Hallenfußball

Kompakte Löwen, zufriedene Gastgeber

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Die Mischung aus Lokalmatadoren und internationalen Topadressen im Nachwuchsfußball machen den besonderen Charme des Autohaus Ebersberg-Cup aus. Wenngleich Überraschungscoups der „Kleinen“ diesmal ausblieben.

VON JULIAN BETZL

Ebersberg – Zweimal war es bisher einer Mannschaft des Gastgebers gelungen, aufs Siegertreppchen ihres internationalen E-Jugendturniers zu springen. 2013 wurden die kleinen Eber erst im Endspiel gestoppt und 2018 siegten sie im kleinen Finale. Bei der nunmehr 13. Auflage des Autohaus Ebersberg-Cup fehlten dem TSV Ebersberg in der Vorrundengruppe gegen Haching und Augsburg in der Addition ganze elf Sekunden, um an Tag zwei im Konzert der Großen zumindest mitspielen zu können.

„Das war schon sehr bitter“, gestand Trainer Dejan Brezo, „besonders gegen Augsburg hätten wir gewinnen können.“ Auch der TSV Grafing war ganz nah an einer kleinen Überraschung dran, nachdem man in einer Art „Todesgruppe“ die bosnische Fußballschule OFK Zenit mit 2:1 besiegt hatte. Punktgleich mit Zenit und der Red Bull Fußball Akademie musste hinter den unschlagbaren Münchner Löwen eine interne Tabelle ausgerechnet werden. Bei gleicher Tordifferenz hatten die Bärenstädter lediglich ein Tor weniger erzielt als die Konkurrenz.

So bekam die voll ausgelastete Ebersberger Dr.-Wintrich-Halle am Finaltag erst einen spannenden Kampf um die „Landkreis-Krone“ und danach eine eindrucksvolle Leistungsschau von den Nachwuchsteams der Profi-Klubs geboten. Mit jeweils drei klaren Siegen ohne Gegentor marschierten Ebersberg I und Grafing an die Spitze ihrer jeweiligen Zwischenrundengruppe.

Zu einem Nachbarschaftsduell im Spiel um Platz neun kam es dennoch nicht. Eine clevere Eckball-Variante entschied Zenit das Halbfinale gegen Grafing mit 2:1 für sich.

Zum mit Abstand lautstärksten und hitzigsten Semifinale schwang sich das Münchner Stadtderby auf. Mit mehreren Trommlern und einem stadiontauglichen Fanblock im Rücken, kehrte Sechzig einen 0:1-Rückstand kurz vor Schluss in einen 2:1-Sieg um. Dabei vergaßen vereinzelte Tribünengäste ihre gute Kinderstube mit Beschimpfungen in Richtung des Unparteiischen vollends, sodass sich Turnierleiter Robert Vogel mit heftigem Kopfschütteln in Erinnerung rufen musste: „Wahnsinn! Das ist ein E-Jugendturnier! Die Stimmung ist super, aber es muss halt fair bleiben.“

Abgesehen von wenigen einzelnen verbalen Entgleisungen, stellte Vogel dem „wie immer gelungenen“ sowie mitunter hochattraktiven Budenzauber ein glänzendes Zeugnis aus. „Die Stimmung war diesmal sehr gut. Wobei die Hauptlast natürlich die Eltern im Service und mit den Übernachtungsgästen tragen. Das hat alles aber bestens funktioniert. Vielen Dank dafür!“

In den Platzierungsspielen bedurfte es lediglich im Spiel um Platz 15 einer Verlängerung aus neun Metern, die Ebersbergs Zweitvertretung mit 3:2 Toren gegen Egmating für sich entscheiden konnte. Anschließend verhinderte Glonns Berni Floer mit der letzten Spielaktion gegen Kirchseeon eine Entscheidung vom Punkt, ehe Grafing kein Erbarmen mit dem tapferen Sextett aus Steinhöring hatte. Als bestes Landkreisteam fielen die jungen Eber in ihrem Finalspiel der Rache ihrer neuen bosnischen Freunde für die 0:3-Packung in der Zwischenrunde zum Opfer.

Zum Abschluss zweier langer Turniertage durfte Robert Vogel den für ihn verdienten Champion beglückwünschen: „Sechzig war die stärkste Mannschaft, gerade von der Power und Kompaktheit her.“ Nach 2009 zum ersten und insgesamt nunmehr vierten Mal ist der frischgebackene Turniersieger aus München-Giesing nun alleiniger Rekordhalter.

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