Auf Zweikämpfe müssen die Fußballer vorerst noch verzichten.
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Auf Zweikämpfe müssen die Fußballer vorerst noch verzichten.

Viele offene Fragen bei heutiger Sportöffnung

Amateursport: Trainingsbetrieb teilweise wieder erlaubt

  • vonJulian Betzl
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Ab heute kehrt der Trainingsbetrieb im Amateursport mit eingeschränkten Möglichkeiten zurück. Die Vereine beschäftigen sich damit wann und wie sie trainieren können.

Vaterstetten/Ebersberg – Viereinhalb Monate lang hat Peter Brenner seine F-Jugend nicht mehr auf dem Trainingsplatz gesehen. Entsprechend heiß lief der Mannschaftschat am Wochenende, ob es nach den jüngsten Öffnungsperspektiven für den „Außen-Sport“-Bereich nun endlich zum Wiedersehen auf dem Fußballplatz komme. Einmal musste der Übungsleiter seine Nachwuchskicker aber noch auf nächsten Montag vertrösten. „Das liegt daran, dass unsere Trainingszeiten am Montag und Dienstag sind, und wir als Verein beschlossen haben, in dieser Woche erst zwei Tage abzuwarten, falls vielleicht noch etwas von Behördenseite kommt“, erklärt Brenner, der den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb beim SC Baldham-Vaterstetten organisiert. 

SC Baldham-Vaterstetten: Trainingsbetrieb ab Mittwoch

Mit über 30 Jugendmannschaften gehört der SCBV zu den mitgliederstärksten Fußballklubs in Bayern und dürfte bei einer (Stand gestern) stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 im Landkreis Ebersberg heute den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. „Aber es gibt ja noch nix Konkretes, an dem wir uns orientieren können!“, ärgert sich Brenner über die „sehr schwammigen Formulierungen“, die sich die Vereinsverantwortlichen am Wochenende aus bundesweiter „Öffnungsmatrix“, knappen Verbandsmitteilungen und der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung herausklauben und vielseitig interpretieren konnten.

Um auf der „sicheren Seite“ zu bleiben, werden alle Jahrgangsstufen der SCBV-Kicker ab Mittwoch in festen Zehnergruppen unter Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln mit kontaktlosem Training starten. Die Kontaktdatenerfassung erfolgt über die vereinseigene App, Duschen und Kabinen bleiben geschlossen. „Das kontaktlose Training halten wir schon eine gewisse Zeit durch, letztes Mal waren es ja auch vier Wochen“, hofft Brenner, dass der Ebersberger Inzidenzwert stabil bleibt und damit am 22. März Körperkontakt wieder erlaubt wäre. „Wir haben noch alle Jugendtrainer an Bord und nur 27 von 760 Kindern in 2020 verloren. Und die wollen jetzt einfach trainieren, egal wie.“

TSV Ebersberg: Fragen über Fragen

Bloß ist gerade dieses Wie für die Sportvereine die Krux beim Trainingsstart. „Was mache ich mit den Eltern, die ihre Kinder bringen und zuschauen wollen? Dürfen Spieler aus Landkreisen mit höheren Inzidenzen kommen?“ Das sind nur zwei von vielen offenen Fragen, die Dominic Mayer als Geschäftsführer des TSV Ebersberg dazu veranlasst haben, die Trainingsampel heute noch nicht auf grün umzuschalten. „Unser Ziel ist es schon, noch in dieser Woche zu starten, aber erst nehmen wir Kontakt mit der Stadt bezüglich der Freigabe aller Trainingsflächen auf und warten wie in der Vergangenheit auf Empfehlungen des BLSV.“

Bis die Maßnahmen nicht „praktikabel und umsetzbar“ seien, werde es keine Alleingänge einzelner Abteilungen geben. Mayer verweist zudem auf Schritt vier der „Öffnungsmatrix“: „Wenn irgendwann Schnell- und Selbsttests dazukommen sollten und die Trainer nur noch mit Bürokratie beschäftigt sind, muss man überlegen, ob man das alles mitmacht.“

TSV Vaterstetten: So schnell wie möglich zurück auf den Platz

Im Sinne des Nachwuchses verfolgt der TSV Vaterstetten einen pragmatischen Ansatz. „Wir bewegen uns am Montag alle in einer Grauzone. Aber ich habe jetzt die Chance, die Kinder in Bewegung zu bekommen“, findet der Vorsitzende Andreas Sachs. „Diese versuche ich schnellstmöglich zu nutzen – mit allen Risiken und Vorsicht. Sonst warten wir bis Mai.“

Noch am Freitag habe er Rücksprache mit der Gemeinde Vaterstetten gehalten und anschließend allen Abteilungen ab heute grünes Licht für den Freiluftbetrieb in Zehnergruppen gegeben. Jetzt überlässt es Sachs „im ersten Schritt“ seinen Abteilungsleitern und Trainern, mit Verweis auf die allgemeingültigen Verordnungen und Trainingspläne, den Laden wieder ins Laufen zu bekommen. „Da kann man leger dazu sagen, aber ich glaube nicht, dass es zum Chaos kommt. Das braucht alles Anlaufzeit.“ 

(JULIAN BETZL)

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