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Kritischer Blick: Trainer Günter Neef ist zur Zeit beim Kreisligisten in Hohenlinden das „Mädchen für Alles“.  

„Neuzugänge kamen zur richtigen Zeit“

Neef im Zwiespalt -Tolle Mannschaft - schlechte Arbeitsbedingungen

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Vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Oberföhring (14 Uhr) äußert SVH-Trainer Günther Neef deutlichen Unmut über seine Arbeitsbedingungen.

Wenn Günter Neef, 60, dieser Tage den Fußballplatz am Postanger nach den Trainingseinheiten des Fußball-Kreisligisten verlässt, hat er meist ein breites, zufriedenes Grinsen im Gesicht. „Bei so vielen guten Kickern auf dem Platz sieht man im Training Sachen, dafür muss man eigentlich Geld zahlen“, schwärmt der Übungsleiter.

Die feinen Spielerfüße, die bei Neef für Verzückung sorgen, haben teilweise bereits in den höchsten deutschen Amateurligen oder den höchsten Spielklassen in Kroatien und Griechenland gekickt. Vergangene Woche stießen mit Rückkehrer Ioannis Kamposioris, Asen Ibishev und Edvin Pasic drei weitere hoch veranlagte Verstärkungen dazu. „Die sind alle drei auf einmal dagestanden“, war Neef völlig überrascht. „Bei unserem kleinen Kader kamen sie aber genau zur rechten Zeit, schließlich haben uns zu Saisonbeginn ja acht Spieler verlassen.“

„Die Kluft zwischen Erwartungshaltung und Voraussetzungen ist viel zu groß“

Wenn Günter Neef den Trainingsplatz verlässt und sich die sportlich so mitreißenden Eindrücke allmählich gelegt haben, verschwindet auch sein Grinsen. „Zwischen der Erwartungshaltung in Hohenlinden und unseren Voraussetzungen ist die Kluft momentan viel zu groß.“ Und das bereits seit seinem Amtsantritt Ende Juni.

Eigentlich, so erklärt es Neef, wollte er ursprünglich nur als Assistenztrainer an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren, wo er zuvor bereits zweimal als Verantwortlicher an der Seitenlinie gestanden hatte. „Ich wollte nur Spaß mit den Jungs haben. Jetzt muss ich mich um alles alleine kümmern, habe keinen Co-Trainer, keinen Betreuer, keinen technischen Leiter. Ich muss mich nebenbei um einen Masseur, Spielberechtigungen und -freigaben kümmern.“

„Muss mir hinten etwas einfallen lassen“

Einerseits würden von seinem neu zusammengewürfelten Team auf Anhieb ausschließlich Siege und „mindestens Platz drei“ erwartet. Andererseits „fehlt es uns an so vielen Kleinigkeiten, die ich in der Winterpause auch nochmal klar ansprechen werde“. Dieser Tage, sagt Günter Neef, ist seine einzige Motivation in Alleinregie weiterzumachen, „mit so vielen guten Kickern auf dem Platz zu stehen“.

Wenn sie nicht gerade gesperrt sind. Unklarheit vor dem Heimspiel gegen Oberföhring herrscht nach wie vor ob der Rotsperren von Maxi Attenberger aus dem Pokalspiel gegen Kirchseeon sowie von Mehmet Cay, der zuletzt in Zamdorf bei einer Rudelbildung nach Schlusspfiff vom Unparteiischen mit einem Bericht bedacht wurde, der Neef am Mittwoch „völlig überraschend“ erreichte. Während er sich um die Torgefahr seiner Offensive keine Sorgen macht, „muss ich mir hinten etwas einfallen lassen, wenn alle drei Innenverteidiger nicht verfügbar sind“. Bastelarbeiten an und um seinem überschaubaren, talentierten, zumeist aber eben dezimierten 19-Mann-Kader, sind für Günter Neef aber seit Amtsantritt an der Tagesordnung.

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