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Im Abseits, kein Team mehr und schon weg: Ralf Santelli ist nicht mehr Trainer beim Kreisligisten SV Hohenlinden.

Fußball - Kreisliga/München Trainerwechsel in Hohenlinden - Santelli geht, Neef kommt

Trainertausch mit Nachgeschmack

Günter Neef folgt als Trainer beim SV Hohenlinden nach über zwei Jahren auf Ralf Santelli, der Kritik am Verabschiedungsablauf äußert. Ein Sechserpack an Herliner Leistungsträgern heuert indes bei Nachbar Forstern an.

VON JULIAN BETZL

Hohenlinden – Mitten in der Sommerpause und kurz bevor das Transferfenster für die bayerischen Amateurspieler schließt, nimmt das Personalkarussell beim Fußball-Kreisligisten SV Hohenlinden mächtig Fahrt auf. „Eine Handvoll Hohenlindener Spieler will die Herausforderung in der nächsten Saison scheinbar nicht mitmachen und wird den Verein verlassen“, sagte SVH-Vorstand Ludwig Attenberger am Freitagmittag. „Diese Spieler will ich aber noch nicht benennen, weil ich auch noch keine Abmeldungen vorliegen habe.“

Konkreter wurde Attenberger lediglich auf Seiten der Neuzugänge: Thomas Hamberger, 28, wechselt von Landesligist VfB Hallbergmoos-Goldach nach Hohenlinden. „Ein zweiter Zugang ist fix, der noch einen Zweitligavertrag in Griechenland hat, zwei weitere Spieler sind im Gespräch“, so Attenberger.

Mit Günter Neef, 59, wird künftig ein „alter Bekannter“ und neuer Übungsleiter an der Herliner Seitenlinie agieren. „Günter hat hohes Potenzial, sehr viel Fußball-Sachverstand und sehr viel Herzblut. Die Zielvorgabe, mit vorne dabei zu sein, ist mit diesem Kader nächste Saison machbar.“

Die notwendige Fachkompetenz wollte er dem bisherigen Trainer, Ralf Santelli, 51, „nach zwei sehr erfolgreichen und guten Jahren“ nicht absprechen. „Aber mir hat in der Rückrunde ein bisserl das Herzblut in der Mannschaft gefehlt. Über die verpasste Relegation bin ich persönlich enttäuscht, ein Teil der Mannschaft wohl nicht. In den letzten drei Spielen habe ich die Qualität gesehen, davor haben wir nicht das nötige Engagement gezeigt und die Relegation verschenkt. Deshalb wollen wir jetzt neue Ideen reinbringen.“

Das gesamtheitliche Prozedere der personellen Neuausrichtung findet Ex-Coach Ralf Santelli indes bis heute „bedenklich“. Noch im Winter habe man sich gemeinsam mit Abteilungsleiter Thomas Heidfeld geeinigt, am sogenannten „Dreijahresplan“ unter Santelli festzuhalten. Als es im März um die Kaderplanung gehen sollte, wollte sich Attenberger aufgrund der Tabellensituation auf nichts Konkretes festlegen, erzählt Santelli weiter. „Danach habe ich immer wieder gespürt, dass es Veränderungen geben wird und im Mai ist dann von Spielerseite her auch der Name für meinen Nachfolger gefallen.“

Während Santelli direkt nach dem letzten Punktspiel Anfang Juni bei Alemannia „wie angekündigt“ zu einer Taufe weiterfuhr, habe Attenberger Teile des Teams noch auf dem Platz über den Trainerwechsel in Kenntnis gesetzt. Er selbst sei erst Sonntagabend per SMS von Heidfeld und in einem dreiminütigen Telefonat am darauffolgenden Dienstag von Attenberger informiert worden, rekapituliert Santelli. „Ich bin ziemlich sicher, dass mein Nachfolger schon Ende Mai verpflichtet wurde. Selbst wenn mich der Präsident am letzten Spieltag auf fremdem Platz informieren wollte, stört mich dabei dann der Grundgedanke. Was wäre denn dann gewesen, wenn wir die Relegation und den Aufstieg geschafft hätten?“

Überhaupt hätte sich Santelli, der längst Konzepte und Vorbereitungspläne für die neue Saison vorgelegt hatte („ohne Reaktion“), früher Klarheit gewünscht. „Die Veränderung ist ja in Ordnung, so ist das Geschäft. Aber zu diesem Zeitpunkt nimmst du Trainer und Spielern die Möglichkeit, sich neu zu orientieren.“

Scheinbar hat die kurze Orientierungsphase vielen Protagonisten doch ausgereicht. Santelli wird künftig als Cheftrainer das DFB-Nachwuchsleistungszentrum der Würzburger Kickers leiten und aus „einer Handvoll Spielern“ (Attenberger) haben am Donnerstagabend faktisch sechs SVH-Urgesteine beim Erdinger Nachbarverein und Kreisklassisten FC Forstern unterschrieben. „Da habe ich keinen einzigen angebaggert, sondern die Jungs sind alle auf mich zugekommen“, betont Forsterns Sportlicher Leiter Roland Gfüllner. Das wurde der Ebersberger Zeitung aus dem entsprechenden Spielerkreis bestätigt (Bericht folgt).

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