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Das Risiko schwingt immer mit. Konrad Rauch, Vorsitzender des FC Parsdorf, zum Thema Training in Corona-Zeiten.

Konrad Rausch über den Trainingsstart bei seinem Verein

FC-Parsdorf-Vorsitzender: „Ich sehe uns nicht als Versuchskaninchen!“

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Zu hohes Risiko. Noch keine Notwendigkeit in Bezug auf den Re-Starttermin der Punkterunde. Konzeptionell nicht durchführbar. Ungeklärte Haftungsfragen. Schlichtweg unsinnig.

Parsdorf – Nur ein Auszug der Bedenken, die Verantwortungsträger in bayerischen Fußballvereinen ins Feld führen, wenn es um die eingeschränkte Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs geht.

Viele Ehrenamtler wurden „überrumpelt“, als die Staatsregierung überraschend auch dem Mannschaftssport unter Auflagen grünes Licht anbot. Losgefahren ist im Landkreis Ebersberg bislang keiner von ihnen. Mitunter fehlen ohne Vorwarnung und Anlauf in erster Linie behördliche Freigaben der Sportanlagen sowie Hygiene-Konzepte. Aber auch Überzeugung und Handlungswille.

Im Corona-Zeitalter gehört nun der FC Parsdorf zu den Fußball-Pionieren. Am morgigen Dienstag soll ab 19.30 Uhr an der Purfinger Straße 20 wieder der Ball rollen.

„Uns geht es nicht darum, einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen“, erklärt Vereinsvorstand Konrad Rauch. „Unser Beweggrund für die Wiederaufnahme ist, dass unsere Mitglieder nach langer Zeit wieder ihrem Hobby nachgehen können. Auch wenn es nicht in bekannter Form stattfindet, kann das Training die weichen, sozialen Faktoren in einer Mannschaft unterstützen.“

Die Bedenken seiner Kollegen in anderen Klubs teilt Rauch durchaus. „Aber wir werden uns mit dem Thema Corona noch lange auseinandersetzen müssen. Wie lange soll man also warten?“

Am Dienstagabend wollen die Parsdorfer Herrenfußballer einen Schritt nach vorne, in eine neue Normalität gehen. Dessen Diskussionswürdigkeit streitet Konrad Rauch gar nicht ab. Er ist aber auch davon überzeugt, ihn bestmöglich vorbereitet zu haben. Im Austausch mit der Gemeinde wurden Hygiene-Regeln und ein Belegungsplan ausgearbeitet, der vorerst nur die beiden Herrenmannschaften aufführt. „Wir möchten die Jugendteams in dieses Konzept übernehmen, brauchen dafür aber noch mehr Vorlauf, beispielsweise um zu schauen, ob wir genügend Übungsleiter haben“, erklärt Rauch.

Vorerst werden die Kreisklasse-Kicker der besseren Übersicht halber nur auf dem rundum eingezäunten Spielfeld trainieren. Vorab muss sich jeder Trainingsgast anmelden und mit einer Unterschrift bestätigen, dass er sich dem Risiko bewusst und gesund ist, keinen Kontakt zu einer Risikogruppe hat und sich eigenverantwortlich an die Vorgaben des Vereins hält. Vorort werden alle Teilnehmer detailliert von Konrad Rauch und dem stellvertretenden Jugendleiter Franz Hobmeier zu den Verhaltensregeln auf dem Platz gebrieft. Als Rauchs Vorgänger hat Hobmeier den FCP zehn Jahre lang angeführt und übernimmt nun die wichtige Rolle des „Corona-Beauftragten“ für die Koordination und Anlaufstelle für Fragen rund ums Thema. Die sorgfältige Dokumentation der Einheiten fällt ebenso in sein Aufgabengebiet. So wird im „Corona-Trainingsprotokoll“ dokumentiert, welcher Übungsleiter welche Spielergruppe betreut, wenn der Platz in drei Abschnitte á zehn Personen eingeteilt wird. Damit lassen sich im Ernstfall Infektionsketten nachverfolgen. „Wenn wir aber nicht zweifelsfrei ausschließen können, dass sich andere Teilnehmer angesteckt haben, werden wir den Trainingsbetrieb sofort dichtmachen.“

Gewisse Punkte habe man für das eigene Konzept aus den Verhaltenshinweisen des BFV übernommen, sagt Konrad Rauch. „Aber nicht alle. Torwarthandschuhe oft zu desinfizieren, ist momentan nicht machbar.“ Ein hohes Maß an Eigenverantwortung bei den Spielern dürfte die Voraussetzung für ein Gelingen der Parsdorfer Pionierarbeit sein. „Das Risiko schwingt immer mit“, sagt Rauch, „aber wenn sich jeder mit gesundem Menschenverstand an die Regeln hält, funktioniert’s.“ Ganz klar, an die Trainer werde in der Praxis eine größere Verantwortung weitergegeben. Notfalls können sie mit Ausschlüssen reagieren. Was die Verantwortlichkeit und letztlich die juristische Haftung bei einem Infektionsfall betrifft, erklärt Rauch, dass er diese Frage nicht im Detail beantworten kann. „Ich fühle mich aber einigermaßen sicher, wenn ich die gesetzlichen Vor- und Maßgaben erfülle, meiner Sorgfaltspflicht nachkomme und nicht fahrlässig handle.“

In seiner neuesten Einlassung zum Thema Haftungsfragen unterstützt der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) Rauchs Rechtsauffassung: „Soweit die staatlichen Vorgaben umgesetzt und ordnungsgemäß überwacht werden, dürfte das Haftungsrisiko des Vorstands im Ergebnis überschaubar sein.“ Nur könnte beim Konjunktiv II (dürfte) im Ernstfall die juristische Gratwanderung beginnen. Eines betont Konrad Rauch bewusst: „Ich sehe uns nicht als Versuchskaninchen. Es muss irgendwann weitergehen.“

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