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Er soll die Ebersberger Bezirksligakicker aus der Abstiegszone peitschen: Rückkehrer Heiko Baumgärtner. 

„Das kam nicht komplett überraschend“

Aus für Pero Knezevic beim TSV Ebersberg - Heiko Baumgärtner übernimmt

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Seit Wochenanfang schwappt eine gewaltige Welle an Trainerwechseln über Fußball-Bayern und seine Top-Adressen hinweg.

Die Säbener Straße, die Valznerweiherstraße, die Grünwalder Straße sowie der Graben in Schweinfurt wurden binnen zwei Tagen von ihr erfasst. Ein Ausläufer hat nun auch die Floßmannstraße in Ebersberg erreicht. Am Dienstagabend um 22.30 Uhr wurde Pero Knezevic telefonisch vom Spartenleiter Herren, Zeljko Prelcec, mit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten als Trainer des abstiegsbedrohten Bezirksligisten TSV Ebersberg entbunden.

„Das kam nicht komplett überraschend und hat sich von meiner Seite aus schon angedeutet“, erklärt Knezevic, „aber ich hätte schon gerne noch das Pokalspiel und das Heimspiel gegen Reichertsheim gemacht. Aber für so etwas gibt es nie das richtige Timing.“

„Wir hätten gerne mit Pero bis zur Winterpause weitergemacht“

Nach nicht einmal sechs Monaten ist das Kreisstadt-Kapitel für den 37-jährigen Übungsleiter, der zuvor die Sportfreunde Schwaig aus der A-Klasse bis in die Bezirksliga geführt hatte, beendet. „Wir hätten gerne mit Pero bis zur Winterpause weitergemacht, aber durch seine Äußerungen letzte Woche, bezüglich seiner Unzufriedenheit und eines möglichen Abschieds, mussten wir nachdenken“, sagt Prelcec.

Auf dem Papier übergibt Knezevic das Team mit zwölf Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz. Unabhängig davon ist Prelcec nach wie vor von Knezevics fachlicher Kompetenz überzeugt. „Ein sehr guter Trainer und Fußball-Perfektionist, der den Gegner stark liest und bei uns viele junge, willige Einheimische hochgezogen und weiterentwickelt hat.“ Nur seien ihm angesichts der unentwegt prekären Personallage sowie den Umstrukturierungen in der Abteilungsleitung „oft die Hände gebunden“ gewesen. „Es liegt nicht an seiner Arbeit, da ist schon viel zusammengekommen. Am Ende ist der Trainer immer das schwächste Glied.“

Das gilt auch für den loyalen und bei seinen Schützlingen überaus beliebten Torwarttrainer Dean Dolencic: „Ich bin mit Pero gekommen, ich gehe auch mit ihm.“

Als Interimslösung bis zur Winterpause wird hingegen in Heiko Baumgärtner, 37, ein alter Bekannter zurückkommen. Erst im Sommer hatte er seinen Trainerposten bei den Ebern aus privaten Gründen zur Verfügung gestellt und soll laut Prelcec für die ausstehenden drei Partien gegen Reichertsheim (5.), in

Auch Co-Trainer Dean Dolencic geht

Buchbach (8.) und gegen Ligaprimus Bruckmühl „mit seiner bekannt positiven Energie nochmal zwei, drei Prozent mehr rausholen, irgendwie neue Reize in der angespannten Situation schaffen“. Und der Spartenleitung ein wenig mehr Zeit für die Nachfolgersuche verschaffen. Für Baumgärtner beginnt am Donnerstagabend also eine „Mission Impossible“, wie er selbst seine 16-tägige Rückkehr beschreibt. „Ich bin kein Zauberer und weiß auch nicht, ob ich so kurzfristig etwas bewirken kann. Aber wenn alte Freunde um Hilfe fragen, will ich zeigen, dass der Spruch ‘Einmal Eber, immer Eber‘ nicht nur so daher gesagt war.“

Was die zwischenmenschliche Ebene betrifft, will auch Knezevic seine Zeit bei den Ebern nicht missen. „Ich bereue es keinesfalls hergekommen zu sein und habe hier sehr nette Leute kennengelernt“, betont er. „Es war nicht alles optimal und für den Gesamtkader wäre mehr drin gewesen. Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen und bin dem Verein dankbar dafür, dass er mir die Chance gegeben hat, als Bezirksliga-Trainer zu arbeiten und wünsche ihm den Klassenerhalt.“

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