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Intensiv geführte Zweikämpfe , wie hier zwischen Hohenlindens Thomas Hamberger (l.) und Grafings Josef Limberger, prägten das Geschehen – und víel Spannung.

„Begeistert ist momentan gar keiner“

SV Hohenlinden zittert sich zum Sieg: Großes Flattern nach 4:1-Vorsprung

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Mit Mühe und Not bringt der SV Hohenlinden einen 4:3-Heimsieg gegen den TSV Grafing über die Zeit, den er nach einer Stunde eigentlich schon im Sack hatte. Für ersatzgeschwächte Gäste aus der Bärenstadt ist Josef Limbergers Dreierpack in der Kreisliga-Partie zu wenig.

VON JULIAN BETZL

Hohenlinden – „Begeistert ist bei uns momentan gar keiner“, sagte Hohenlindens Pressesprecher Klaus Hufschmid. „Aber es war nach den zwei Klatschen einfach mal wichtig, dass du wieder ein Spiel gewinnst.“ Dabei stand der Herliner Heimdreier selbst nach einer 4:1-Führung in den Schlussminuten der Kreisliga-Begegnung noch auf der Kippe.

So meinte Grafings Technischer Leiter Jürgen Daser nach einer furiosen Aufholjagd der Gäste: „Wir hatten ein bisserl Pech, dass der Schiri sehr pünktlich abgepfiffen hat. Hohenlinden war mausetot, ist richtig geschwommen und war einfach froh, dass sie das 4:3 über die Zeit gebracht haben.“

Den Nervenkitzel in der Schlussphase hatte am Hohenlindener Postanger niemand kommen sehen. Drückend überlegen, gingen die Platzherren durch Veli Zenunis Direktabnahme nach 28 Minuten in Front – und fingen sich im Gegenzug den Ausgleichstreffer von Josef Limberger ein. Für Hufschmid eines von mehreren Charakteristika einer „derzeit verunsicherten Mannschaft“, die abermals durch Zenuni und dessen strammen Schuss aus der zweiten Reihe die Führung übernahm – das 2:1 (43.).

Kurz nach dem Seitenwechsel schien die Herliner Verunsicherung mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten komplett verflogen zu sein. Cüneyt Palas 3:1 (57.) und das Kopfballtor von Hrvoje Plazanic zum 4:1 (60.) lösten beim SVH-Anhang das Gefühl einer „gmahden Wiesn“ aus. Doch das sollte keine zehn Minuten überdauern.

Die Gäste aus Grafing stellten defensiv auf Dreierkette um und rissen die Partie mit dem 2:4-Anschlusstreffer durch Limberger ruckartig an sich (69.). „Ein absolut unnötiger Ballverlust als letzter Mann, danach ist wieder das allgemeine Nervenflattern losgegangen, das eine gefestigte Mannschaft in dieser Situation eben nicht kriegt“, analysierte Hufschmid den Bruch im Herliner Spiel.

Die Bärenstädter hingegen spielten sich zunehmend in des Gegners Hälfte fest und TSV-Torwart Simon Jannasch antizipierte hinter der Abwehr die meisten SVH-Konter spielerisch weg. „Unser Problem war nur, dass uns insgesamt 20 Spieler im Herrenbereich fehlten und wir nichts mehr nachlegen konnten“, musste sich Daser letztlich mit Limbergers drittem Streich (84.) zufriedengeben. Der Ausgleich wollte trotz aller Bemühungen des Aufsteigers nicht mehr fallen. „Nur 30 Minuten ebenbürtig zu sein, reicht eben nicht. Davor hatten wir zu viel Respekt vorm Gegner“, legte der Technische Leiter der Grafinger den Finger in die Wunde.

Der TSV bleibt auf einem Abstiegs-Relegationsplatz, während der SVH erstmal durchschnaufen kann.

SV Hohenlinden: Zivkovic, Pasic, Zink, Sipus, Hamberger, M+K Cay, Pala, Klaes, Jajcinovic, Zenuni; Plazanic, Candussi, Baum.

TSV Grafing: Jannasch, Specht, Ühlein, Bauer, Dichtl, Limberger, Geißler, Limberger, Gebele, Richter, Esterl, Entenmann; Hilger, Sauer, Lanzl.

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