Fast täglich trainiert der Coach des TSV Ebersberg hart an seiner Konstitution.
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Fast täglich trainiert der Coach des TSV Ebersberg hart an seiner Konstitution.

Der neue Coach des TSV hält sich in der spielfreien Zeit fit

TSV Ebersberg: Timi Tepedelen - Kraftpaket in der Coachingzone

  • vonJulian Betzl
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Timi Tepedelen hält sich und seinen Körper fit. Der neue Coach der ersten Elf des TSV Ebersberg will durch sein Training eine Operation seiner Hüftgelenke herauszögern.

Sankt Wolfgang/Ebersberg – Die Terrasse von Timi Tepedelen verwandelt sich in einer Mittagspause schon mal in eine Art Aufwärmbereich von „Ninja Warrior“. In dem weltweit adaptierten TV-Format hangeln, springen, ziehen, drücken und balancieren sich (Profi-) Athleten durch immer anspruchsvollere, komplexe Hindernisparcours. Erfolgreiche Teilnehmer müssen nicht nur über viel Kraft (-ausdauer) verfügen, sondern vielmehr ein hohes Maß an Körperbeherrschung mitbringen. Dem früheren Landes- und Bezirksliga-Fußballer des TSV Ebersberg geht es primär aber nicht um die Teilnahme an irgendwelchen TV-Shows, wenn er in der Mittagssonne Kettlebells, Plyo-Boxen, Balancekissen, Hanteln, Widerstandsbänder, Sandsäcke und andere Gerätschaften zu einem bunten CrossFit-Zirkel über seine weitläufige Terrasse in Sankt Wolfgang verteilt. Die anstehende „Zerstörung“ teilt Tepedelen in den sozialen Netzwerken dann gerne mit seinen Freunden und Followern. Dazu schreibt er beispielsweise: „Home work out, was will man sonst treiben?“ Oder ganz schlicht: „Es ist angerichtet.“

Timi Tepedelen: „Ein Gleitwirbel und beide Hüften sind schon lange kaputt“

Seit ungefähr drei Jahren habe er sich dem intensiven CrossFit und Functional Training verschrieben, erzählt Tepedelen. Trainingsfreie Tage gebe es seitdem fast gar nicht mehr. „Das habe ich eigentlich nur wegen meines kaputten Körpers angefangen, weil Fußballspielen nicht mehr ging. Ein Gleitwirbel und beide Hüften sind schon lange kaputt.“

Schon vor zehn Jahren hätte er neue Hüftgelenke bekommen sollen. „Durch mein Training und die Muskulatur kann ich diese Operation aber bislang hinauszögern. Mein Ziel ist es, das bis 50 zu schaffen.“ Am vergangenen Freitag wurde Timi Tepedelen 42 Jahre alt.

Zeljko Prelcec: „Der Typ ist eine Maschine geworden!“

Rein optisch hätte die Abteilungsleitung des TSV Ebersberg keinen geeigneteren Trainerkandidaten für den Abstiegskampf in der Bezirksliga Ost finden können. „Der Typ ist eine Maschine geworden!“, fasst Ebersbergs Sportlicher Leiter, Zeljko Prelcec, die physische Transformation seines früheren Teamkameraden zusammen. Gemeinsam mit seinen fünf Mitstreitern in der Fußballabteilungsleitung der Eber, hatte sich Prelcec Anfang März dazu entschieden, zum dritten Mal im laufenden Wettbewerb den Trainer auszutauschen. Seine Verantwortung für die A-Junioren der SG Ebersberg/Steinhöring übertrug Tepedelen an Georg Münch und wartet nun darauf, die Eber für den Abstiegskampf auf dem Platz fitmachen zu dürfen.

„Ich habe eine A-Lizenz als Fitnesstrainer gemacht, gebe einmal die Woche Kurse und würde das Functional Training definitiv auch in die Vorbereitung einbauen, da es einfach gut für die Kraftausdauer und die tieferen Muskelschichten ist.“

Timi Tepedelen: „Das Potenzial für die Bezirksliga hat die Mannschaft auf jeden Fall“

Aus seinen jüngsten Erfahrungen im Nachwuchsbereich folgert Tepedelen für die Bezirksliga-Truppe: „Nach fünf, sechs Wochen wären sie topfit. Aber wir wissen ja noch nicht, wo der Weg hinführt.“ In den noch ausstehenden fünf Partien, vornehmlich gegen direkte Konkurrenten, wäre für Tepedelen in puncto Klassenerhalt sportlich „noch alles drin“, sodass ein Abstieg qua Quotienten-Regelung aus seiner Sicht „unfair“ wäre. „Das Potenzial für die Bezirksliga hat die Mannschaft auf jeden Fall, weil wir auch in der Zweiten Spieler haben, die dort jederzeit mitspielen können.“

Sollte der BFV die Saison doch abbrechen und die Eber in die Kreisliga absteigen müssen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie sich unter Anleitung von Timi Tepedelen versuchen, in die Bezirksliga zurück zu hangeln, springen, ziehen, drücken und balancieren. „Das hängt aber davon ab, wie die Jungs bis zum Sommer mitziehen.“

(Julian Betzl)

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