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Mann der ersten FCE-Stunde und einer, der egal in welcher Funktion den Verein zusammen hält: Günter Binder.

Günter Binder spricht über die Anfänge

„Das ist natürlich mein Verein“ - FC Ebersberg feiert 30. Geburtstag

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Auf den Tag genau heute vor 30 Jahren wurde der FC Ebersberg aus der Taufe gehoben. Als Konkurrenz zur Fußballabteilung gedacht, blieb der „Club“, wie er von den Kickern genannt wird, der Underdog in der Kreisstadt.

Die Ebersberger Zeitung sprach mit Günter Binder, einem, der dem Verein bis heute die Treue hält und so ziemlich alles beim FC Ebersberg gemacht hat, was den Betrieb am Laufen hält.

Erinnern Sie sich noch an die Gründung?

Sicher. Wir haben damals beim TSV Ebersberg Fußball gespielt, sind aber nicht mehr dran gekommen. Wir wollten aber spielen, also haben wir gedacht, machen wir einen eigenen Verein auf. Nur Fußball.

Wer ist „wir“?

Das waren die Gründungsmitglieder Andreas Fleischer, der erster Vorsitzender wurde, Jakob Oswald, Christian Lenk, Helmut Spitzer, Peter Kürzeder und Peter Krug. Die sind aber alle nicht mehr dabei?

Warum?

Da bin ich überfragt, aber es gab bei uns ja öfter einmal Ärger.

Da waren aber noch ein paar andere dabei!

Richtig. Stefan Riedmaier, Oliver Stöckl und Thomas Binder.

Wie ging‘s sportlich los?

Das war in der Saison 1989/90. Das erste Vorbereitungsspiel haben wir damals gegen den FC Poing, der auch frisch dabei war, bestritten. Wir haben auf dem Hartplatz 3:2 gewonnen.

Der erste Trainer . . .

. . . war Günther Schmidt (Vater von Andreas Schmidt, der heute den TSV Grafing trainiert – Anm. d. Red.). Der trainierte damals auch die Frauen des TSV Ebersberg, blieb aber nur ein halbes Jahr. Wahrscheinlich auch, weil wir nicht so gut waren, wie wir glaubten.

Der Werdegang des „Club“ war ja nicht gerade die Geschichte steilen Erfolges.

Ja, es ging mehr so langsam dahin. Mit Helmut Spitzer als Coach sind wir dann aber in die damalige B-Klasse aufgestiegen. Das entspricht der heutigen Kreisklasse, oder? Egal, es ging ja schnell wieder bergab.

Die Prognosen waren nicht euphorisch!

Stimmt. Die alten Ebersberger Fußballer und Fans haben uns zwei Jahre gegeben, dann, so glaubten sie, wären wir wieder verschwunden. Von daher haben wir uns doch gut gehalten. Man muss aber sagen, dass dazu Manfred Bergmeister viel beigetragen hat – er hat uns immer geholfen. Auch wenn es Ärger gab. Unser Verhältnis zum TSV Ebersberg war ja nicht das Beste. Besser gesagt, eine Katastrophe. Das ist erst Ende 1990 besser geworden, als Mathias Groß und ich die Zusammenarbeit intensiviert haben. Obwohl er ja beim TSV tätig ist, hat er immer geholfen. Und obwohl er Vorstandsmitglied beim TSV ist, ist er auch Mitglied bei uns.

Auf der geselligen Ebene gab’s mehr Ereignisse, oder?

Naja, die Weihnachtsfeiern waren schon super. Nach dem Training sind wir in der Sportalm auch ein bisserl hocken geblieben (lacht). Und die Fahrten nach Kärnten, auch nicht schlecht.

Die Homepage des Vereins war einmal legendär. Die beste weit und breit.

Oh ja. Das war sensationell. Die hat damals unser Trainer Michael Schirra gestaltet. Ich habe ihn mit Infos versorgt, er hat sie umgesetzt. Damals haben uns einige darum beneidet.

Seit ein paar Jahren geht es auch sportlich aufwärts. Wie kommt’s?

Wir haben eine junge Mannschaft, mit Karl Pries einen richtig guten Trainer, die Einstellung stimmt.

Den FC Ebersberg verbinden viele automatisch mit Ihnen.

Obwohl ich offiziell kein Amt mehr habe. Aber der FCE ist natürlich mein Verein. Ohne mich selber zu sehr loben zu wollen, aber wenn es Erwin Ruhland und mich nicht gegeben hätte, wäre der Verein wohl tot.

Es stand einmal die Fusion mit dem TSV Ebersberg zur Disposition.

Dagegen habe ich mich immer gewehrt.

Wie sehen sie die Zukunft für den „Club“?

Ich denke, wir können die Sache positiv angehen. Die Mannschaft ist jung, hat Perspektive. Wenn wir so weiter machen wie in den jüngsten Spielen, steigen wir nicht ab. Der Vorstand ist gut, auch wenn er noch lernen muss. Aber ich helfe gerne mit, wenn Fragen sind, oder etwas zu machen ist.

Sollte Ihrer Meinung nach die Mannschaft in der Winterpause verstärkt werden, um die Klasse sicher zu halten?

Ich habe immer gesagt, wenn es den Ersten bei uns geben sollte, der Geld fürs Spielen bekommt, trete ich aus. Entweder, wir entwickeln uns so weit, dass alle etwas bekommen oder keiner. Es kann nicht sein, dass der, der genauso wie alle anderen trainiert, kein Geld, ein anderer aber Geld bekommt.

Interview: Wolfgang Herfort

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