Wurfgewaltig: Die Handballer von Forst United um Milan Pekic ließen sich von den Anzinger Gästen nicht aufhalten. foto: stefan rossmann

Handball

Ebersberg lebt es Anzing vor

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Es war ein Handballderby, an das sich beide Mannschaften noch lange erinnern werden. Die Ebersberger Gastgeber wegen einer leidenschaftlichen Vorstellung, die Anzinger Gäste wegen eines unbegreiflichen Einbruchs. Forst United gewann unerwartet deutlich und verdient mit 31:23 (15:12) Toren.

VON OLAF HEID

Ebersberg – Nach gut 18 Minuten schien alles seinen erwarteten Gang zu nehmen. Die Männer des SV Anzing II lagen im Handball-Derby der Bezirksoberliga in Ebersberg erstmals mit vier Toren in Front, nachdem Florian Zirnbauer auf 11:7 gestellt hatte. Doch danach folgte aus Sicht der favorisierten Gäste ein unerwarteter Einbruch.

Denn Andreas Piske, Trainer des TSV EBE Forst United, hatte kurz zuvor bereits die Auszeit genommen, in der er die wohl entscheidende, taktische Veränderung vornahm: „Wir haben auf eine offensivere Deckungsvarian-te umgestellt, und mit der ist Anzing nicht zurecht gekommen“, freute er sich. Denn durch das frühere Stören wurde das Positionsspiel der Gäste so gut wie lahm gelegt. Fast elf Minuten lang gelang dem SVA kein Treffer. Ebersbergs lauffreudige Männer hingegen drehten den Spieß mit einem 7:0-Lauf um (14:11) und waren mit ihrem schnelleren Spiel fast nicht mehr aufzuhalten.

„Der SVA hat seine Linie verloren, während wir in die Breite gut gespielt und unsere Linie beibehalten haben, auch wenn wir Fehler gemacht haben“, erklärte Piske den Unterschied. Selbst eine Auszeit von SVA-Coach Kay Hoffmann konnte den Erfolgslauf der Gastgeber nicht stoppen.

Und auch als die Bayernliga-Reserve nach Seitenwechsel auf 14:15 (33.) verkürzte, kam keine Unruhe bei den Ebersbergern auf. „Wir sind stabil geblieben“, hatte Piske allen Grund, stolz auf seine Truppe zu sein. Drei Tore von Georg Riedmaier sowie zwei von Yannick Bross bauten den Vorsprung in Windeseile wieder aus (20:14/38.).

Die Gäste hingegen kassierten Zeitstrafen, haderten mit den Schiedsrichtern, blieben vieles schuldig. Christian Dirnbergers geschickter Heber fast von der Aus-Linie zum 26:19 (51.) war hingegen eine Demonstration des United-Selbstvertrauens.

Hoffmann gratulierte nach der 23:31-Pleite fair. Ebersberg habe seinem Team genau gezeigt, worauf es ankomme: „Einsatz, Leidenschaft, Motivation.“ Eigenschaften, die seine Löwen vermissen ließen. Der Rivale aus der Kreisstadt habe darum völlig verdient gewonnen.

Ebersberg: Thomas Holzner (TW); Sebastian Merker (1), Stefan Schablowski (3), Yannick Bross (6), Leonhard Riedmaier, Milan Pekic (4), Maximilian + Georg Riedmaier (9/5), Sebastian Schechner, Benedikt Gigler (2), Christian Dirnberger (5), Jakob Stocker, Dominic Groß (1).

Anzing II: Fabian Fiedler und Felix Mögel (im Tor); Raphael Finsterhölzl, Tobias Meyer (2), Philipp Batzer, Michael Bierle (1/1), Jonas Kiefel, Jakob Rappold (1), Florian Ehrenstorfer (5), Felix Huber (6/5), Florian Zirnbauer (8/2), Christopher Tweedale.

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