Matthias Schreiber wurde im Alter von 30 Jahren aus dem Leben gerissen.
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Matthias Schreiber wurde im Alter von 30 Jahren aus dem Leben gerissen.

Abteilungsleiter Fürst: „Er war einer von uns“

Der TSV Oberpframmern trauert um Matthias Schreiber (†30)

  • Wolfgang Herfort
    vonWolfgang Herfort
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Die Fußballer des TSV Oberpframmern sind fassungslos. Matthias Schreiber ist mit 30 Jahren überraschend verstorben. Teamkollege Broutta fand seinen Mitbewohner leblos.

Oberpframmern – Wie nah Freude und Leid zusammen liegen, mussten die Fußballer des TSV Oberpframmern erleben. Eine fast kindliche Euphorie breitete sich aus, als im Videochat der Trainingsbeginn für nächste Woche angekündigt wurde. Nur kurze Zeit später der Schockzustand. Ausgelöst durch eine erschütternde Nachricht: ihr Mitspieler Matthias Schreiber ist tot. Sein WG-Mitbewohner und Pframmerner Teamkollege Fred Borutta fand ihn leblos in seinem Zimmer liegend. Schreiber wurde nur 30 Jahre alt. Die Todesursache muss die Obduktion ergeben.

Manu Lutz: „Matze war ein echter Lausbub“

„Das tut so weh, wenn man einen so jungen Kerl verliert.“ Die Reaktion von TSV-Vorsitzendem Andreas Lutz war symptomatisch. Bestürzung, Fassungslosigkeit und tiefe Trauer begleiteten die Meldung, die schnell die Runde machte. Denn Schreiber war beliebt, er konnte mit allen und „man konnte ihm einfach nicht böse sein“, erinnert sich sein langjähriger Mitspieler Manu Lutz: „Matze war überall dabei, wo etwas los war, ein echter Lausbub.“

Nach seinen fußballerischen Anfängen beim TSV Zorneding kam Schreiber 2008/09 mit einigen Altersgenossen zur A-Jugend des TSV Oberpframmern (damals eine Spielgemeinschaft). Und dort blieb er. Mit sportlichem Erfolg und neuen Freunden. „Er war einer von uns“, so Abteilungsleiter Benedikt Fürst, der die Anfänge des knapp Zwei-Meter-Mannes auf und neben dem Pframmerner Platz an dessen Seite miterlebte. „Er war sofort akzeptiert, wurde ein Spezl.“

Matthias Schreiber liebte die Gemeinschafft beim TSV Oberpframmern

Im Herrenbereich habe Matthias Schreiber „wie eine Bombe eingeschlagen“, bescheinigt Manu Lutz dem „netten, umgänglichen und sympathischen“ Spieler, der in der Saison 2009/10 maßgeblichen Anteil am Kreisliga-Aufstieg unter Trainer Rudi Läng hatte. Schreiber sei es aber nicht wichtig gewesen, ob er in der ersten oder zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Der Informatiker genoss vielmehr die Gemeinschaft, wie er auch das ungebundene Leben als Junggeselle schätzte. „Ich glaube, er wollte noch ein wenig die Freiheit genießen“, so Manu Lutz lachend.

Obwohl Schreiber in Zorneding wohnte, war er in Pframmern zuhause und ließ ab und zu auf Festen die gesungenen Zeilen fallen: „Ohne Zornedinger wär hier gar nichts los“, und machte die Stimmung dadurch meist noch viel ausgelassener.

TSV Oberpframmern: Corona-Pandemie verhindert Teilnahme an der Beerdigung

An der Beerdigung ihres Teamkollegen können die Pframmerner Kicker Corona-bedingt nicht teilnehmen. Ihn auf seinem letzten Gang nicht begleiten zu können, „das macht uns noch mehr traurig“, so Manu Lutz. Auf das anstehende Training werde er nicht verzichten. „Das hätte Matze nicht gewollt. Außerdem kann man so ein Negativerlebnis gemeinsam besser verarbeiten.“

Wenn Matthias Schreiber zum Training oder Spiel vor dem Pframmerner Fußballplatz vorfuhr, waren ihm die Blicke sicher. „Wie er sich mit seinen knapp zwei Metern aus seinem Elektro-Smart geschält hat, war jedes mal wieder sehenswert“, erinnert sich Benedikt Fürst. Ein Anblick, den es nie mehr geben wird.

(WOLFGANG HERFORT)

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