uns draußen.“ Dass sich die SG-Verantwortlichen im Nachhinein für dieses Verhalten ihres Fans entschuldigt und „intern schon Konsequenzen gezogen“ haben, sieht er als weiteren Beleg dafür, dass sein Team nichts für den Abbruch kann.

Die SG sieht das anders: Der eigentliche Grund für den berechtigten Spielabbruch sei das gefährliche Einsteigen der Gäste-Elf im Anschluss an die Tätlichkeit. „Es schien, dass der Fußball bei unseren Gästen nicht mehr vorrangig war, und wir mussten um die Gesundheit unserer Spieler fürchten“, teilte SG-Funktionär Wolfgang Kirmaier (FC Falke) mit.

Uluhan wundert sich: Nein, den Abbruch habe schon der pöbelnde Schwabener verursacht. Ganz ungeschoren lässt er aber den TG-Rot-Sünder nicht. Die BFV-Strafe für den Platzverweis müsse dieser selbst zahlen. Uluhan: „Er hätte sich auf den ganzen Scheiß einfach gar nicht erst einlassen dürfen. Das war total bescheuert.“

Auch interessant

Kommentare