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Verlässt im Sommer mit Kollege Nikola Dolanjski nach drei Jahren den SV Anzing: Süleyman Uzun.

Trennung in Freundschaft

SV Anzing: Trainerduo Uzun und Dolanjski hört im Sommer auf

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Das Trainerduo Uzun und Dolanjski hört im Sommer beim SV Anzing auf. Die gemeinsame Entscheidung fiel im Januar.

Anzing – Der aktuelle Krisenmodus wirft bei den Amateurkickern zwar keine existenziellen, aber durchaus emotionale Fragen auf. Die Unsicherheit darüber, ob, wie und wann die laufende Fußballsaison zu Ende gespielt werden kann, beschäftigt das Trainergespann Süleyman Uzun, 30, und Nikola Dolanjski, 37, allerdings doch nochmal anders – auf einer zwischenmenschlichen Ebene, könnte man sagen.

Nur wenige Tage vor dem landesweiten Trainings- und Spielstopp waren die beiden Übungsleiter des SV Anzing vor ihre Kreisliga-Mannen getreten und verkündeten, dass sie nach dieser Saison den Verein verlassen werden. „Vor drei Wochen haben wir uns in einem zweiten Gespräch mit der Abteilungsleitung gemeinsam darauf geeinigt, dass es nach drei Jahren und einer schönen Zeit nicht mehr weitergeht“, betont Süleyman Uzun, „und dass es uns allen besonders wichtig war, nicht im Streit auseinanderzugehen“.

Im Januar fiel die gemeinsame Entscheidung

Nicht nur, weil der Cheftrainer selbst in Anzing wohnt und möglichen Nachbarschaftsstreitigkeiten vorbeugen wollte. „Sondern weil wir hier sehr viel Freude und Freundschaften erfahren haben. Anzing ist wirklich ein familiärer Verein, in dem jeder jedem hilft und gerade das Umfeld sehr viel für den Klub macht.“

Für eine gravierende sportliche Weiterentwicklung wird dieses allgemeine Wohlfühlklima nach Ansicht der SVA-Trainer sowie der Anzinger Abteilungsleitung mittelfristig, aber nicht mehr als befruchtend eingeschätzt. „Im Januar haben wir das erste Gespräch geführt und danach eigentlich ein bisschen gemeinsam entschieden, dass wir etwas Neues versuchen wollen“, sagt der Fußball-Pressesprecher Benno Stadler. „Nach drei Jahren wird es gerade im Amateurbereich immer schwieriger, die richtigen Ansprachen zu finden. Vor allem, wenn die Spieler zum größten Teil dieselben sind.“ Die Trennung sei „keine Entscheidung gegen die aktuellen Trainer, sondern eine Entscheidung für eine neue Ausrichtung und neue Impulse, die einer intakten Mannschaft guttun“, erklärt Stadler.

Uzun: Der Nachwuchs hat sich „super entwickelt“

In seiner ersten Saison 2017/18 belegte der SVA unter Uzun noch Rang elf in der Abschlusstabelle. Ein Jahr später wurde seine Elf Sechster, und Uzun erklärt: „Die Spielqualität und meine Art Fußball zu spielen, hier zu entwickeln, hat Zeit gebraucht. Natürlich sind die Spieler jetzt nicht auf einem Top-Level, aber wir spielen kein Kick and Rush, sondern lassen den Ball schnell laufen. Wir sind mit dem Erreichten zufrieden.“

Neben dem weiterentwickelten Ballbesitzfußball lobt Benno Stadler auch die individuellen Fortschritte der Spieler und nicht zuletzt die erfolgreiche Nachwuchsförderung des Trainerduos: „Die A-Junioren von vor zwei Jahren haben sich super entwickelt. Siehe unsere Abwehrreihe gegen Sechzig, die hatte ein Durchschnittsalter von 20 Jahren. In diesem Spiel hat man gemerkt, dass alle Spieler bis zuletzt voll hinter den Trainern stehen.“

Sieg gegen die Dritte der Löwen könnte das Abschiedsspiel gewesen sein

Je nach Dauer der Spielsperre im Amateurfußball, könnte der erwähnte 4:1-Heimerfolg vom 8. März gegen die Drittvertretung der Münchner Löwen womöglich schon das Abschiedsspiel von Uzun und Dolanjski gewesen sein. „Ich wünsche mir natürlich, dass wir mit diesen Spielern, diesem Verein, die Saison zu Ende spielen können und hoffe, die Jungs nochmal in der Kabine zu sehen“, so Uzun.

Zwar wäre der 30-Jährige weder mit dem aktuell sechsten Rang noch mit diesem fremdgesteuerten Abschied zufrieden. „Aber deine Gesundheit kriegst du nicht mehr zurück.“ Dem gelte es nun alles unterzuordnen, auch sportliche Zukunftspläne. „Konkret habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht, wie es weitergeht. Nikola und ich haben jetzt den B-Schein absolviert und sind beide an einem Punkt, wo wir offen für neue Erfahrungen sind. Erstmal schauen wir aber, ob wir die Saison nicht doch zu Ende spielen können.“

So oder so: Im Sommer wird der Fußball-Kreisligist SV Anzing nicht nur zwei Trainer, sondern auch zwei Freunde verabschieden, für die laut Sprecher Benno Stadler „immer alle Türen offenstehen“.

Text: Julian Betzl

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