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Ex-Löwe Krontiris: „Ich arbeite heute bei der Post“

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Emmanuel Krontiris lief von 2004 bis 2006 im Trikot der Löwen auf. Für die U21 Deutschlands war er dreimal am Ball. © mis

Ex-Profi Emmanuel Krontiris führt inzwischen ein Leben abseits der großen Fußball-Bühne. Der 35-Jährige engagiert sich als Jugendtrainer beim TSV Grafing und arbeitet für die Post.

Emmanuel Krontiris galt als hoffnungsvolles Stürmertalent. Nach seiner Ausbildung bei Hannover 96 unter Trainer Mirko Slomka zählte er zu den großen Sturmhoffnungen des DFB. Unter Uli Stielike lief der Deutsch-Grieche für die U19-Nationalmannschaft sechs Mal im DFB-Trikot auf. Es folgten zwei Länderspiele für die U20 und drei für die U21. Ein A-Länderspiel blieb dem Stürmer versagt. Dennoch ist der heutige Trainer der B-Jugend des TSV Grafing zufrieden mit seiner Karriere. Krontiris wirkt glücklich als er sich Zeit für ein Interview mit Fussball Vorort nimmt. 

Die lange Suche nach der richtigen Station und Lebensaufgabe scheint sich für den Ex-Profi nach seiner sportlichen Laufbahn mit elf Vereinen erledigt zu haben. In Grafing hat der heute 35-Jährige beim TSV sein Glück fernab vom harten Profi-Geschäft gefunden. „Ich bin glücklich mit meiner B-Jugendmannschaft. Das reicht mir. Ich habe meine Frau, meinen Sohn und meine Tochter. Mit ihnen und meiner Rolle als Familienvater bin ich überglücklich. Ich bin ein vollkommen zufriedener Mensch", so der Ex-Löwe. 

“Na klar hätte ich mehr rausholen können“

Er weiß, wie schnell es nach unten gehen kann. Nach vielen Stationen und vergeblichen Versuchen in der 2. Liga hat Krontiris einen Neuanfang gewagt und die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Abseits des Fußballs verspürt er keinen Druck mehr. „Ich bin jemand, der seinen Freiraum braucht. Sonst kommt das südländische Temperament durch."

Persönliches Fehlverhalten des Stürmers und fehlendes Vertrauen seiner Trainer, führten schlussendlich zum Karriereknick. „Na klar hätte ich mehr raus holen können aus meiner Karriere. Da habe ich sicherlich nicht alles richtig gemacht. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer'', bilanziert das ehemalige DFB-Talent. Der einfachste Typ, gibt Krontiris selbskritisch zu, sei er nicht gewesen. Ein Trainer, der an einen Spieler glaubt, ist seiner Meinung nach wichtig. Diesen hatte er in in seiner Zeit als Jugendspieler gefunden. „Mirko Slomka war der Trainer, der mich geprägt hat. Er schenkte mir Zuspruch und führte mich auf den Weg in die Bundesliga."

Profi-Debüt mit 17 Jahren

Dass die Karriere trotz großen Talents ein glanzloses Ende im Amateurlager gefunden hat, sieht der Deutsche Meister von 2002 gelassen und ohne Groll. „Man darf nicht vergessen, dass ich schon mit 17 Jahren mein Profi-Debüt in der Bundesliga absolviert habe. Das war eine sehr lange und intensive Zeit. So etwas zu erleben ist nicht alltäglich. Im Endeffekt blicke ich auf eine schöne Zeit zurück.''

Der Grafinger B-Jugendtrainer blieb in seiner fußballerischen Laufbahn zwar unter seinen Möglichkeiten, dennoch war er mehr als zehn Jahre Profi. Dass er immer noch exzellent mit dem Ball umgehen kann, hat der Stürmer Mitte Januar bei einem Benefiz-Hallenturnier in Regensburg mit einigen ehemaligen Löwen-Stars gezeigt. „Das war eine sehr schöne Sache noch mal mit den Ex-Profis zu spielen. Als Turniergewinner abzuschließen ist einfach toll", erinnert sich Krontiris. 

Ein Tag mit tollen Erinnerungen und vielen alten Bekannten. In seiner neuen Wahlheimat Grafing wartete am nächsten Morgen wieder der Alltag. Im Jahr 2002 gehörte er noch zum Meisterschaftskader des BVB. Heute arbeitet Krontiris „in einem ganz normalen Job, nichts Außergewöhnliches." Er ist Angestellter bei der Post und liefert inzwischen Pakete aus. 

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