Wann dürfen sie wieder über Tore jubeln? Noch hängt der SCBV wie alle Vereine in der Luft und wartet auf Abbruch oder Fortsetzung.
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Wann dürfen sie wieder über Tore jubeln? Noch hängt der SCBV wie alle Vereine in der Luft und wartet auf Abbruch oder Fortsetzung.

SCBV-Abteilungsleiter skizziert alternatives Saison-Modell für 2021/22

SC Baldham-Vaterstetten: Lämmermeier mit Saison-Modell für 2021/22

  • vonJulian Betzl
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Helmut Lämmermeier präsentiert ein Vorrunden-Modell mit zwei Verlängerungsoptionen für 2021/22. Der Abteilungsleiter des SCBV kritisiert das Vorgehen des BFV.

Vaterstetten – Abbrechen oder im verschärften Eiltempo fortsetzen? Gespannt werden interessierte Amateurfußballer die kommende Bund-Länder-Konferenz beobachten, um aus deren Ergebnissen erst Vermutungen für die darauffolgenden Beschlüsse auf Landesebene anzustellen – und um diese Auswirkungen wiederum für ihren Freizeitsport interpretieren zu können, die in letzter Instanz dann aber der zuständige Verband (BFV) und das jeweilige Gesundheitsamt regeln sollen. Während einige Sportler und Ehrenamtler mitteilen, die Lust und den Überblick an diesem Prozedere längst verloren zu haben, blickt man in der Fußballabteilung des SC Baldham-Vaterstetten den Wendungen und möglichen Endungen der laufenden Spielzeit 2019/21 vergleichsweise entspannt entgegen.

Helmut Lämmermeier: „Es war nicht sinnvoll, den Ligapokal im Herbst gleichzeitig mit der Liga zu starten“

„Meine Einschätzung ist, dass wir bis zum 30. Juni die Saison nicht mehr zu Ende gespielt bekommen“, sagt SCBV-Abteilungsleiter Helmut Lämmermeier. Die konkrete Folge wäre eine Meinungsumfrage des BFV unter allen Vereinen, ob diese einen Saisonabbruch mit Auf- und Abstieg nach Quotienten-Regelung wünschen. Das hat der Verband, wie berichtet, jüngst in einem Vier-Punkte-Plan verabschiedet.

Gemäß Punkt eins, hat der BFV den Ligapokal-Wettbewerb bereits am Donnerstag gestrichen, nachdem das bayerische Kabinett die ursprünglich ab dem 12. April geplanten weiteren Öffnungsschritte in den Bereichen Kultur, Gastronomie und Sport, um weitere zwei Wochen ausgesetzt hatte. Das Pokal-Aus bestätigt nun für Lämmermeier weite Teile seiner Argumentationskette aus dem vergangenen Sommer: „Es war nicht sinnvoll, den Ligapokal im Herbst gleichzeitig mit der Liga zu starten, in der Hoffnung auf Relegationsspiele mit vielen Zuschauern in diesem Frühjahr. Das war unklug.“

Helmut Lämmermeier: „Man hätte die laufende Saison letzten Sommer aber strategisch besser planen können“

Prinzipiell wolle er in der aktuellen Situation keine große Kritik am BFV üben, da dessen Funktionäre in ihrer schwierigen Verhandlungsposition mit der Politik „nicht zu beneiden“ seien. „Man hätte die laufende Saison letzten Sommer aber strategisch besser planen können, zumal die Kommunikationspolitik im ersten Lockdown nicht in Ordnung war.“ Der Informationsaustausch habe sich inzwischen verbessert, ändere aber nichts daran, dass es im derzeitigen Rahmen des Vier-Punkte-Plans keinen Lösungsweg mehr gebe, der alle Beteiligten zufriedenstellen würde.

Wie die SCBV-Abteilung im Falle einer Meinungsumfrage Anfang Mai votieren würde, könne Lämmermeier noch nicht absehen. Dabei wären die Konsequenzen, speziell im Vergleich mit den Bezirksliga-Nachbarn aus Forstinning und Ebersberg, für die drei Erwachsenenteams noch verkraftbar: Die Baldhamer Erstvertretung hat weder Aktien im Auf- noch im Abstiegskampf (6. Platz), genauso die Kreisliga-Frauen (7.). Nur der Abstieg für die Herren-Reserve wäre am Tabellenende der Kreisklasse 6 endgültig besiegelt.

„Das wäre schade, weil wir zum Schluss gut gepunktet und uns für die restlichen Spiele schon noch etwas ausgerechnet haben“, hält Lämmermeier dennoch nichts von einer „Kompromisslösung“ mit Auf- aber ohne Absteiger, wie sie zuletzt auch Ebersbergs Abteilungsleiter Christian Kebinger im EZ-Interview gefordert hatte und beispielsweise im Volleyball vergangenes Jahr angewendet wurde.

Helmut Lämmermeier skizziert ein Vorrunden-Modell mit zwei Verlängerungsoptionen

Lämmermeier befürchtet im Nachgang für die neue Saison zu große Ligastärken und damit abermals zu wenig Weitsicht und Flexibilität im Ernstfall. „Ich würde diese Saison am liebsten annullieren, wenn wir sie nicht um einen Monat verlängern und zu Ende spielen können. Denn alles, was am Grünen Tisch entschieden wird, ist unschön. Die entsprechenden Fristen kann man doch ändern.“

Für die Saison 2021/22 skizziert Lämmermeier ein Vorrunden-Modell mit zwei Verlängerungsoptionen. Die Grundlage soll eine klassische Vorrunde bilden, die bestenfalls bis zur Winterpause komplett absolviert ist. „Dabei müsste klar mit den Klubs kommuniziert sein, dass die Auf- und Absteiger mit Ende dieser Vorrunde in jedem Fall regulär ermittelt sind, falls man wieder abbrechen müsste.“ Im Frühjahr könnte man sich dann kurzfristig, je nach politischer Bestimmungslage, entweder für eine reguläre Fortsetzung mit Rückrunde entscheiden. Oder ein verkürztes Zeitfenster für eine Playoff-/Playdown-Runde nutzen.

Unabhängig vom Ausgang dieser und dem Anfangszeitpunkt der nächsten Spielrunde erwartet Helmut Lämmermeier nach den Planungsgesprächen mit dem Baldhamer Bezirksliga-Kader personell „keine großen Überraschungen oder Veränderungen“ im Sommer. „Unsere Spieler wissen, dass es finanzielle Veränderungen geben wird, nachdem das letzte Jahr schmerzhaft war, was die Sponsoren angeht.“ Eine außergewöhnlich stark ausgeprägte Wechselstimmung erwarte er auf dem Transfermarkt unterhalb der Bayern- und Landesliga aber ohnehin nicht.

(Julian Betzl)

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