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Der SC Baldham Vaterstetten verliert für die Rückrunde ihren besten Torjäger: Roman Krumpholz (Mitte) verbringt für ein Praktikum ein halbes Jahr in England.

Von England aus fiebert Roman Krumpholz mit dem SCBV um den Aufstieg

Krumpholz: „Gzim Shala pflanzt Samen in den Köpfen der Spieler“

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Der beste Stürmer der Hinrunde des SC Baldham-Vaterstetten Roman Krumpholz wird sein Team in der Rückrunde nicht unterstützen können. Von England aus wird der Goalgetter mit seiner Mannschaft im Kampf um den Aufstieg mitfiebern.

Roman Krumpholz war in der Hinrunde zusammen mit Razvan Rivis der beste Torjäger der gesamten Bezirksliga Oberbayern Ost. Die nächsten sechs Monate verbringt der Topscorer nun aber in England und wird sein Team im Kampf um den Aufstieg nicht unterstützen können. Ein Praktikum bei Rolls-Royce für seinen Masterabschluss zieht ihn auf die Insel und erlaubt es dem 24-Jährigen, erst nächste Saison wieder für den SCBV aufzulaufen. Angst um seinen Stammplatz hat der Stürmer aber nicht, der mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Geschehnisse der Rückrunde über den Ärmelkanal hinweg verfolgen wird.

In der Hinrunde konntest du 14 Treffer in 18 Spielen erzielen. Wie machst du das?

Das Geheimrezept ist wohl mein Sturmpartner Stefan Lechner. Seit dieser Saison spielen wir endlich mit zwei richtigen Stürmern. Dadurch müssen unsere Gegner ihre Aufmerksamkeit auf uns beide richten und sie liegt nicht wie davor nur auf einer Person. Dadurch bekommt man einfach mehr Raum und hat bessere Möglichkeiten. Umso mehr gefährliche Leute vorne mitmischen, desto häufiger müssen sich die Gegner entscheiden, auf wen sie gehen und sich auf Angriffe von verschiedenen Spielern einstellen. Das hat man bei uns in der Hinrunde gut gesehen: Wir haben alle eigentlich ähnlich oft getroffen. Die einen haben sich auf den Stefan eingestellt, die anderen auf mich und dann konnte immer einer von uns die Buden machen.

Wie du schon angesprochen hast, bist du nicht der einzige im Team, der trifft. Ihr habt als Mannschaft alleine in der Hinrunde 52 Kisten gemacht. Ist diese Überflieger-Offensive durch das neue Spielsystem zu erklären?

Nicht nur. Diese Saison passt es einfach von der Motivation und vom Kopf her bei allen. Jeder zieht mit und alle haben das Ziel, im Sommer aufzusteigen. Wenn du das im Team hast, dann wirkt sich das positiv auf alles andere aus. Wir haben einen Lauf und dann klappt es einfach in den Spielen. Unser starkes Auftreten ist eine Gesamtleistung der ganzen Mannschaft und nicht nur von uns Stürmern. Viele Spieler bei uns haben sich extrem verbessert.

„Wenn ich in die Mannschaft zurückkehre, werde ich mich erstmal wieder beweisen müssen“

Dann denkst du, dass die Jungs das Toreschießen auch ohne dich hinbekommen werden?

Ja, ganz sicher. Man hofft zwar immer, unverzichtbar zu sein, das bin ich aber nicht. Ich drücke ihnen alle Daumen und sie werden sicher einen Ersatz für mich finden. Sie werden Lösungen finden.

Momentan läuft der Konkurrenzkampf um deine Nachfolge ja auf Hochtouren. Hast du Angst um deinen Stammplatz?

Nein, eigentlich nicht. Ich spiele hier zwar auch, aber nicht so häufig. Zumindest werde ich nicht ganz unfit zurückkommen. Wenn ich in die Mannschaft zurückkehre, werde ich mich erstmal wieder beweisen und mir den Stammplatz verdienen müssen. Ich bin aber guter Dinge, dass ich das packe. Gerade wenn wir in die Landesliga aufsteigen, ist der Ehrgeiz nochmal höher. Auf der anderen Seite, wenn wir es nicht schaffen, ist der Ehrgeiz genauso da, um den Aufstieg nächste Saison zu schaffen. Aber ein Selbstläufer wird es nicht.

„Alle sind so eingestellt, dass sie mehr wollen“

Zur Winterpause steht ihr auf dem ersten Tabellenplatz. Ist das ein Ergebnis, dass sich sehen lassen kann?

Insgesamt sind wir zufrieden, ja. Wir sind zwar Erster, aber hin und wieder haben wir unnötig Punkte liegen lassen. Das ist natürlich bitter, wenn man definitiv mehr Abstand zwischen sich und den Zweiten hätte bringen können. Im Allgemeinen blicken wir aber recht positiv auf die Hinrunde zurück. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass die Spieler mit der Herbstmeisterschaft und dem Überwintern auf dem ersten Tabellenplatz schon zufrieden sind. Alle sind so eingestellt, dass sie mehr wollen. Bisher haben wir noch nichts gewonnen.

Wie schätzt du die Aufstiegschancen deiner Mannschaft ein?

Sehr gut, um ehrlich zu sein. Ich kenne die Jungs und ihre Einstellung. Ich verfolge es mit, wie es zu Hause läuft, auch wenn es nur über unseren Chat ist. Da ist Druck dahinter und wenn jeder alles, was er hat, in die Waagschale wirft, dann glaube ich, dass die Saison ein positives Ende für uns haben kann.

Schaut man da mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Geschehen in Deutschland, wenn man selbst nicht dabei sein kann?

Ja, klar. Gerade jetzt, wo die Vorbereitung wieder losgeht: Da ist man als Team eigentlich mehr als Dreiviertel der Woche zusammen und verbringt viel Zeit miteinander. Da ist es schon schade, dass ich aktuell kein Teil des Teams sein und die Mannschaft unterstützen kann. Umso mehr wird es mich freuen, wenn ich die ersten guten Resultate aus Deutschland lesen werde.

„Gzim Shala pflanzt Samen in den Köpfen der Spieler“

Was sollte das Team für die Rückrunde noch verbessern?

Die Mannschaft sollte von Spiel zu Spiel denken und jede Partie als Endspiel sehen. Alles reinhauen, wenn es am Wochenende zählt. Unter der Woche kann man sich dann regenerieren. Diese Denkweise müssen die Jungs weiter beibehalten. Wenn sie das über die Rückrunde schaffen, wird das auch positiv ausgehen. Vielleicht könnte das Spiel auch noch ein bisschen schnörkelloser und direkter sein. Ansonsten heißt es einfach, das weiterzuführen, was wir in der Hinrunde auch gemacht haben.

Hat sich außer dem Spielsystem mit zwei echten Spitzen noch etwas anderes unter dem neuen Trainer Gzim Shala geändert?

Eigentlich nur die mentale Einstellung. Das hat unser Trainer schon ziemlich gut hinbekommen. Für manche war das vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Er pflanzt Samen in den Köpfen der Spieler und kümmert sich darum, dass er wächst und wächst. Das einzige Ziel, der Aufstieg, ist groß ausgeschrieben. Es steht seit Beginn der Saison fest und daran gibt es keinen Zweifel. Da gibt es keine Ausreden und dem wird alles untergeordnet. Diese Arbeit auf der mentalen Ebene ist der größte Unterschied.

„Ich werde mich einschalten, um mir meinen Teil an der Sause sicherzustellen“

Du hast schon angesprochen, dass du auch in England weiter Fußball spielst. Wie läuft das ab?

Die Engländer spielen mehr, als dass sie trainieren. Da werden gefühlt 15 Pokale auf einmal ausgetragen. Es ist schwierig, wenn man dort nachhaltig kicken möchte und nicht nur am Wochenende spielt. Mit der Arbeit wird es zusätzlich noch komplizierter. Wenn ich es schaffe, spiele ich da hin und wieder, aber von regelmäßig kann da momentan leider nicht die Rede sein.

Du hättest diese Saison die Chance gehabt, die Torjägerkrone der Liga zu holen. Ist es ärgerlich, dass dir das entgehen wird?

Ich hoffe, dass der Stefan das macht. Dann können wir uns das brüderlich teilen, wenn ich zurückkomme. Ja mei, es ist so, wie es ist. Die Hinrunde war super: Ich war einigermaßen zufrieden mit unserer Leistung und damit, wie es für mich gelaufen ist. Dass es jetzt nicht klappt, ist blöd gelaufen, dann eben nächste Saison.

Denkst du, dein Team wartet mit dem Feiern auf dich, wenn Stefan Lechner als bester Torjäger die 15 Kästen ERDINGER Weißbier gewinnen sollte?

Darum bitte ich doch. Wenn das der Fall sein sollte, werde ich mich definitiv telefonisch einschalten, um mir meinen Teil an der Sause sicherzustellen.

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