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SCBV-Kapitän Kreissl im Interview: „Phasenweise war das absolut nicht Bezirksliga-würdig“

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Eine wichtige Stütze und Kapitän mit Sorgen beim Fußball-Bezirksligisten SCBV: Fabian Kreissl (l.).
Eine wichtige Stütze und Kapitän mit Sorgen beim Fußball-Bezirksligisten SCBV: Fabian Kreissl (l.). © stefan rossmann

Kommenden Sommer feiert Fabian Kreissl, 27, sein zehnjähriges Jubiläum im Herrenbereich des SCBV. Kreissl debütierte 2012 unter dem jetzt wieder geholten Gediminas Sugzda.

„Für uns drei schließt sich damit ein Kreis“, erklärt Kreissl im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung.

Gediminas Sugzda ist inzwischen der sechste Übungsleiter an der SCBV-Seitenlinie in den vergangenen fünf Spielzeiten. Was sagt das über Verein und Mannschaft aus?

Fabian Kreissl: Da muss ich zuerst den Bürgi (Stefan Bürgermeier, Vorgänger von Sugzda, Anm. d. Red.) in Schutz nehmen. Als richtig guter Trainer und Typ hatte er hier nicht wirklich optimale Bedingungen. Da müssen wir uns als Mannschaft vor ihn stellen, denn so unfit wie wir zum Vorbereitungsstart gekommen sind, geht das nicht. Drei bis fünf Stammspieler waren gleichzeitig im Urlaub, wir bekommen von Dorfen sieben Stück im ersten Spiel und dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Phasenweise war das absolut nicht Bezirksliga-würdig, wo der Trainer teilweise machtlos war. Für das Dilemma, in dem wir jetzt stecken, kann Bürgi wenig. Im Gegenteil, er hat sich immer vor uns gestellt und es ist ihm hoch anzurechnen, dass wir uns zwischendurch aus der Krise rausgekämpft haben.

Welchen Anteil hat der Verein am aktuellen „Dilemma“ und der hohen Trainer-Fluktuation?

Der Verein hat vor dieser Saison in der Kaderplanung und grundsätzlich in der Jugendarbeit meiner Meinung nach etwas verschlafen. Dabei will ich keine Kritik an Einzelpersonen und den vielen Ehrenamtlern üben, sondern meinen Wunsch darüber ausdrücken, dass im Gesamtbild des Vereins endlich Einigkeit darüber herrschen sollte, ob man ein reiner Breitensportverein sein will oder einen gewissen Leistungsanspruch hat. Wir haben so eine riesige Jugendabteilung, aber qualitative Lücken in der Ausbildung von Talenten, die wir nach oben dann nicht halten können. Hoffnungen setze ich da in die Münchner Fußball Schule, die jetzt wieder stärker ins Jugendtraining eingebunden ist. Roman und ich sind die besten Beispiele dafür, dass man nicht in den höchsten Ligen spielen, aber ein hochwertiges Training haben muss. Denn seit dem 96er-Jahrgang und Simon Lämmermeier ist kein Stammspieler mehr für die Erste rausgekommen. Gefühlt sind wir das letzte Glied eines sportlichen Abwärtstrends, das, wenn es blöd läuft, genauso wie die Zweite nach einem Abstieg durchgereicht wird. In der Kreisliga ist nicht gesagt, dass alle Spieler da bleiben.

Was macht Ihnen Hoffnung, mit dem neuen Trainer den Turnaround zu schaffen?

Auch wenn ich traurig darüber bin und sehr gerne mit Bürgi weitergearbeitet hätte, habe ich noch ein sehr gutes Verhältnis zu Gedi. Durch seine Erfolge in den letzten Jahren und seine Qualität kann er frischen Wind reinbringen. Aber wenn sich Einstellung und Selbstdisziplin innerhalb der Mannschaft über den Winter nicht ändern, kann Trainer sein wer will. Dann bin ich skeptisch. Ich mache mir schon Sorgen, dass der eine oder andere nicht fit aus der Winterpause kommt. Sind wir einigermaßen auf einem Fitnesslevel, haben wir schon die Möglichkeit, den Klassenerhalt in einer Liga zu schaffen, die nicht top besetzt ist. Umso wichtiger ist es, dass jeder versteht, wo wir stehen und dass es nur zusammen geht.

Das Interview führte Julian Betzl

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