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Die Ebersberger U 12-Kicker (Mitte Laurent Schechner) wirbelten die Gegner aus München regelrecht durcheinander.

DFB bei WM in Litauen nur Zuschauer

SC Baldham-Vaterstetten befürwortet  Futsal: „Wir sind Vorreiter in Sachen Futsal“

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Es klingt seltsam, aber die stolze Fußballnation Deutschland ist in der Hallenvariante Futsal nur Entwicklungsland. Wenn 2020 die 9. Futsal-Weltmeisterschaft in Litauen ausgetragen wird, ist die erst vor vier Jahren gegründete DFB-Auswahl nur Zuschauer.

Ebersberg – Zwar soll nach Planungen des DFB ab 2021 eine professionelle Futsal-Bundesliga in Betrieb gehen, doch bis dahin ist gerade im Amateur- und Jugendbereich noch viel Aufklärungs- wie Überzeugungsarbeit zu leisten.

Seitdem der BFV im Jugendbereich seine offiziellen Hallenkreismeisterschaften ausschließlich in der Futsal-Variante austragen lässt, wird in den bayerischen Hallen Winter für Winter das Für und Wider debattiert.

„Ich befürworte Futsal, weil es ausführungstechnisch einfacher und der Ball besser an die Beinlänge der Kinder angepasst ist“, sagt Kurt Neugebauer vom SC Baldham-Vaterstetten. Auf Anfrage seines Jugendtrainers Kiran Butsch hat der für die G- bis D-Jugend zuständige Jugendleiter beim SCBV im vergangenen Winter quasi Pionierarbeit für den Futsal im Landkreis Ebersberg geleistet und erstmals eine Nachwuchsmannschaft im Ligabetrieb angemeldet, den der BFV seit vier Jahren für Nachwuchskicker organisiert. 

Hallenproblem: „Wir sind auf den guten Willen der Münchner angewiesen“

Mit seiner U11 startet Butsch an diesem Sonntag in die zweite Futsal-Saison. „Weil die Jungs das wollen und wir das als sinnvoll erachten“, sagt Neugebauer, der gerne weiteren Nachwuchsteams den regelmäßigen Spielspaß im Winter ermöglichen würde. „Aber wir haben in Vaterstetten keine Hallenzeiten und sind schon mit dieser Mannschaft auf den guten Willen der Münchner angewiesen.“

In dieser Hallenproblematik, die auf die meisten Landkreis-Teams zutreffen dürfte, sieht Christian Mayer, BFV-Spielleiter Jugendfutsal, eine seiner Hauptaufgaben: „Diejenigen, die selber keine Halle haben, trotzdem am Ligabetrieb teilnehmen zu lassen, ist mir wichtig. Gerade weil wir in Oberbayern mit 17 Ligen und 130 Mannschaften Vorreiter in Sachen Futsal in Bayern sind.“

„Da muss man einfach mal eine Saison Futsal durchspielen“

Mayer ist mit der jüngsten Entwicklung im Jugendfutsal zufrieden, auch wenn die Fluktuation der Ligateilnehmer noch enorm ist. Wie schnell sich Futsal im Jugendbereich etablieren und neue, besser ausgebildete Nationalspieler hervorbringen kann, hängt maßgeblich vom Willen der Vereinsverantwortlichen ab, sich einzuarbeiten.

Regel-Rätseleien wie in Ebersberg (s. Bericht, oben) sind laut Mayer Standard in der Premierensaison. „Das ist alles hinterlegt, da muss man als Hausaufgabe schon reinschauen. Da muss man einfach mal eine Saison Futsal durchspielen, dann weiß man Bescheid.“ JULIAN BETZL

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