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Eber-Trainer Dejan Brezo mit Sohn David. 

„Sie verstehen sich alle auf Anhieb“

TSV Ebersberg und OFK Zenit: Auf Händen und Füßen über die Sprachbarriere

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Beim E-Jugendturnier des TSV Ebersberg gastierte der bosnische Club OFK Zenit. Die Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft.

Teodora Novakovic lauert zunächst im Hintergrund. Dann rollt der Eckball flach in Richtung Strafraumkreis. Ihr Mitspieler lässt das Leder passieren und die Rückennummer 10 mit den fliegenden Rastazöpfen vollstreckt eiskalt zum 2:1-Siegtreffer für den OFK Zenit im Halbfinalspiel gegen den TSV Grafing. Hinter der Bande wird Teodora aber nicht nur von ihren Teamkameraden aus der bosnischen Fußballschule gefeiert, sondern auch von der gesamten U11-Mannschaft des TSV Ebersberg, die Schulter an Schulter mit den neu gewonnenen Freunden mitfiebert.

Im Spiel um Platz neun des internationalen E-Jugendturniers in der Wintrich-Halle wird man später zwar gegeneinander antreten müssen, erst einmal geht‘s aber ab zum Mittagessen. In der Mensa mit bestem Blick aufs Spielfeld werden die Gäste mit der weitesten und längsten Anreise von zwölf Stunden Busfahrt, bereits von Dejan Brezo erwartet. Eine angebissene Bratensemmel in der einen Hand, schöpft er mit einem großen Schöpflöffel in der anderen Sauce auf die Pastateller.

„Wir spielen eigentlich die ganze Zeit FIFA auf der Playstation“

Etwas verlegen erklärt eine Dame vom Serviceteam, sie wüsste ja gar nicht, wie sie den bosnischen Gästen die Mahlzeiten erklären sollte. Also Nachfrage bei Brezo: Wie sagt man Spaghetti auf Bosnisch? „Spaghetti.“ Bolognese? „Bolognese.“ Aha, und Paradeissauce? „Paradeissauce. Ok, Käse heißt übrigens „sir.“ Ob es ihr denn schmeckt, wird Teodora Novakovic gefragt. Die vollen Nudel-Backen und das eifrige Nicken bedürfen keines Übersetzers.

Überhaupt verständigen sich die Ebersberger mit ihren Fußball-Freunden, während sie zwei Tage lang gemeinsam durch die Dr.-Wintrich-Halle flitzen, fast ausschließlich mit Händen und Füßen. Nur am Abend, zuhause bei den beiden bosnischstämmigen Gastfamilien, fallen die Sprachbarrieren. „Wir spielen eigentlich die ganze Zeit FIFA auf der Playstation“, erzählt Dejan Brezos Sohn David. „Ich hab‘s ihnen beigebracht, jetzt spielen sie so gut wie ich.“

OFK Zenit entscheidet das direkte Duell für sich

Harte Konsolen- und Kicker-Kämpfe, launige Schnitzel-Schlemmereien und Pyjama-Partys. „Matratzen auf den Boden, fertig! Die Kinder haben keine Berührungsängste, schauen nicht auf Klamotten oder darauf, wo man herkommt. Sie verstehen sich alle auf Anhieb“, erklärt Dejan Brezo, als er grinsend durch die Bildergalerie seines Smartphones blättert. Vor zwei Jahren, bei Zenits erstem Besuch in der Kreisstadt, habe er drei verschiedene Religionen unter seinem Dach gehabt. „Die schreiben sich heute noch bei Facebook.“ Auf einen baldigen Gegenbesuch in Bosnien würden sich auch seine Mitspieler freuen, für die TSV-Kicker David Brezo tagsüber manchmal Übersetzer spielt.

Das hat er auch dem Kamerateam von Televizija srpske dijaspore (TSD), einem Online-Fernsehsender der serbischen Diaspora aus München, für seinen fast viertelstündigen Beitrag aus der Ebersberger Halle erzählt. Und dass sein Lieblingsspieler Lionel Messi ist. Trotz eines Messi-artigen Freistoßtreffers von Johannes Chirco, müssen Brezos Ebersberger in ihrem spannenden Finalspiel den bosnischen Gästen mit 2:1 Toren den Vortritt auf Rang neun lassen. Erneut flattern Teodora Novakovics Rastazöpfe beim Siegerjubel durch die Halle.  

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