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Dominik Tandler machte feste Zusagen bei Grafing, Vilslern und 1180 München.

Aufgeflogen: 27-Jähriger wollte auf drei Hochzeiten tanzen

Dominik Tandler mit Zusagen bei Grafing, Vilslern und 1880 München

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Dominik Tandler sollte der neue Trainer der Grafinger Fußballerinnen werden. Doch diese stellten fest, dass er auch bei dem TSV Vilslern und beim SV 1880 München fest zugesagt hatte.

Grafing – Die Abteilungsleitung der Grafinger Fußballerinnen dachte, ihr sei mit der Verpflichtung von Dominik Tandler der große Wurf gelungen. Der 27-jährige sprang vor wenigen Wochen als Coach der Bezirksoberliga-Mannschaft ein, machte ein „überragendes Training“, wie ihm Abteilungsleiter Robert Haseitl bestätigte, und sagte dem Verein zu, auch in der kommenden Saison die Erste zu trainieren. Die Grafinger waren allerdings nicht die einzigen. Mit dem Versprechen, als Trainer tätig zu werden, ging Tandler offenbar sehr spendabel um. Auch beim TSV Vilslern hatte er seine Mitarbeit für die Saison 2019/20 angekündigt. Allem Anschein nach mit größerem Ernst, denn Tandler versuchte in Grafing, Spielerinnen zum Wechsel zu dem Verein in der Nähe von Landshut zu animieren. Für die Grafinger Abteilungsleitung war damit der Kanal voll. „Ziemlich deutlich“, so Jürgen Daser, Technischer Leiter der Bärenstädter, wurde Tandler geraten, sich „nicht mehr blicken zu lassen“.

Dass diese Maßnahme mehr als angebracht war, erfuhren die Grafinger im Zuge der Berichterstattung der Ebersberger Zeitung. Es meldete sich bei ihnen Melissa Klug, Spielführerin der Damenmannschaft des SV 1880 München. Auch dort ist Dominik Tandler kein Unbekannter. „Wir sind mit ihm seit Anfang März in Kontakt. Er hat uns für nächste Saison als Coach zugesagt“, bestätigte die Spielerin. Auch die Münchnerinnen waren froh, einen kompetenten Trainer gefunden zu haben. „Es hat alles gepasst, seine Ideen waren vielversprechend. Ein Kennenlern-Wochenende auf einer Hütte, ein fünftägiges Trainingslager in Kroatien, spezielle Fitness-Einheiten. Wirklich gut.“ Vorschläge, die in dieser Weise übrigens auch in Grafing getätigt wurden.

Stutzig wurden die Münchnerinnen, als Tandler über mehrere Wochen immer neue Ausreden vorbrachte und sich nicht mehr blicken ließ. „Von zusätzlicher Arbeit und Überlastung war die Rede, von einer neu gegründeten Hausmeisterfirma, mit der er auch unseren Rasenplatz herrichten wollte“, so Klug. Als die 1880-Frauen dann aus der Ebersberger Zeitung erfuhren, dass ihr potentieller Trainer sie offenbar hinters Licht geführt hat, sei ihnen klar geworden, dass die „Warnungen, die wir schon zuvor vom FFC Wacker bekommen hatten, gerechtfertigt waren. Aber wir wollten ihm eben eine Chance geben und uns ein eigenes Bild von ihm machen.“

Dass Dominik Tandler sich zuvor auch beim TSV Solln ins Gespräch gebracht hatte, wussten die Münchnerinnen übrigens. Wechselt doch ihr derzeitiger Trainer Michael Kiefer nach der Saison dorthin. „Jetzt brauchen wir einen Trainer“, klagte Melissa Klug, „denn Tandler wird bei uns garantiert nicht anfangen.“

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