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Ehrgeizige Ziele: Lenny „Lenno“ Graven vom TSV Grafing im Nationaltrikot. foto: privatEinladung zum Training der ErstenFünffachbelastung eines Gymnasiasten

Volleyball

Gravens größter Gänsehautmoment

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Der Grafinger Volleyball bringt seit Jahren immer wieder Top-Talente hervor. Lenny Graven (15) ist einer der Nachwuchsspieler, denen eine große Karriere prophezeit wird.

VON JULIAN BETZL

Grafing – Das erste Mal den Adler auf der Brust, das erste Mal die Nationalflagge vor Augen, das erste Mal „Einigkeit und Recht und Freiheit“ intonieren. Dieser Moment, unmittelbar vor einem Nationalmannschafts-Debüt, stellt interdisziplinär zweifellos für jeden Leistungssportler in Deutschland einen schwer zu übertreffenden Karrierehöhepunkt dar, den man noch lange nachfühlen kann.

Der 15-jährige Lenny Graven durfte eben diesen persönlichen Gänsehautmoment am 18. Dezember 2019 gegen 19 Uhr in der Amberger triMAX-Halle vor fast 500 Zuschauern erleben. „Ich war am Anfang richtig nervös und habe bei der Hymne gezittert.“ Mit der deutschen U 18-Auswahl forderte das Volleyballtalent vom TSV Grafing und VCO München den amtierenden Europameister Frankreich heraus – und konnte seine Laufbahn im Nationaldress mit einem 3:1-Achtungserfolg starten.

Als Bestätigung für seinen starken Auftritt bekam der 1,80 Meter große Libero nun auch in der ersten Qualifikationsrunde für die anstehende Europameisterschaft (10. Juli bis 9. August in Italien und Griechenland) das Vertrauen von Bundestrainer Dominic von Känel ausgesprochen. „Dafür, dass es mein erstes internationales Turnier auf so hohem Niveau war, war der Trainer zufrieden mit meiner Leistung“, meinte Graven, nachdem die erste Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung mit ein paar Anlaufschwierigkeiten letztlich als Viertplatzierter hinter Frankreich, Belgien und Portugal genommen war.

Besonders wichtig für die DVV-Auswahl wurde in der Endabrechnung der 3:2-Auftaktsieg gegen die Niederlande, der Gravens Team bei Punktgleichheit das letzte Ticket für die finale Qualifikationsrunde im April (Austragungsort noch nicht bekannt) sicherte. Vielleicht ist dann auch Grafings Juro Petrusic mit dabei, der gerade erst in den D/C-Kader berufen wurde.

Bis dahin hat sich der 15-jährige Graven, der im Sommer den elterlichen Wohnsitz in Mallorca für bis zu neun Trainingseinheiten pro Woche und ein Internatszimmer des Bayerischen Volleyball-Verbandes in München eingetauscht hat, aber auch noch „hohe Ziele“ mit der U18 des TSV Grafing gesteckt. Im Idealfall soll nach dem historischen Titelgewinn mit der U 16 im Vorjahr, diesmal auch eine Etage höher die Deutsche Meisterschaft in die Bärenstadt geholt werden. „Dieses Jahr müssen wir uns vor keinem Team verstecken.“

Seit nunmehr einem Jahr reiht sich für Lenny Graven, dessen Vater Sepp Wolf in seiner Funktion wahlweise als „Urvater“, „Trainer-Legende“ sowie „Ziehvater“ für Bundestrainer von Känel beim ASV Dachau insgesamt 24 Deutsche Meistertitel im Nachwuchsbereich eingesammelt hat, ein Karrierehöhepunkt an den nächsten. Dazu zählen für „Lenno“ aktuell auch vereinzelte Trainingseinladungen von Grafings Bundesliga-Coach Alexander Hezareh. „Das ist interessant und ein riesengroßes Niveau für mich, mit Jungs wie Julius Höfer oder Fabi Wagner zu trainieren, die auch in der ersten Liga spielen könnten. Dafür lasse ich auch mal ein Training in München sausen und springe sofort in die S-Bahn.“

Überhaupt hat Graven nach seinem Wechsel aus Dachau mittlerweile „eine große Volleyball-Familie“ in Grafing gefunden und lieb gewonnen, die auch in seiner ehrgeizigen Karriereplanung noch ein wichtiger Ansprechpartner werden könnte. Anders als sein älterer Bruder Vincent, 19, aktiv bei Drittligist Deggendorf, „will ich konsequenter sein“. Während Vincent sich nach zwei Länderspielen auf Sand vorwiegend auf sein Studium fokussierte, „ist für mich Volleyball das Erste und Größte“. Mit allen Konsequenzen.

Summa summarum meistert Lenny Graven eine Fünffachbelastung aus VCO München, TSV Grafing, Nationalmannschaft, Beachvolleyball (DM-Vize U 17) und nicht zu vergessen dem Gymnasium. „Bisher läuft alles super und ich bereue nichts“, schwingt in Gravens Lachen mit, dass er die sorgenvollen Nachfragen zu seinem Arbeitspensum schon öfter gehört hat. „Natürlich ist der Alltag auch anstrengend, aber ich habe ja auch einen Ausgleich, da ich mit Freunden hier zusammen bin.“ Nach dem Abitur in drei Jahren will Lenny Graven seine nächsten großen Gänsehautmomente erleben – erst Erstligaprofi und schließlich die zittrige Hymnen-Premiere im Trikot der A-Nationalmannschaft.

Einladung zum Training der Ersten

Fünffachbelastung eines Gymnasiasten

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