Gute Gelegenheit verpasst

- Die Voraussetzungen waren günstig. Zwei direkte Konkurrenten des Bayernligisten FC Falke Markt Schwaben hatten am Freitag verloren. Mit einem Heimsieg über die SpVgg Unterhaching II hätten die Falken mit der SpVgg Weiden auf dem rettenden 14. Platz gleichziehen können. Doch der Elf von Trainer Christian Endlmaier fehlte der Siegeswille vom Ismaning-Spiel. Hinzu kamen zwei strittige Schiedsrichterentscheidungen. Am Ende verlor Markt Schwaben vor 450 Zuschauern mit 1:4 (1:1) und steht nun wieder auf einem Abstiegsplatz.

Die Gastgeber kamen gut ins Spiel, Chancen hatte zunächst aber Unterhaching. Hermann Urbas traf den Pfosten, den Abpraller konnte Ibrahim Aydemir nicht unterbringen und einen erneuten Abpraller vergab Achilles Zampos (10.). Auch Thomas Schwarzbauer verfehlte aus 22 Metern (13.).

Als die Platzherren das erste Mal gefährlich vor des Gegners Kasten kamen, war das 1:0 perfekt. Andreas Schmalz ließ auf der rechten Seite vier Leute um sich stehen, flankte in die Mitte zu Andreas Friesenbichler, der aus sechs Metern erfolgreich abzog (22.). Groß war der Jubel, und Markt Schwaben wähnte sich auf der Siegerstraße. Hätte nur Ernst Hablowetz auf Hereingabe von Tobi Schweinsteiger das 2:0 nachgelegt, dem Dreier wäre wohl nichts mehr im Wege gestanden (25.). Doch Hablowetz vergab. Auch Friesenbichler hatte per Freistoß die Chance zum 2:0 (28.).
Dann die Schlüsselszene Mitte der ersten Hälfte: Manndecker Carsten Bertsch bekam den Ball ohne Vorwarnung an den Hinterkopf und musste auf ärztlichen Rat vom Feld (33.). Für ihn kam Thomas Zellermeyr als Libero. Andre Wolff übernahm die Manndecker-Aufgabe von Bertsch.

Als alles schon mit dem Pausenpfiff rechnete, passierte doch noch das 1:1. Einen weiten Ball hätte Falke-Keeper Max Urwantschky fangen müssen. Doch weil er nicht rief, köpfte Zellermeyr vorsichtshalber das Leder weg. Aber so unglücklich in die Mitte, dass Zampos aus 19 Metern flach das 1:0 gelang. Bei diesem Schuss reagierte Urwantschky nicht (43.).

Dieser Treffer schien die Falken gelähmt zu haben, denn in der zweiten Hälfte gelang ihnen nichts. Das junge Hachinger Team dagegen erhöhte den Druck. Dann spielte auch der Schiri noch mit. Es hätte Einwurf für die Falken geben müssen, was alle Zuschauer und die Spieler beider Lager so gesehen hatten, nur die Referees nicht. Drei Falken reklamierten, und die Gäste schalteten durch Aydemir schnell. Der warf zu Hermann Urbas, und der zweifache Torschütze der Vorwoche traf aus 17 Metern flach zum 1:2 (52.). Wegen Reklamierens gab es noch Gelb für Michels und für Wolff. Als Wolff dann bei einem Laufduell gegen Stefan Egger ein Foul beging, sah er die Ampelkarte. Die Überzahl nutzten die geschickt agierenden Gäste zum 3:1 durch Dominik Haas und zum 4:1 durch Burak Kizelay.

"Uns hat die letzte Power gefehlt", sagte der wegen Verletzung zuschauende Stürmer Volker Lippcke, der schmerzlich vermisst wurde. Alle weiteren Bemühungen der Gastgeber, bei denen Andreas Friesenbichler ein gutes Spiel machte, verpufften. In der Spitze wurde Schweinsteiger zugedeckt, und Hachings Keeper Markus Stolzenberg agierte bei den Steilpässen als Libero. So kam es zu keinen gefährlichen Aktionen mehr. Die große Chance, sich zum rettenden Ufer vorzuarbeiten, wurde vergeben. Die Falken konnten gegen die spritzigen Hachinger nichts ausrichten und unterlagen verdient, wenngleich der Referee mit fragwürdigen Entscheidungen die Niederlage eingeleitet hatte.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare