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Jubelbild aus glücklichen Tagen: Das wird es wie 2016 beim Kreisklasse-Aufstieg (v.l. Franziska Haushofer, Marina Frick) in Hohenlinden vorerst nicht mehr geben.

Der große Bruch

SG Hohenlinden/Poing am Ende - Damenleitung des SVH tritt zurück

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Das gemeinsame Projekt ist zu Ende: die SG Hohenlinden/Poing litt in der Hinrunde der Kreisklassen-Saison unter akutem Spielerinnenmangel. Die Suche nach Neuzugängen in der Winterpause blieb erfolglos – auch, weil nicht alle an einem Strang zogen.

Hohenlinden/Poing – „Man kann das nicht mit dem Männerfußball vergleichen. Wechselbereitschaft ist bei Frauen quasi nicht vorhanden“, erklärt Lea Prauser, die bis vor Kurzem die Damenleitung beim SV Hohenlinden inne hatte. Auch mithilfe der Ebersberger Zeitung suchte Prauser nach neuen Mitstreiterinnen für die Rückrunde. „Wir haben uns sehr bemüht, irgendwo noch Leute herzukriegen“, so die 24-Jährige. Wichtig sei ihr nämlich der Fairness-Gedanke gegenüber den anderen Mannschaften in der Liga. Sieben Spielerinnen hatten in der Winterpause signalisiert „zu hundert Prozent einsatzfähig“ zu sein. Zu wenig, für die verbleibenden elf Partien. „Es wäre unfair, wenn wir zu einem Spiel mit nur neun Spielern kommen und zu einem anderen mit elf. Das ist für mich eine Frage der Fairness.“

So folgte auf die ersten Gespräche mit der Vorstandschaft im November des Vorjahres eine erneute Zusammenkunft im Februar. Dort entschied Damenleiterin Prauser mit ihrer Stellvertreterin Marina Ziller, die Frauenmannschaft aus dem Ligabetrieb zurückzuziehen.

Die beiden leidenschaftlichen Fußballerinnen trafen aber auch noch eine persönliche Entscheidung: Sie traten als Damenleitung zurück. „Zum einen gibt es unsere Mannschaft nun nicht mehr, zum anderen sind Dinge vorgefallen, die eine weitere Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft unmöglich machen.“ Bei den Gründen hält sich Prauser bedeckt. Sie ärgerte sich unter anderem über eine nur mangelhafte Unterstützung des aktuellen Vorstands bei der Suche nach Verstärkung. „Wir hatten ihnen im November gesagt, dass wir das nicht alleine schaffen.“ Prauser spielt selbst nicht mehr aktiv Fußball. „Ich hatte zwei Kreuzbandrisse und einen Meniskusriss. Mein Orthopäde hat gesagt, ich sollte über eine Meniskustransplantation nachdenken, wenn ich so weitermache. Das ist mit 24 Jahren natürlich nicht das, was ich anstrebe.“

Marina Zillner „ist jetzt natürlich verzweifelt“

Die Fußballschuhe legte sie zur Seite und kümmerte sich fortan um das Management des Teams. Dabei gelang ihr noch ein Schmankerl für die sieben verbliebenen Spielerinnen. „Ralf ist ein ganz toller Trainer. Bei ihm lernt man auch nach 15 Jahren Fußball noch was Neues“, sagt Prauser über Herrencoach Ralf Santelli. Der trainierte den Damen-Rumpfkader zuletzt immer vor seinem Herrentraining. Schließlich jucke es Spielerinnen wie beispielsweise Spielführerin Marina Ziller in den Beinen: „Die ist jetzt natürlich verzweifelt“, so Prauser.

Während Ziller noch nicht weiß, wie es sportlich für sie weitergehen wird, haben die vier Spielerinnen des TSV Poing bereits eine Notlösung gefunden. Hannah Lentner, Nicole Hammedinger sowie Lisa und Vroni Reim wechseln zum FC Moosinning. Auch wenn Prauser betont, dass der Teamspirit immer groß und positiv war, glaubt sie: „Das ist ein Abschied für immer.“

Vorerst gelte es nun abzuwarten. Der SVH ist bei den B-Juniorinnen in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Edling. „In ein, zwei Jahren kommen da einige Spielerinnen raus“, weiß Prauser. Die wolle man auffangen, um mittelfristig wieder eine Damenmannschaft unter der Flagge des SV Hohenlinden in den Ligabetrieb zu schicken – wenn zukünftig wieder alle an einem Strang ziehen.

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