Gzim Shala hätte den SCBV gerne bis zum Saisonende betreut.
+
Gzim Shala hätte den SCBV gerne bis zum Saisonende betreut.

Gzim Shala hätte den SCBV gerne bis Saisonende betreut

Lämmermeier: „Ein blöder Wechsel, weil nicht alles richtig machbar ist“

  • vonJulian Betzl
    schließen

Der SC Baldham-Vaterstetten hat bereits im März seinen Trainerwechsel zum 1. Juli bekanntgegeben. Gzim Shala hätte die Mannschaft gerne bis zum Saisonende betreut.

Vaterstetten – In der eingefrorenen Tabelle der A-Klasse 6 steckt der TSV Poing im Niemandsland auf Rang sechs fest. 13 Partien sind zwar für die Fußballer der Blau-Gelben noch zu absolvieren, aber Trainer Stefan Bürgermeier weiß angesichts der Punktabstände selbst, dass da weder nach oben noch nach unten viel passieren wird.

24 Spieler sind, verteilt auf zwei Fußballfeldern, dennoch am vergangenen Dienstag zum freiwilligen Trainingsauftakt erschienen. „Da war zwar wenig Zug drin, aber die Jungs wollten wieder gegen den Ball treten, auf dem Platz stehen, sich wiedersehen“, sagt Bürgermeier, der die Poinger Nachwuchsmannschaft seines Sohnes weiterhin im Online-Training betreut.

Stichtag 30. Juni

Wie für viele andere Übungsleiter im bayerischen Amateurfußball ist auch für Bürgermeier in fünf Wochen, am 30. Juni, Stichtag. Arbeitsverträge und Vereinbarungen mit den Klubs enden oft an diesem Tag. Neue Tätigkeiten werden tags darauf offiziell aufgenommen. Corona-Pause hin oder her.

So wird sich Stefan Bürgermeier nach eineinhalb Jahren und 37 Einsätzen in der Poinger Coachingzone spätestens am letzten Junitag, ein Dienstag, unverrichteter Dinge von seiner Mannschaft verabschieden und alsbald auf einer anderen Sportanlage das Rennen eines anderen eingebremsten Läufers wiederaufnehmen. Im Fall des 39-jährigen Ex-Hachingers wird diese metaphorische Übergabe im Sportzentrum Vaterstetten stattfinden, wo er offiziell als Co-Trainer von Sebastian Kneißl, 37, den Staffelstab von Gzim Shala, 55, übernimmt.

Lämmermeier: „Ein blöder Wechsel, weil nicht alles richtig machbar ist“

„Ein blöder Wechsel, weil nicht alles richtig machbar ist“, findet SCBV-Abteilungsleiter Helmut Lämmermeier. Angefangen bei der Verabschiedung vom Ex, die sich Shala – ebenfalls seit eineinhalb Spielzeiten im Amt – anders vorgestellt hat. So war Shala selbst nach der öffentlichen Verkündung zu Beginn der Corona-Pause noch der Ansicht: „Ich habe moralisch und sportlich das Recht, die Mannschaft bis zum Saisonende zu betreuen.“

Und hätte sich das Saisonende auch lediglich bis Juli hinausgezögert, „dann hätten wir sie mit Jimi auch fertig gespielt“, sagt Lämmermeier. „Nur war damals noch nicht absehbar, wie weit die BFV-Entscheidung nach hinten verlegt wird. Damit steht unsere Entscheidung für den Trainerwechsel zum 1. Juli seit März fest.“

Bekanntlich strebt der Verband eine Saison-Fortsetzung ab 1. September an und arbeitet in fünf sogenannten „Lösungs-Arbeitsgruppen“ derzeit noch unter anderem an Anpassungen der Themenfelder „Spielbetrieb Erwachsene“ und „Vereinswechsel“. Nur haben Vereine wie der SCBV, Poing und Grafing längst Nachfolgelösungen auf den Trainerposten vereinbart (wir berichteten).

Shala wollte Saison zu Ende bringen

Wenngleich sich Shala selbst vehement für die Fortsetzung der Saison ausgesprochen hat, wird er sie nun also doch nicht in Vaterstetten beenden. „Ich wollte gerne weitermachen und die Saison zu Ende bringen. Aber der Verein hat anders entschieden. Das muss ich akzeptieren. Es ist eine traurige Situation.“ Bis Vertragsende werde er trotzdem das Training weiterleiten und dem Verein als Seniorenspieler weiterhin verbunden bleiben.

Stefan Bürgermeier lässt den Kontakt zu Poing auch nicht abreißen: „Ich werde die Jugend weiter unterstützen, in welcher Form auch immer.“ Und auch bei seiner nächsten Trainerstation hat er den Nachwuchs besonders im Blick. „Wir wollen, dass künftig mehr A-Junioren den Sprung in die Erste schaffen!“

Bürgermeier wird Co-Trainer vom Sebastian Kneißl

Aktuell spielt allerdings kein männliches Nachwuchsteam des SCBV höher als Kreisklasse. Eine Baustelle bei einem der mannschaftsstärksten Vereine bayernweit, die das neue Trainerduo mittelfristig bearbeiten will. „Mich reizt aber vor allem die Zusammenarbeit mit einem Fachmann wie Seppo sowie die Möglichkeit, erstmals in der Bezirksliga trainieren zu können“, sagt Bürgermeier, der von Kneißls Anruf überrascht worden sei.

In der Kreisliga hatte Bürgermeier als defensiver Spielertrainer von Anzing noch die Aufgabe gehabt, den ehemaligen Chelsea-Knipser im Trikot des SV Heimstetten II am Torerfolg zu hindern. „Nach den Spielen waren wir fußballerisch aber immer auf einem Nenner.“ Gerade in puncto Spielsystem und Ansprache. Den ersten Nachweis dafür dürfen sie zur Begrüßung der Baldhamer Kicker Anfang Juli antreten.  bj

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare