1. Startseite
  2. Sport
  3. Amateurfußball
  4. Landkreis Ebersberg

Stefan Bürgermeier über Abschied vom SCBV und Pläne: „Ich gehöre auf den Fußballplatz“

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Lenker und Richtungsgeber Stefan Bürgermeier hatte sich mit dem Baldhamer Bezirksligisten viel für die Rückrunde vorgenommen. Nun musste er vorzeitig gehen.
Lenker und Richtungsgeber Stefan Bürgermeier hatte sich mit dem Baldhamer Bezirksligisten viel für die Rückrunde vorgenommen. Nun musste er vorzeitig gehen © stefan rossmann

Der SCBV hat sich dazu entschieden, ohne ihren bisherigen Cheftrainer Bürgermeier in die Rückrunde zu gehen. Der 40-Jährige spricht nun über das vorzeitige Aus.

Vaterstetten - Aufgrund der unerwarteten Ergebniskrise und akuten Abstiegsgefahr hat sich Fußball-Bezirksligist SC Baldham-Vaterstetten, derzeit Schlusslicht der Bezirksliga Ost, dazu entschieden, die Mission Klassenerhalt im Frühjahr ohne ihren bisherigen Cheftrainer Stefan Bürgermeier fortzusetzen. Im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung zeigt sich der 40-jährige Poinger Coach enttäuscht, realistisch und optimistisch zugleich.

Ist der Trainerwechsel von Stefan Bürgermeier auf Rückkehrer Gediminas Sugzda auch aus Ihrer Sicht in dieser Situation die beste Lösung für das Team, Herr Bürgermeier?

Stefan Bürgermeier: Zunächst einmal war ich von der Entscheidung überrascht. Ich habe aber auch immer gesagt, dass Fußball ein Ergebnissport ist. Der Verein will mit dem neuen Trainer neue Impulse setzen, um den Super-Gau und den Abstieg in die Kreisliga zu verhindern. Das muss ich akzeptieren. So bitter dies auch für mich ist, denn ich hätte gerne mit der Mannschaft weitergearbeitet und uns auch zugetraut, die Kehrtwende zu schaffen. Wir haben uns im letzten Training vor der Winterpause noch einmal richtig eingeschworen, hätten eine Woche eher mit einer knallharten Vorbereitung und einem Trainingslager begonnen. Zusammen mit Langzeitverletzten wie Flo Lechner oder Roman Krumpholz hätten wir einen fitten Kader gehabt, der schon gezeigt hat, dass er mit Gegnern wie Freilassing oder Forstinning mithalten kann und definitiv die Qualität dazu hat, bei noch 33 zu vergebenden Punkten den Klassenerhalt zu schaffen.

Bedenkt man die Umstände, unter denen Sie zu Saisonbeginn vom Co zum Cheftrainer wurden: Hatten Sie in Baldham überhaupt eine faire Chance auf Erfolg?

Ganz grundsätzlich denke ich, dass ich eine gute Arbeit gemacht und viel Leben in den Verein reingebracht habe. Nach der Bekanntgabe habe ich auch von den Spielern nur positives Feedback bekommen. Ich bin auch mitverantwortlich dafür, dass die Zuschauerränge wieder voller geworden sind. Wir haben aber einfach auch ein bisschen Pech gehabt, dass in den ersten Wochen Breite und Qualität im Kader nicht da waren und sogar Torhüter im Feld spielen mussten. Noch dazu mit verletzten Leistungsträgern im Corona-Jahr, waren die Umstände wirklich nicht optimal für mich, sodass viele Faktoren letztendlich gegen uns gearbeitet haben. Noch mal: Ich kenne das Trainergeschäft und gehe nicht mit Hass oder Groll. Aber ich hätte mir gewünscht, dass man sich nach der Analyse in unserem Trainerteam mit dem Vorstand zusammengesetzt und uns die Chance gegeben hätte, das zusammen durchzuziehen. Schließlich habe ich in Anzing aus einer ähnlichen Konstellation heraus, schon einmal den Klassenerhalt geschafft. Aufgeben ist ein Fremdwort für mich.

Welche Möglichkeiten fürs Frühjahr eröffnet ihnen persönlich nun der vorzeitige Abschied aus Baldham?

Vielleicht ergibt sich noch etwas Reizvolles, aber grundsätzlich habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Diese Halbrunde mit den vielen Rückschlägen hat sehr viel Kraft gekostet. Immer wieder aufzustehen und etwas Positives reinzubringen, war nicht einfach. Obwohl mein erstes Bezirksliga-Jahr ziemlich unglücklich und auch von mir aus nicht fehlerfrei gelaufen ist, nehme ich viele Punkte mit, die ich bei meiner nächsten Station besser oder anders machen will. Ich glaube nicht, dass ich im Frühjahr schon wieder etwas im Herrenbereich mache, aber im letzten Lockdown habe ich festgestellt: Ich gehöre nach meiner langen Zeit als Spieler und den Fortbildungen als Trainer einfach auf den Fußballplatz! Erst mal werde ich die D-Jugend in Poing weitertrainieren, öfter bei meinen Kids und auch mal beim SCBV zuschauen. Dem Verein und meinem Nachfolger wünsche ich alles Gute. Ich habe volles Vertrauen, dass sie den Klassenerhalt schaffen, weil die Mannschaft willig und intakt ist.

Auch interessant

Kommentare