Der TSV Emmering kommt nicht so richtig in Fahrt in dieser Saison.
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Der TSV Emmering kommt nicht so richtig in Fahrt in dieser Saison.

Emmering in der Ergebniskrise

„Wir werden im Mittelfeld um die goldene Ananas spielen“ - TSV Emmering schenkt Saison ab

  • VonJulian Betzl
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Der TSV Emmering hakt nach noch nicht einmal der Hälfte der Spielzeit die Saison ab. Verletzungen verhindern den geplanten Angriff auf die Bezirksliga.

Emmering – Herbert Rott hat in der vergangenen Woche seine ganz eigene Methode entwickelt, um nachts in den Schlaf zu finden. „Dann habe ich gezählt, wie viele verletzte Stammspieler uns eigentlich gerade fehlen.“ Ganze „fünf Schlüsselspieler“ des Kreisliga-Kaders hat der Vorsitzende des TSV Emmering in diesem Gedankenprozess ermittelt.

Zugegeben, eine Handvoll verletzte Fußballer abzuzählen, sei dann doch zu wenig zum Einschlummern gewesen. Rotts nächtlicher Realitätscheck bewahrt ihn allerdings davor, tramhappert zu werden, wie der Bayer sagt. „Stützen wie Michi Maier oder Simon Riedl habe ich in Au schon nachgetrauert. Aber insgesamt bleibe ich relativ gelassen. Der Aufstieg ist sowieso kein Thema mehr. Jetzt müssen wir schauen, dass wir nicht zu sehr nach hinten abrutschen.“ Bleiben Kampf und Moral der Mannschaft weiterhin intakt und konstant, sei dem TSV-Chef aber nicht bange um den erholsamen Schlaf.

„Wir schaffen es aber nicht, Ergebnisse zu erzielen.“

TSV-Trainer Hans Weiß trauert einem verschenkten Jahr nach.

Ob Hans Weiß nach dem 1:2 in Au, der bereits sechsten Saisonpleite und dem Abrutschen auf Rang neun, ebenfalls mit Schlaflosigkeit zu kämpfen hatte, wäre zu erfragen. Wer den engagierten Übungsleiter der Emmeringer aber nur flüchtig kennt, weiß, dass ihn solche Spiele und die Allgemeinsituation durch die Arbeitswoche hindurch wurmen. „Ich habe keine fußballerischen Rückschritte gesehen, wir schaffen es aber nicht, Ergebnisse zu erzielen“, glaubt Weiß so bald nicht daran, „dass wir Punkte gegen den Abstieg holen müssen.“

Aber, Realitätscheck: „Wir werden im Mittelfeld um die goldene Ananas spielen. Dieses verschenkte Jahr löst vielleicht mehr Demut und Mut dazu aus, diese Lernkurve bereits in die Rückrunden-Vorbereitung mitzunehmen.“ Aus den verbleibenden fünf Partien wären allerdings „zwei bis drei Siege wichtig, für einen gesicherten Mittelfeldplatz“.

TSV Emmering: Ausfälle von etablierten Spieler ist die Chance für junge Spieler

Grundsätzlich stellt sich auch Hans Weiß nicht die Frage nach der Kreisliga-Tauglichkeit der Pfarrbach-Elf. „Dass Leute teilweise nicht die Möglichkeit haben, Trainingseinheiten mitzumachen, müssen wir ins Lot bringen.“ Das hätten Konrad Voglsingers „rabenschwarze drei Minuten“ in Au gezeigt. „Aber der ,Kon’ kommt frisch aus der zweiten langen Verletzungspause, hat dieses Jahr vielleicht dreimal trainiert“, relativiert Weiß die beiden spielentscheidenden Aktionen seines Innenverteidigers, der den fehlenden Spielrhythmus mit etlichen Mitspielern teile.

Beruhigend und schlaffördernd wirken für Rott und Weiß während der aktuellen Ergebniskrise „Lichtblicke“ wie Leopold Böhm, der als 18-jähriger Jungspund in der Innenverteidigung vom Verletzungspech profitiert. „An seiner lässigen Spielweise muss er noch arbeiten, ist mit seiner Abgeklärtheit aber ein echter Gewinn für die Erste und absolut gesetzt“, lobt Weiß gleichsam Comebacker und Rekonvaleszenten wie Martin Breu oder Christoph Niedermaier. Derzeit sind sie am Pfarrbach eben fließend, die Übergänge zwischen Licht und Schatten. (Julian Betzl)

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