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Michael Jäger, Vorstand des Fördervereins des TSV Zorneding, sammelte Spenden für die Videowall, die im neuen Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kommt.

Kein Zuschauer verpasst mehr eine Torszene

„Keiner verpasst ein Tor“ - TSV Zorneding bekommt eine 240 Zoll Videowall

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Beim abstiegsbedrohten TSV Zorneding wird aufgerüstet. Zwar nicht personell im Kader, dafür neben dem Platz. Der TSV bekommt eine Videowall, damit kein Zuschauer mehr ein Tor verpasst.

Michael Jäger ist Vorstand des Fördervereins des TSV Zorneding. An Spieltagen übernimmt der 52-Jährige die Aufgabe des Stadionsprechers. Mit humorvollen Durchsagen und Pausenspiele, bei dem die Teilnehmer beispielsweise Schals des Kreisligisten gewinnen können, steigerte Jäger das Zuschauerinteresse. „Wir sind ein 10.000 Einwohner Dorf. Da kann es doch nicht sein, dass nur 40 Zuschauer zu den Heimspielen kommen“, sagt Jäger. Seitdem steigerte sich der Zuschauerschnitt auf 120. „Damit sind wir über dem Kreisligaschnitt“, freut sich Jäger.

Trotz der Talfahrt der Fussballer, organisierte der 52-Jährige eine neue Attraktion für den TSV und die Gemeinde Zorneding. Dabei handelt es sich um eine drei mal fünf Meter große Videowall. Im Gemeinderat und im Verein waren nicht alle begeistert von dieser Anschaffung. „Kritik gibt es immer“, sagt Jäger dazu, „Aber manchmal muss jemand vorangehen und die Kritik akzeptieren.“ Im Verein gab es laut Jäger Stimmen, die das Geld lieber in andere Gebiete investiert hätten. „Meine Aufgabe ist es, Geld für den Verein zu generieren“, sagt der der Vorstand des Fördervereins, „außerdem haben die Sponsoren ausschließlich nur für die Videowall gespendet.“ Die Stadt musste die 2954€ Mehrwertsteuer bezahlen. Die restlichen Kosten in Höhe von 15.000€ sammelte Jäger über Spenden von Sponsoren ein. Darunter ist ein Großsponsor zu finden, der dem Verein 10.000€ zur Verfügung stellte. „Die Finanzierung ist durch“, freut sich der 52-Jährige. Mit 17:4 Ja-Stimmen genehmigte die Gemeinde das Vorhaben. Damit wurde der Sportpark, mit dem der TSV laut Jäger eh schon verwöhnt ist, für das 2020 stattfindende 100-jährige Vereinsjubiläum aufgerüstet. 

Im Zornedinger Sportpark soll keiner mehr ein Tor verpassen

Doch wozu braucht ein Kreisligist eine solch große Videowand? Darauf hat Jäger eine einfache Antwort: „Wir heben uns im Amateurbereich ab. Solch eine Videowand hat sonst keiner, soweit ich weiß.“ Damit kein Zuschauer mehr ein Tor verpasst, will der 52-Jährige Spielzenen mit 20 sekündiger Verzögerung auf der Videoleinwand zeigen. „Wir wollen keinen Videobeweis bei uns einführen und keinen Schiedsrichter einschüchtern“, betont der Vorstand des Fördervereins. „Wir wollen einfach nur, dass die Zuschauer bei uns keine wichtige Torszene verpassen.“ Jäger ist davon überzeugt, dass der BFV das absegnen wird, weil es laut ihm keinen Passus im Regelwerk gibt, der dies verbietet.

Die Gemeinde hatte zunächst Bedenken, dass die 240 Zoll großen Leinwand vor allem zu Werbezwecken genutzt wird. Jäger verschweigt nicht, dass auch Werbung auf der Videowand gezeigt wird, aber nur in Maßen und nicht während des Spiels. „Natürlich wollen wir unseren Sponsoren eine Plattform bieten. Deshalb werden wir in der Pause maximal zehn Werbespots zeigen“, beruhigt Jäger die Skeptiker. Außerdem erhofft sich der 52-jährige Fördervereins-Vorstand eine Steigerung der Zuschauerzahlen um 50 Personen.

Erster Einsatz beim ersten Heimspiel gegen Aschheim 

Zu Beginn der Rückrunde müssen die Zornedinger zweimal auswärts ran. Deshalb kommt die Videowall zum ersten Mal am 10. März im ersten Heimspiel gegen den FC Aschheim zum Einsatz. Auch die gesamte Gemeinde hat von der Videowall einen Vorteil. „Die Videowall kann als Open-Air-Kino oder für Public Viewing verwendet werden“, sagt Jäger. Vereine aus Zorneding und die Sponsoren können sich die Leinwand für einen geringen Betrag ausleihen. Auch die Gemeinde hat die Möglichkeit die Videowall gegen einen „symbolischen Euro“ zu nutzen. Mit diesen Argumenten überzeugte Jäger die Gemeinderäte.

Die Zornedinger Fußballer stehen nach 14. Spieltagen als Aufsteiger auf einem direkten Abstiegsplatz. Erst am 13. Spieltag gelang dem TSV der erste Saisonsieg. Mit sieben Punkte beträgt der Rückstand auf einen Relegationsplatz acht Punkte. „Unsere Mannschaft ist einer der jüngsten in der Liga“, erklärt Jäger die aktuelle Situation, „unsere Spieler haben noch einige Jahre vor sich und können noch viel lernen.“ Der TSV geht mit Trainer Michael Niederlöhner in die Rückrunde. Niederlöhner übernahm die Mannschaft Mitte Oktober und holte aus fünf Spielen vier Punkte. Sollten die Zornedinger am Ende tatsächlich absteigen, wäre das für Jäger kein Weltuntergang: „Dann haben wir im nächsten Jahr mehr Derbys!“

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