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Umbau in die Kompaktklasse: Zweimal durchgereicht - Neuer Coach soll SCBV-Reserve stabilisieren

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Von: Julian Betzl

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Thomas Englert Der neue Reservetrainer beim SC Baldham-Vaterstetten.
Thomas Englert Der neue Reservetrainer beim SC Baldham-Vaterstetten. Foto: scbv © scbv

Es sah lange Zeit nach einem ungebremsten Freifall für die Fußballherren des SC Baldham-Vaterstetten aus.

Vaterstetten – So stolz waren sie damals gewesen, am 14. Juni 2017, als Markus Buck und Sascha Dubravcic die Rothosen im Relegationsfinale gegen Fasanerie Nord mit einem 2:1 erstmalig in die Kreisliga geschossen hatten. Wohlgemerkt die Reservemannschaft des damaligen Bezirksligisten.

Es folgte ein achtbarer achter Platz im Premierenjahr, dann wurde es in der Bilanz der zweiten Kreisligarunde bemerkenswert bitter: Null Siege, zwei Punkte und ein Torverhältnis von 22:100. Selten ist ein Team wohl verdienter abgestiegen. Während der Marathon-Spielzeit 2019/21 wollte man den zweiten SCBV-Anzug neu aufbügeln und stärken. Den Konsolidierungskurs vertraute man dem erfahrenen Teampfleger und Zornedinger Meistermacher Stefan Weitzl an. Nur beschrieb Weitzl den Allgemeinzustand nach zehn Auftaktniederlagen im EZ-Interview so: „Wir starten mit einem Traktor in der Formel 1!“ Zu jung, zu unerfahren, zu verunsichert, zu wenig Unterstützung aus der ebenso verletzungsgeplagten Erstvertretung. Der Baldhamer Fahrstuhl rauschte ungebremst nach unten weiter.

Angekommen in der A-Klasse, konnte man die nun zurückliegende, durchwachsene Spielzeit durchaus als Teilerfolg werten. Der freie Fall wurde gestoppt, der Teamgeist schien intakt und drei Achtungserfolge nach der Winterpause sicherten sogar vorzeitig den Klassenerhalt. An dieser Stelle verließ Stefan Weitzl den SCBV-Lift.

Seinen Nachfolger konnte Abteilungsvorstand Helmut Lämmermeier erst im Nachsetzen installieren. „Es ist ein sehr, sehr großer Zufall, dass ich jetzt hier bin“, erklärt Thomas Englert die Umstände seiner Verpflichtung. So sei der gebürtige Feldkirchener gerade im Urlaub gewesen, als Lämmermeier anrief. „Ursprünglich hatten sie ja schon einen Trainer verpflichtet, der dann aber berufsbedingt noch abgesagt und gleichzeitig mich empfohlen hat“, erzählt der 40-jährige Einzelhandelskaufmann. Viel Bedenkzeit hätte er nicht gehabt, diese aber auch nicht benötigt. „Mir wurde ein echt großer Kader, mit sehr jungen Spielern präsentiert. Für mich ist das eine neue Herausforderung.“

Auf dem Papier scheint er die Qual der Wahl zu haben. 26 Spielernamen umfasste die Kaderliste, die Englert übermittelt bekam – „rein für die Zweite!“. Urlaubsbedingt habe die Trainingsbeteiligung bislang aber nie das Maximum erreicht. Sorgen, dass er nach seinem vorherigen Engagement als Spielertrainer beim FC Dreistern II (B-Klasse) auch mit 41 Jahren noch einmal das Trikot überziehen muss, hat Thomas Englert kaum. „Ganz sicher, dass ich nicht doch noch mal selber spielen muss, bin ich mir aber nicht“, sagt er grinsend und verrät mit gekreuzten Fingern, schon von einer Art SCBV-typischem Verletzungspech zur Winterzeit gehört zu haben.

Noch ist Sommer und folglich kuschelig auf der Baldhamer Bank. Fünf Wechseloptionen hatte Englert beim Einstandsspiel gegen den Kreisklassisten SpVgg Höhenkirchen zur Verfügung. Erster Eindruck: „Spielerisch positiv. Aber wir haben nach zwei Wochen logischerweise noch viel Arbeit im Kraft- und Konditionsbereich vor uns.“ Eine Stunde lang konnte die Englert-Elf bei der 2:5-Niederlage „gut mithalten“ und Baldhams Doppeltorschütze Hakon Hild (20./56.) auf sich aufmerksam machen. An diesem Sonntag geht es um 12.30 Uhr bei der Reserve des SV Zamdorf (A-Klasse 5) auf dem Platz weiter.

Im Kopf des neuen Übungsleiters spielt die sportliche Vergangenheit seines Teams weiterhin eine Rolle. Eine in Summe knapp dreijährige Talfahrt lässt sich mental eben nicht wie Grasflecken aus den roten Dressen im Schleudergang auswaschen. „Mein Eindruck ist, dass sich die Jungs mit einer guten Rückrunde gefangen und in der A-Klasse etabliert haben.“ Im Umgang mit dem Gros an Nachwuchsspielern im Teenageralter, sieht Englert sein noch relativ junges Trainer-Alter als Vorteil an.

Bis zum Punktspielstart am 20. August beim SV Dornach II möchte der SCBV-Coach aus seinem Überangebot einen intakten Mannschaftskern sowie „klare Strukturen“ gebildet haben, um den kurzfristigen Erwartungen der Baldhamer an ihn und die Herrenreserve gerecht zu werden: Aus dem ehemals rumpeligen Traktor soll wieder ein zuverlässiger Kompaktwagen werden.

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